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HafenCity lädt ein:

2. Ökumenischer Tag der Schöpfung
Hamburger Hafen im Sonnenuntergang

Der Hamburger Hafen im Sonnenuntergang (Foto: Schaack)

(Hamburg) - In der HafenCity laden am 4. September verschiedene christliche Konfessionen zum zweiten ökumenischen Schöpfungstag ein, diesmal unter dem Motto: Klima verändern!

Die Anregung aus den orthodoxen Kirchen, eine Schöpfungszeit zwischen dem 01.09. und 02.10. zu gestalten und gemeinsam einen Tag der Schöpfung zu feiern, ist weltweit auf fruchtbaren Boden gefallen, wurde durch den Ökumenischen Rat der Kirchen beschlossen und auf dem Ökumenischen Kirchentag in München auch von den deutschen Kirchen bestätigt.

Wir haben in Hamburg diese Initiative schon im Vorjahr aufgegriffen und am 12.09. erstmals den Ökumenischen Schöpfungstag in der Ökumenischen Kapelle in der HafenCity unter Beteiligung von VertreterInnen von acht Konfessionen gefeiert. In diesem Jahr sind nun alle Hamburger Kirchen von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg eingeladen, am 04.09. gemeinsam in der HafenCity die Schöpfungszeit zu beginnen und dann dezentral in ihren Gemeinden zu gestalten - bis zum Erntedanktag am 03.10.

Aus diesem Anlass werden wir unter der Überschrift '2. Ökumenischer Schöpfungstag in der HafenCity - Klima verändern!' am 04.09. ab 13 Uhr mit den Gemeinden, den Kommunitäten/Ordensgemeinschaften, im Hamburger Raum, der nordelbischen Klimakampagne, Klimazeugen, Migrantengemeinden und am Thema engagierten NGOs - und mit thematischen Beiträgen, Mitmachaktionen, ökologischen Gerichten und einem ökumenischen Gebet zum Schöpfungstag um 16 Uhr verbringen. Bei unbeständigem Wetter werden wir in der Katharinenschule Raum finden.

(Ökumenisches Forum HafenCity, HH)


 

Jugendkonferenz des lutherischen Weltbundes:

Nachhaltigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und Beteiligung der Jugend
Logo lwb 2010

Logo der Konferenz des lutherischen Weltbundes 2010

(Dresden) - Mit der Verabschiedung einer Botschaft ist in Dresden die vorbereitende Jugendkonferenz der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB), die am Dienstag in Stuttgart startet, zu Ende gegangen. Die 120 jungen Erwachsenen aus allen fünf Kontinenten haben sich darin auf drei Schwerpunktthemen geeinigt, die sie in der Vollversammlung einbringen wollen: Nachhaltigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und die Rolle der Jugend im LWB. In einer vier Seiten umfassenden Botschaft an die Vollversammlung analysieren sie diese Themen aus der Sicht junger Menschen und stellen Forderungen an die Vollversammlung und die Mitgliedskirchen.

Unter dem Stichwort der Nachhaltigkeit prangern sie das weltweite Wirtschaftssystem an, das durch Gier gesteuert werde und so Reichtum extrem ungleich verteile. Dieses in keiner Hinsicht nachhaltige Wirtschaften, das in die Finanz- und Wirtschaftskrise mündete, wirke sich auch direkt negativ auf den Klimawandel und die Ernährungssicherheit aus. Die jungen Erwachsenen hoben besonders die generationelle Natur der Nachhaltigkeitsfrage hervor. Sie rufen den LWB und die Mitgliedskirchen dazu auf, ihre Aktivitäten nach Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu bewerten und konkrete Schritte zu gehen, beispielsweise nur noch ethisches und ökologisches Investment zu betreiben und sich in ihrer gesellschaftlichen Position aktiv für nachhaltiges Wirtschaften einzusetzen. Außerdem regten sie an, eine Sitzung des LWB-Exekutivkomitees virtuell durchzuführen.

Weiterhin betonten sie die Bedeutung von Geschlechtergerechtigkeit für die junge Generation in der Lutherischen Kirchengemeinschaft. Besonders die Möglichkeit von Bildung für Mädchen und Frauen sei zentral, um das Potential dieses Bevölkerungsteils zu nutzen. Allerdings müsse die Kirche für ein glaubwürdiges Auftreten in der Gesellschaft das Problem in ihren eigenen Strukturen überwinden. Dazu forderten die jungen Delegierten die Gleichstellung von Männern und Frauen, die sich sowohl in der Frauenordination zeige als auch in der Zulassung von Frauen zu Leitungs- und Bischofsämtern. Außerdem regten sie weitere theologische Forschung zur Frage der Geschlechtergerechtigkeit an.

(Text: Lutherischer Weltbund; Deutsches Nationalkomitee)

Den Abschlusstext der Jugendkonferenz können Sie hier in englischer Sprache herunterladen


 

Geschöpfe der Nacht:

Fledermausnächte in Schwerin, Hamburg und Lübeck
Fledermaus

(Foto: Bureau of Land Management)

(Ratzeburg) - Unter dem Titel "Geschöpfe der Nacht - Fledermausnächte" lädt die "Ökumenische Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit" mit Orgel, Gregorianik und faszinierenden Bildern an.

Fledermäuse waren den Menschen über Jahrhunderte unheimlich. Im Volksglauben und in der Kunst wurden sie mit dem Bösen in Verbindung gebracht, ja sogar mit dem Teufel selbst identifi ziert. Als Nachttiere gehören sie in das Reich der Dunkelheit – vieles Angsterregende und Bedrohliche wurde auf sie übertragen, nicht zuletzt die eigenen unbewussten Ängste und Triebe. Das macht auch heute noch einen Teil ihrer Faszination aus.

Fotos und Filmaufnahmen des Tierfotografen Dietmar Nill aus Mössingen zeigen die Jäger der Nacht, ihre Lebensweise und Eigenarten. Die zum Teil bizarren Bilder in Superzeitlupe auf großer Leinwand werden vom gregorianischen Gesang unterlegt und durch freie Orgelimprovisationen interpretiert.

Die Gregorianik vermittelt das positive Schöpfungsverständnis der biblischen Psalmen und der Mystikerin Hildegard von Bingen. Wer sich diesen Gesängen hingibt, wird zu einer positiven Beziehung zu allen Mitgeschöpfen eingeladen. Die Klangmöglichkeiten der Orgel sprechen ein weites Spektrum von Gefühlen an. Ihre Fähigkeit, unheimliche, ja grauenerregende Klänge hervorzubringen, machte sie zum bevorzugten Ausdrucksmittel des frühen Kinos; als „Königin der Instrumente“ verleiht sie kirchenmusikalisch dem Glauben der Menschen einen höheren Ausdruck.

Einen Flyer zu allen Veranstaltungen mit Terminen finden Sie hier!

(Ökumenische Sitftung/ts)


 

Hamburger Kirche streitet für neue Energieversorgung:

Start der Volksinitiative "Unser Hamburg – Unser Netz!"
Stromnetz

(Foto: December-Girl / pixelio.de)

(Hamburg) - Ein breites gesellschaftliches Bündnis aus Verbraucher-, Umwelt- und kirchlichen Organisationen startet heute eine Volksinitiative, um die Versorgungsnetze für Gas, Strom und Fernwärme in Hamburg wieder in die Öffentliche Hand zu übernehmen. Die entsprechenden Konzessionsverträge mit den Energiekonzernen Vattenfall und E.on laufen 2014 aus bzw. sind bis dahin kündbar. 

Die beteiligten Organisationen der Volksinitiative sehen in der Rekommunalisierung der Netze eine zentrale Voraussetzung, um die Energiepolitik der Stadt Hamburg klimafreundlicher und sozial gerechter zu gestalten und einer demokratischen Kontrolle zu unterwerfen. Mit der Übernahme der Netze kann der notwendige Umbau zu so genannten smart grids (intelligenten Netzen) und zu dezentralen Versorgungsstrukturen konsequent verfolgt werden.

Die drei Vertrauenspersonen der Volksinitiative kommentieren den heutigen Start wie folgt: „Wir hoffen, dass die Hamburgerinnen und Hamburger unser Anliegen breit unterstützen. Wir brauchen mehr dezentrale, klimafreundliche Strukturen und intelligente Netze, sonst werden wir die klimapolitischen Herausforderungen in Hamburg nicht meistern“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.

Theo Christiansen; Hamburg_ost

Theo Christiansen (Foto: KK Hamburg-Ost)

„Die Herrschaft der Energiekonzerne über die Netze hat sich als schädlich für die Verbraucher erwiesen. Alternativen Anbietern wird der Marktzutritt erschwert und von den Verbrauchern werden überhöhte Preise für Strom und Gas verlangt. Netze in öffentlicher Hand sind die Voraussetzung für Wettbewerb im Interesse der Verbraucher und des Klimaschutzes“, stellt Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Hamburg, heraus.

„Die Energieversorgung der Bevölkerung hat existenzielle Bedeutung und gehört damit auch aus kirchlicher Sicht in den Bereich der Daseinsvorsorge. Sie gehört deshalb ähnlich wie die Grundsicherung oder der Zugangs zu Bildung und zur Gesundheitsversorgung nicht in die Hände von Konzernen, die der Logik des shareholder value folgen“, so Theo Christiansen, Vorstand Diakonie und Bildung des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-Ost. 

Die Initiatoren der Volksinitiative wollen bis zum 15. August die notwendigen 10.000 Unterschriften sammeln. Nach gültiger Abgabe der Unterschriften muss die Bürgerschaft innerhalb von vier Monaten dem Anliegen der Volksinitiative zustimmen oder es ablehnen.

Weiter Infos zur Initiative unter www.unser-netz-hamburg.de.

(BUND HH)


 

 

Neues Buch über die Wälder Ostsee:

Umweltstiftung plädiert für Nachhaltigkeit im Ostseeraum
Cover Wald Ostsee

(Ratzeburg/München) - Die Ratzeburger "Ökumenische Stiftung für Umwelt und Nachhaltigkeit" bringt Anfang August den mittlerweile 4. Band ihrer Schriftenreihe der Ratzeburger Sommeruniversität heraus. Diesmal stehen die Wälder der Ostsee im Mittelpunkt des Bandes, an dem sich namhafte Autoren beteiligt haben.

Die Ostsee gilt als größte Drehscheibe des Holzhandels weltweit, noch vor den USA, Kanada und Ostasien. Die Diversifizierung und die Globalisierung des Holzhandels mit ihren immer intensiveren Schutz- und Nutzungsansprüchen an die Wälder der Welt werfen komplexe Probleme auf, die von der Forstwirtschaft alleine ebenso wenig gelöst werden können wie von der wissenschaftlichen Ökologie oder der Politik.

Ausgehend vom tief gründenden Verhältnis des Menschen zum Wald diskutiert das Buch ethische, ästhetische, philosophische und religionswissenschaftliche Aspekte einer natur- und human verträglichen Bewirtschaftung der Wälder, ins besondere jener des Ostseeraums.

Die Beiträge des Bandes stammen von Günter Altner, Sigurd Bergmann, Wilhelm Bode, Klaus Dierßen, Lutz Fähser, Hans D. Knapp, Hans Lenk, Frido Mann, Joachim Radkau, Helmut Schreier u.a.

(oekom/ts)


 

Für umsichtigen Klimaschutz:

Kirchenleitungsausschuss veröffentlicht Stellungnahme zur Biomasse-Nutzung
Schlepper am Maisberg

(Kiel) – Die Kirchenleitung der Nordelbischen Kirche hat unter dem Titel „Energetische Nutzung von Biomasse“ eine Handreichung für die Kirchengemeinden und die Öffentlichkeit zum Thema Produktion von Energie in der Land- und Forstwirtschaft herausgegeben. Das Dokument, das der Umweltausschuss der Kirchenleitung verfasst hat, reagiert damit auf die allgemeine gesellschaftliche Debatte vor allem um die hohe Zahl von Biogasanlagen im Lande. Zugleich kommt sie einem Beratungsbedarf nach, der in letzter Zeit in einigen Kirchengemeinden geäußert geworden war.

Die Broschüre befasst sich mit den Themen Biogas, Holz und Agrartreibstoffen sowie der Nutzung von Getreide zum Heizen. Leitlinie des Papiers ist dabei vor allem die Klimaproblematik. „Der Klimawandel stellt die Weltgemeinschaft vor neue und große Herausforderungen“, erklärt dazu der Vorsitzende der Kirchenleitung, Bischof Ulrich, im Vorwort. Dazu seien viele Maßnahmen notwendig, die aber „gerecht und zukunftsfähig“ zu gestalten seien. Zugleich weist das Papier darauf hin, dass auch die wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum und die Einkommenssituation der Landwirte ein wichtiger Aspekt des Themas seien.

Der Text erklärt in den einzelnen Abschnitten jeweils die Funktionsweise der verschiedenen Energieproduktionen und weist Vorzüge und Nachteile auf. Vor Fehlentwicklungen wird vor allem im Abschnitt über Biogas gewarnt: neben Geruchsbelästigungen und Belastungen durch Transporte werden der Zuwachs an Maisanbauflächen in einigen Regionen und der Umbruch von Grünland kritisch bewertet. Auch bei der Nutzung der Wärme aus den Anlagen müssten Fortschritte erreicht werden. Biogasanlagen brächten demnach einen nennenswerten Beitrag zur Energieversorgung. „Dazu müssen sie allerdings einen wirklichen Beitrag zum Klimaschutz leisten und umsichtig geplant und betrieben werden“, so der Text.

Der Umweltausschuss warnt allerdings davor, die erneuerbaren Energien als Allheilmittel der Klimaproblematik zu sehen: wesentliche Potentiale lägen demnach im Einsparen von Energie und der Energieeffizienz. Die dann noch nötige Energie müsse zukünftig aus den Erneuerbaren kommen.

Das Heft selbst eröffnet bereits die Diskussion über den Text: am Ende liefern der „Bundesverband erneuerbare Energien“, der schleswig-holsteinische Bauernverband und der NABU erste Stellungnahmen teil zustimmender, teils kritischer Art. Ein Glossar mit Erklärungen von Fachbegriffen rundet die Broschüre ab.

Der Text kann im Nordelbischen Kirchenamt (Dezernat für Theologie und Publizistik, Dänische Straße 21-35, 24103 Kiel; theologie.nka@nordelbien.de) angefordert werden und steht hier als Download zur Verfügung.

(NEK/ts)


 

 

21 Routen durch Hamburg:

Radeln für das Klima - Sternfahrt am autofreien Sonntag
Fahrrad

(Hamburg) - Rund 10.000 Radler beteiligten sich am autofreien Sonntag in Hamburg an einer Fahrradsternfahrt durch die Stadt. Auch die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche (NEK) rief zur Beteiligung an der Aktion "Mobil ohne Auto" auf. Bei der Abschluss-Kundgebung am Dammtorbahnhof betonte der Klimaschutz- Beauftrage der NEK, Jan Christensen, die Verantwortung der Kirche beim Umweltschutz. In der gerade gestarteten Kampagne "Kirche für Klima" sollen Kirchengemeinden bei Wärmedämmung und Energie-Einsparung unterstützt werden. Ziel sei es, den Kohlendioxid-Ausstoß in den kommenden fünf Jahren um 25 Prozent zu verringern. Christensen könnte sich auch vorstellen, den Pastoren und Mitarbeitern Dienstfahrräder schmackhaft zu machen.

Auf 21 Touren über Norderstedt, Altona oder Wandsbek folgten die Radler eskotiert von der Polizei der Sternfahrt in die City. An sechs Standorten konnten die Teilnehmer Fahrrad-Gottesdienste besuchen. Wer der Tour über Wilhelmsburg oder Harburg folgte, konnte sogar über die Köhlbrandbrücke im Hafengebiet fahren, die sonst nur für Autos frei gegeben ist. Umfangreiche Sperrungen waren für die Sternfahrt notwendig.

Die Verstaltung in Hamburg wird von einem Miniradler bei der Kundgebung breiten Umweltbündnis organisiert. Die Aktion „Mobil ohne Auto“ geht auf kirchliche Mitarbeitende in der Lutherstadt Wittenberg im Jahr 1981 zurück. Sie ließen in einer gemeinsamen Demonstration ihr Auto stehen, um auf den Zusammenhang zwischen Konsum und Ressourcenverbrauch hinzuweisen.

Die Kirche hat daher ihren festen Platz bei der Fahrradsternfahrt: Die Kirchenkreise Hamburg-Ost und Hamburg-West/Südholstein hatten alle 171 evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Metropolregion Hamburg zur Teilnahme aufgerufen.

Die Nordelbische Kirchenleitung hat dazu aufgerufen, Möglichkeiten zu umweltverträglicher Mobilität auszuprobieren. Die Kampagne "Kirche für Klima" möchte Pastorinnen, Pastoren und Mitarbeitende in der Kirche motivieren, öfter das Rad zu benutzen – und dabei auch die neuen Möglichkeiten elektrisch unterstützter Räder, so genannter Pedelecs, für sich zu entdecken.

Die Einrichtungen der Nordelbischen Kirche sind zudem aufgefordert, überall ihre Fahrrad-Unterstände attraktiver zu gestalten. Darüber hinaus sollen vermehrt Fahrgemeinschaften initiiert werden.

(Mechthild Klein/Stefanie Weiss (www.kirche-hamburg.de)


 

Für mehr Klimaschutz:

Nordelbische Kirche stellt neue Ökostrom-Broschüre vor
Titel Ökostrom

Das Titelbild der neuen Broschüre

(Kiel/Hamburg) - Ihre schon vor einigen Jahren erschienene Broschüre zum Grünen Strom hat die Klimakampagne der Nordelbischen Kirche neu herausgebracht. Damit will die Kampagne noch mehr Gemeinden und Einrichtungen der Kirche, aber auch Gemeindeglieder bewegen, Ihre Stromversorgung künftig klimaneutral zu gestalten.

Das Heft enthält neben Aufklärung darüber, was Grüner Strom ist und wie er "funktioniert" auch Qualitätshinweise für Grünen Strom. U.a. plädiert das Heft dafür, nur solche Anbieter auszuwählen, die sich komplett von der Kohle- und Atomstromproduktion losgesagt haben.

Hinweise gibt es auch zum zentralen Stromeinkauf, der in einigen Kirchenkreisen schon mit großen Zuspruch der Gemeinden organisiert werden konnte. Schließlich stellen sich Stromanbieter in dem Heft vor und klären über ihre Produkte und Preise auf.

Das Heft können Sie hier als pdf-Datei herunterladen oder aber in Papier-Form (gedruckt auf CO2-neutralem Recycling-Papier!) bestellen bei:
Nordelbisches Kirchenamt
Klimakampagne
Dänische Straße 12-35
23103 Kiel
Tel.: 0431/9797-653

Die Broschüre können Sie hier herunterladen!


 

Wasserwoche im Kirchenkreis Hamburg-Ost:

3000 Kita-Kinder aktiv für Klimaschutz
Wasserwoche 2010

(Foto: Petra Steinert)

(Hamburg) - Mit einer von Bischöfin Maria Jepsen gehaltenen Andacht auf dem Vorplatz der St. Petri-Kirche endete heute die Themenwoche „Wasser ist (Über-)Leben – Klimaschutz für kleine Leute“ fröhlich und feierlich. Mehr als 250 Kita-Kinder sammelten am Ende Gelder mit einem Spendenlauf zugunsten eines Trinkwasserprojektes des Vereins Viva con Agua de St. Pauli in Kenia.

Mehr als 3000 Kinder aus rund 60 Kindertagesstätten des Kirchenkreises Hamburg-Ost haben eine Woche lang in ihren Einrichtungen und bei Exkursionen das lebenswichtige Nass erforscht und die Erfahrungen gemacht, dass nachhaltiges Handeln ein hohes Gut ist.

Wo kommt Wasser her? Wo geht es hin, wenn es verdunstet? Wie leben Tiere im Wasser? Warum schwimmen manche Gegenstände auf dem Wasser und andere gehen unter? Warum gibt es in manchen Teilen der Welt Überschwemmungen und in anderen regnet es monatelang keinen Tropfen? Wofür brauchen wir Wasser? Und wie können wir sparsam damit umgehen? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen die Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren in der Woche vom 7. bis 11. Juni auf den Grund.

Bischöfin Maria Jepsen beeindruckt das große Engagement der Kinder und die Ernsthaftigkeit, mit der sie bei der Sache sind: „Diese Kinder wollen verstehen, sie stellen kluge Fragen und fühlen sich ihrer Umwelt und ihren Mitgeschöpfen sehr verbunden. Wenn es um die Bewahrung der Schöpfung geht, können wir viel von ihnen lernen. Ich bin sehr glücklich über dieses erfolgreiche und vorbildliche Projekt des Kirchenkreises Hamburg-Ost!“

„Ich finde es richtig, dass der Kirchenkreis bei Fragen des Umweltschutzes auf die Kleinsten setzt. Mehr als Erwachsene können sich Kinder offen und unvoreingenommen mit einem Thema beschäftigen. Und so entwickeln sie frühzeitig ein Bewusstsein für die Umwelt“, sagt Staatsrat Dr. Stephan Hugo Winters von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, der die über 250 anwesenden Kinder bei der Petri-Kirche begrüßte.

Die Themenwoche gibt viele Anregungen für weiterführende Umweltpädagogik in den Kindertagesstätten. Erzieherin Marzena Krawzyk von der Kita Theodor-Wenzel-Haus in Hummelsbüttel hat beobachtet: „Die Kinder denken beim Thema Wasser jetzt nicht mehr nur an Schwimmbad oder Händewaschen, sondern auch an Wassertiere in Tümpeln, Seen und Bächen und an Wasserknappheit in manchen Teilen der Welt.“ Sie ist sicher: „Das Wasserwochen-Lied, das eigens für diese Woche komponiert wurde, werden wir weiter singen. Und wir Erzieherinnen nutzen die Wasserwochen-Materialsammlung auch zukünftig für unsere Arbeit.“

Für 2012 ist die nächste Kita-Woche zum Thema „Sonne“ geplant. Der Kirchenkreis Hamburg-Ost ist Träger von 120 evangelischen Kitas.

(Kirchenkreis Hamburg-Ost)


 

 

Mission Klima:

134. Jahresfest in Breklum zum Klimawandel
 Logo KircheFuerKlima

Logo der neuen Klimakampagne der NEK

(Breklum) - Beim diesjährigen Jahresfest der Ökumene im nordfriesischen Breklum dreht sich alles ums Klima. Im Zentrum steht die Eröffnung der nordelbischen Klimakampagne durch Hamburgs Bischöfin Maria Jepsen. Aber auch die Workshops, Ausstellungen und Gottesdienste stehen unter dem Motto „… und siehe, es WAR sehr gut…“. Das Fest vom 18. bis zum 20. Juni wird von vier kirchlichen Organisatoren gemeinsam getragen: dem Nordelbischen Missionszentrum (NMZ), dem Evangelischen Regionalzentrum Westküste, dem Christian Jensen Kolleg und der Kirchengemeinde Breklum. „Wir werden in Breklum bereits zum 134. Mal feiern“, sagte der Direktor des Nordelbischen Missionszentrums, Klaus Schäfer.

Bischöfin Maria Jepsen wird die von der Kirchenleitung beschlossene Klimakampagne am Samstagvormittag, den 19. Juni, starten. „Es handelt sich hier um eine alle Gemeinden, Dienste und Werke angehende Aktion, die zu einem neuen Bewusstsein und einer Veränderung unseres Lebensstils beitragen will“, erläutert Schäfer. „Die Bewahrung der Schöpfung ist ein zentrales Thema für uns als Christen“, betont er weiter.

Zu dem Jahresfest werden traditionell Mitglieder der Partnergemeinden in Übersee eingeladen. „Wir freuen uns auf etwa 40 ökumenische Gäste, zum Beispiel aus Tansania, Kenia, Lateinamerika oder Estland“, so Pastor Andreas Schulz-Schönfeld vom NMZ in Breklum. Als einen der prominentesten Gäste aus Übersee nennt er Baramite Kirata von der Pazifik-Insel Kiribati. „Er ist voll im Thema und unmittelbar betroffen vom Klimawandel“, erläutert Schulz-Schönfeld. Kirata wird gemeinsam mit Karsten Smid von Greenpeace Deutschland, Hartmut Euler aus den schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium und Jan Christensen, dem Leiter der Klimakampagne, an einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Welt-Klima-Wandel – Wege in eine gemeinsame Zukunft!?“ teilnehmen.

Ab dem späten Vormittag präsentieren sich Gruppen und Organisationen mit ihren Ideen zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit in einem Weltdorf. Auch Anbieter von erneuerbaren Energien werden mit Ständen vertreten sein, außerdem Firmen und Institutionen über Technologien informieren. Referenten des Missionszentrums und der Umweltpastor Nordelbiens, Thomas Schaack, werden Workshops zu den Folgen des Klimawandels anbieten.

Kinder werden ab Samstagmorgen kompetent betreut: Sie können spielen, basteln, musizieren, ihnen wird vorgelesen und es ist eine Hüpfburg aufgebaut. An Buffets können sich die Besucher mittags, nachmittags und abends versorgen. Ausklingen wird das Jahresfest am Sonntag mit Gottesdiensten in ganz Nordfriesland. Zahlreiche Gemeinden haben Referenten als Gastprediger eingeladen, um sich auch vor Ort mit dem Thema Klimagerechtigkeit auseinanderzusetzen.

(nmz)


 

Golf von Mexiko:

Umweltbeauftragter warnt vor grenzenloser Ausbeutung der Weltmeere
Mallorca Fische

Auf dem Fischmarkt (Foto: Thomas Schaack)

(Hamburg/Hannover) - Der Sprecher der Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Thomas Schaack, warnt vor der Ausbeutung der Meere. "Was wir derzeit im Golf von Mexiko erleben, ist keine Antwort der Natur an uns, sondern ein Blick in den Spiegel, der die hässliche Fratze unserer Gier zeigt."

Auch der Niedergang der Fischbestände und der Wettlauf in den Polargebieten um neue Rohstoffquellen seien Zeichen der hemmungslosen Ausbeutung, schreibt der Umweltpastor der Nordelbischen Kirche in der zum Wochenende in Hamburg und Hannover erscheinenden ""Evangelischen Zeitung".

"Die Meere werden weltweit intensiv genutzt. Wenn sie nicht ausgeräubert werden, dienen sie als Müllhalde", so Schaack. Einer UN-Studie zufolge würden sich in einem Quadratkilometer Meeresfläche 13.000 Plastikteile befinden.

Die Wissenschaftsjournalistin, Regisseurin und Meeresexpertin Sarah Zierul sagte der Zeitung, die Ozeane spielten eine völlig unterschätzte Rolle für das Klima, die Artenvielfalt und die Nahrungskette. Größte Gefahr sei zur Zeit die Fischerei. "Lange Zeit galt das Meer als unerschöpflich. Nun sind zahlreiche Fischarten vom Aussterben bedroht oder bis an ihre Bestandsgrenzen befischt."

Auch Wochen nach dem Unfall im Golf von Mexiko sei die Situation nicht unter Kontrolle, erläuterte Zierul. "Dies macht deutlich, wie fahrlässig und sorglos Konzerne und Behörden bisher mit ihrem Vorstoß in die Tiefsee umgegangen sind - allerdings nicht nur im Golf von Mexiko." Forscher fürchteten, dass sich dort die Ölpest langfristig auf das gesamte Ökosystem und damit auch auf den Menschen auswirken werde.

(Text: NEK/Evangelische Zeitung)


 

Die Elbe in Zelophan verpacken?

Konzept für Elbekirchentag steht!
Elbe bei Meißen

Die Elbe bei Meißen (Foto: Thomas Schaack)

Der Hitzackeraner Bürgermeister Dr. Karl-Heinz Jastram lädt gemeinsam mit Pastor Jens Rohlfing Elbanrainer von der Quelle in Tschechien bis zur Mündung bei Cuxhaven ein, Zukunftsbilder für die Elbe zu gestalten. Der Elbekirchentag soll eine Plattform für Information, Austausch und Diskussion bieten und damit ein Beitrag zu protestantischer Diskussionskultur sein. „Wir wollen dafür sorgen, dass unterschiedliche Auffassungen respektiert und gegenseitig gehört werden. Vielleicht muss man Verschiedenheiten aushalten - vielleicht werden aber auch eingefahrene Gleise aufgebrochen...“, sagt der Lüchow-Dannenberger Superintendent Stephan Wichert-von Holten.

Die unterschiedlichen Positionen der eingeladenen Experten, die am Sonntag ab 13 Uhr in der Kirche Ihre Impulse geben möchten, unterstreichen dieses Konzept. Das Bundesverkehrsministerium ist mit Staatssekretär Enak Ferlemann, der eine forcierte Fortsetzung der Baumaßnahmen an der Elbe fordert, genauso vertreten wie die Umweltverbände - repräsentiert durch Prof. Dr. Hubert Weiger, den kürzlich mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichneten BUND-Vorsitzenden. Die Wissenschaft vertritt Prof. Dr. Manfred Stock vom Potsdamer Klimafolgenforschungsinstitut, der über die aktuellen Wasserstandsprognosen für die Elbe berichten wird.

Auf dem Elbe-Kirchentag in Hitzacker werden auch die verschiedenen kirchlichen Resolutionen zum Erhalt der Flusslandlandschaft Elbetal vorgestellt. Seit Jahren fordern z.B. die Hannoversche und Anhaltinische Landessynode sowie die Evangelische Kirche Deutschlands ein Moratorium zum Elbeausbau. Die Bundesregierung müsse endlich ein Gesamtkonzept hierfür mit allen beteiligten Interessengruppen erstellen. Dennoch würden auch hier entlang der sogenannten Reststrecke zwischen Dömitz und Hitzacker durch zahlreiche Unterhaltungsmaßnahmen an den Buhnen der geplante Ausbau der Elbe auf eine durchgängige Fahrrinnentiefe von ganzjährig 1,60 m ohne die notwendigen Umweltverträglichkeitsprüfungen vorangetrieben.

Die zahlreichen Besucher des Elbekirchetages aus Tschechien und allen Landeskirchen und Bundesländern an der Elbe von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen, Hamburg und Schleswig- Holstein erwartet an diesen beiden Tagen in der kleinen niedersächsischen Fachwerkstadt ein vielfältiges Programm zum Thema „Elbe“ mit Spiel, Spaß, Musik, Informationen, Andachten, Begegnungen und Gesprächen an Fluss für Jung und Alt. Auf einem „Markt der Möglichkeiten“ rund um die Kirche und entlang der neuen Elbpromenade in Hitzacker stellen sich nach dem Vorbild der Deutschen Evangelischen Kirchentage verschiedene Gruppen mit ihrem Engagement für die Elbe dar.

Was genau am 12. und 13. Juni 2010 in Hitzacker allen Elbefreunden angeboten wird, findet man im Internet unter www.Elbekirchentag.de oder auf einem Handzettel und einem Plakat, das die Organisatoren jetzt der Presse vorstellten. Beides kann ab sofort bei der Kirchengemeinde Hitzacker angefordert werden (Tel: 05862-8711). Karten für das Elbkinderland-Konzert mit Rolf Zuckowski und mehreren Kinderchören am 12. Juni 2010 ab 15 Uhr auf der kleinen Elbeinsel vor der Hitzackeraner Altstadt gibt es an den üblichen Vorverkaufsstellen. Der Vorverkauf für die abendliche Riverboat-Shuffle auf der MS „Elbestar“ mit dem "Schnulzenquartett“ am Samstagabend findet im Kirchenbüro Hitzacker statt.

Einen Programm-Flyer für den Elbekirchentag können Sie hier herunterladen!


 

Moratorium bekräftigt:

Nordelbische Äcker weiterhin gentechnikfrei
Mais

(Kiel) Gentechnisch veränderte Pflanzen sollen nicht auf Ländereien der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche angebaut werden.

Die Kirchenleitung bekräftigte auf ihrer jüngsten Sitzung, dass sie den Kirchengemeinden gegenwärtig empfiehlt, gegenüber Pächtern ein Anbauverbot für gentechnisch veränderte Organismen auszusprechen. In Pachtverträge sollten entsprechende Klauseln aufgenommen werden. „Obwohl diese Technologie und die entsprechenden Produkte seit nunmehr 10 Jahren in der Anwendung sind, bestehen nach heutigem Wissensstand noch viele ungeklärte Fragen“, erklärte Bischof Gerhard Ulrich, der Vorsitzende der Nordelbischen Kirchenleitung.

Bereits 2006 hatte sich die Nordelbische Kirchenleitung in einem Beschluss dafür ausgesprochen, zunächst bis zum 31. Dezember 2011 kein gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzengut auf kirchlichen Ländereien zuzulassen. Die Verlängerung dieses Moratoriums wird gegenwärtig geprüft. Bislang steht der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen nach Angaben des nordelbischen Umweltpastors Dr. Thomas Schaack allerdings in Hamburg und Schleswig-Holstein kaum zur Debatte.

(Thomas Kärst/NEK)


 

Kirche auf dem Rad:

Gemeinden laden zu Fahrradandachten ein
Fahrrad

(Hamburg) - Am 20. Juni wird der jährliche Tag "Mobil-ohne-Auto-Tag" in Hamburg begangen. Diverse Verbände laden an diesem Tag zusammen mit der Stadt Hamburg zu einer Fahrradsternfahrt im Raum Hamburg ein. An verschiedenen Punkten der Strecke bieten Hamburger Gemeinden Andachten für die Sternfahrer an - um sich dann auf den Weg zum zentralen Treffpunkt aller Radlerinnen und Radler in der Innenstadt aufzumachen.

Auf der Seite www.fahrradsternfahrt.info bieten die Organisatoren eine Karte aller Routen und Zeiten an, in der in diesem Jahr erstmals auch die Orte für die Fahrradandachten verzeichnet sind. Kleine violette Kirchen weisen den Weg dahin. Die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen wird selbst an der Andacht in der Niendorfer Marktkirche beteiligt sein.

Die Nordelbische Kirche wird dies die erste große Aktion im Rahmen ihrer auf drei Jahre angelegten Kampagne "Kirche für Klima" sein. Die Kampagne wird am Tag zuvor im nordfriesischen Breklum ebenfalls von Bischöfin Maria Jepsen eröffnet werden. Mit der Kampagne will die Nordelbische Kirche ihr Engagement für den Klimaschutz und weltweite Klimagerechtigkeit intensivieren. Dazu hat sich selbst deutliche Einsparziele gesetzt und will für die Gefahren des Klimawandels sensibilisieren und mit anderen nach Lösungen suchen.

Für die Andachten stehen jetzt auch erste liturgische Materialien als Anregung zur Gestaltung zur Verfügung. Sie werden in den kommenden Wochen weiter ergänzt werden.

(ts)


 

Resolution:

Umweltbeauftragte kritisieren Bio-Patente
Acker pflügen

(Hamburg) - Die Umweltbeauftragten der evangelischen Landeskirchen und des Rats der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) fordern eine Neufassung der EU-Richtlinie zu Patenten an Pflanzen und Tieren.

Während eine technische Erfindung durchaus unter das Patentrecht fallen könne, dürfe dies für Lebewesen nicht gelten, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Abschlussresolution der Frühjahrstagung in Ammersbek (bei Hamburg).

Es gehe mittlerweile nicht mehr um den Schutz einzelner Erfinder, sondern um die Kontrolle des Saatgut- und Lebensmittelmarktes. Eine solche Entwicklung führe zu bedenklichen Monopolen in der Landwirtschaft, Züchtung und Ernährung.

(epd)

Die Resolution finden Sie in voller Länge hier!


 

 

Schlange stehen für eine Energiewende :

Nordelbische Kirche beteiligt sich an der Anti-Atom-Kette
AKW nee

(Hamburg) - Wenn sich am 24. April um 14.30 Uhr die Anti-Atom-Kette in und um Hamburg schließen wird, dann werden auch einige kirchliche Vertreterinnen und Vertreter dabei sein. Im Bereich der Mönkebergstraße werden sich Bischöfin Maria Jepsen und Vertreterinnen des Kirchenkreises Hamburg-Ost in der Nähe des Vattenfall-Centers in die Kette einreihen.

Im Raum Pinneberg wird sich ebenfalls Propst Thomas Drope mit seiner Familie der Kette anschließen. Aus Flensburg reist mit dem Bus Pröpstin Carmen Rahlf an, die sich in den letzten Monaten in Veranstaltungen und Aufrufen wiederholt gegen eine Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke ausgeprochen hatte.

Das Diakonische Werk Hamburg West hat in dieser Woche ebenfalls die Menschenkette unterstützt und die Menschen zum Mitmachen aufgerufen. In einem Beschluss dazu heißt es: "Eine Laufzeitverlängerung über die Anfang des Jahrtausends von der damaligen Bundesregierung festgelegte Restlaufzeit hinaus würde das Risiko für weitere Jahrzehnte verlängern. Mit unseren diakonischen Einrichtungen sehen wir uns dem seelischen und körperlichen Wohl der Menschen verpflichtet".

Schon vor Monaten hatten der Nordelbische Umweltbeauftragte Dr. Thomas Schaack und der Kirchenkreis Hamburg Ost das Projekt unterstützt. Sie beziehen sich dabei u.a. auf eine Reihe von Beschlüssen der Synode der EKD, die wiederholt vor einer Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke gewarnt hatte. Die Evangelische Kirche in Deutschland wird bei der großen Abschlussveranstaltung ab 15.30 Uhr auf dem Podium vor dem AKW Brunsbüttel durch Katrin Göring-Eckardt (Präses der Evangelischen Kirche Deutschlands) prominent vertreten sein.

Nähere Infos zur Menschenkette gibt's hier: http://www.anti-atom-kette.de.

(ts)


 

Neue Webseite zum Thema Kohlekraft:

Alles über Kohle
Aktionslogo des Kohleprotests

(Berlin) - „Der Protest gegen neue Kohlekraftwerke in Deutschland hat sich inzwischen an jedem der geplanten Kraftwerksstandorte gut organisiert und wird immer professioneller und erfolgreicher,“ so das Resultat einer Untersuchung der Klima-Allianz, einem breiten gesellschaftlichen Bündnis von über 100 Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Entwicklung, Kirche, Jugend, Verbraucherschutz, Gewerkschaften und anderen. Die Ergebnisse ihrer Analyse veröffentlichte die Klima-Allianz auf der neuen Internetseite www.kohle-protest.de.

Neben den „Erfolgsgeschichten“ der bereits 13 aufgegebenen bzw. verhinderten Kohlekraftwerksprojekte untersuchte die Klima-Allianz für jeden der derzeit geplanten 24 Kohlekraftwerks-Standorte die anstehenden Vorhaben, die lokale politische Situation und den Protest vor Ort. „Neue Kohlekraftwerke haben in Deutschland keinen gesellschaftlichen Rückhalt und werden von immer mehr Menschen quer durch alle gesellschaftlichen Schichten abgelehnt“, so Daniela Setton, Energie-Expertin bei der Klima-Allianz. „Dies erklärt auch, warum sich so viele Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen teils über Jahre hinweg gegen Kohlekraftwerks-Neubauten engagieren.“ Die Bedeutung des Anti-Kohleprotests für den Klimaschutz könne dabei gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn dieser entscheide in Deutschland mit darüber, ob effektiver Klimaschutz und eine Energiewende gelingen werden. Die Klima-Allianz fordert ein Moratorium für den Bau neuer Kohlekraftwerke, um den Aufbau einer klimaverträglichen Energieversorgung nicht zu behindern. Neue Kohlekraftwerke würden 40 Jahre lang laufen und damit alle längerfristigen Klimaschutzziele sabotieren.

„Mit der Website wollen wir auch zeigen, wie stark, vielfältig, einfallsreich und hartnäckig der Protest gegen neue Kohlekraftwerke in Deutschland ist“ sagt die Energie-Expertin. Dies zeigten allein die in den letzten Jahren erzielten Erfolge. „Durch verhinderte bzw. aufgegebene Kohlekraftwerke konnten in Deutschland seit 2007 bereits klimaschädliche CO2-Emissionen in Höhe von etwa 70 Millionen Tonnen jährlich vermieden werden. Die Mehrzahl dieser Planungen kippte aufgrund des öffentlichen Protests.“

Mit der Website gibt es im Internet erstmalig ein umfassendes Informationsportal rund um das Thema Neubau von Kohlekraftwerken und Proteste dagegen in Deutschland. Neben den Informationen zu den Kohlekraftwerks-Standorten – u.a. auf einer interaktiven Kohlekarte -  bietet www.kohle-protest.de auch umfangreiche Hintergrundinformationen rund um das Thema Kohlekraftwerksneubauten in Deutschland: z.B. zu den rechtlichen und politischen Möglichkeiten des Anti-Kohleprotests, zu den Unternehmen, die neue Kohlekraftwerke bauen wollen und den wichtigsten Argumenten gegen neue Kohlekraftwerke. „Egal ob man wissen will, wo in Deutschland gegen neue Kohlekraftwerke geklagt wird, ob man eine rechtliche Frage zu den Genehmigungsverfahren hat oder einfach nur auf der Suche ist nach Möglichkeiten, selbst gegen Kohlekraftwerke aktiv zu werden – bei uns findet man dazu gebündelt Informationen", erklärt Setton. Zudem sind auf dem Internet-Portal die aktuellsten Nachrichten und Meldungen rund um Kohlekraftwerksprojekte und den Protest dagegen zu finden.

(Text: klimaallianz)


 

FÖJ-Appell zur Mitfinanzierung:

139 Einsatzstellen in Schleswig-Holstein
Logo FÖJ

(Kiel) - Für den neuen Jahrgang des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) sind in Schleswig-Holstein bislang 139 Einsatzplätze finanziell gesichert. Umweltministerin Juliane Rumpf (CDU) in Kiel hingewiesen. Im Jahrgang 2008/2009 hatte es noch 150 Stellen gegeben. Rumpf rief Unternehmen, Institutionen, Stiftungen und kommunale Einrichtungen dazu auf, sich angesichts knapper Landesfinanzen am Öko-Jahr zu beteiligen.

Hintergrund sind die vom Land beschlossenen Kürzungen von 1,24 Millionen Euro auf jetzt eine Million Euro und auf 800.000 Euro für die nächsten Jahrgänge.

Erst jüngst hatte die Nordelbische Kirche an die CDU-FDP-Landesregierung appelliert, auf die Einsparungen zu verzichten.

FÖJ-Träger sind die Betreuungsstelle beim Jugendpfarramt der Nordelbischen Kirche und fünf Naturschutzverbände an der Westküste. Die Kirche steuerte bislang 50.000 Euro pro Jahrgang bei. In den vergangenen 19 Jahren haben über 1.500 junge Menschen das FÖJ absolviert.

Nach den Worten von Rumpf könnten zur künftigen Mitfinanzierung beispielsweise Patenschaften übernommen werden. Darüber hinaus ist geplant, dass private und öffentliche Unternehmen, Institutionen und Kommunen auch selbst FÖJ-Einsatzstellen ohne Förderung des Landes einrichten können. Die dafür nötigen Änderungen in der FÖJ-Konzeption werden zurzeit erarbeitet.

Hier gibt´s Infos für InteressentInnen:
Fachreferat des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
Brigitte Varchmin
Telefon 0431 - 988-7326

Anfragen direkt beim FÖJ-Träger:
FÖJ Betreuungsstelle Koppelsberg
Telefon 04522 - 507-160 oder:

Trägergemeinschaft FÖJ Wattenmeer
Telefon 04841 - 668548.

(epd)


 

 

Fledermausherberge für schöpfungsbewusste Kirchen:

Fliegende Untermieter in Hamburg
Fledermaus

(Foto: Sabine Geißler - pixelio.de)

Hamburg - An der Fassade der evangelischen St. Pauli-Kirche nahe der Hamburger Reeperbahn soll am Montag (29. März) die erste Fledermaus-Herberge des Stadtteils aufgehängt werden. Ein Projekt der "ökumenischen Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit" gab den Anstoß dazu.

Kirchen seien traditionell Heimat für Fledermäuse gewesen, teilte die Deutsche Wildtier Stiftung als Initiatorin am Donnerstag mit. Gemeinsam mit der Ökumenischen Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit wolle man möglichst viele Kirchengemeinden anregen, den "obdachlosen Nachtschwärmern mit einer Unterkunft zu helfen".

Laut Wildtier Stiftung leben von weltweit rund 750 Fledermausarten 22 Arten in Deutschland. Alle stünden auf der Roten Liste und seien vom Aussterben bedroht.

Mehr dazu der ökumenischen Stiftung ...

(epd/ts)


 

Klimaallianz gestärkt:

Starkes Bündnis für den Klimaschutz bis 2013 verlängert!
Logo Klimaallianz

(Hannover) - Die Klima-Allianz, ein breites gesellschaftliches Bündnis aus über 100 Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Entwicklung, Kirche, Verbraucherschutz und Gewerkschaften, wird seine erfolgreiche Arbeit bis 2013 gestärkt fortsetzen. Dies hat die Mitgliederversammlung der Klima-Allianz unter Beteiligung auch des nordelbischen Vertreters Pastor Jan Christensen auf ihrer gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen. Das Mandat der vor drei Jahren gegründeten Klima-Allianz sollte ursprünglich Ende 2009 auslaufen.
 
"Wir wollen der Öffentlichkeit, den Medien und der Politik vermitteln, dass Klimapolitik mehr als Umweltpolitik und weiterhin dringend notwendig ist", sagt Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forum Umwelt und Entwicklung und Mitglied des Sprecherrates der Klima-Allianz. "Bei unseren Themenschwerpunkten: Verhinderung neuer Kohlekraftwerke, zukunftsfähige Energiepolitk und Klimagerechtigkeit wollen wir mit unserem breiten gesellschaftlichen Bündnis den öffentlichen Druck auf die Politik noch weiter erhöhen."

Dass der Klimaschutz aktueller und dringender ist denn je, zeigt die derzeitige Politik der Bundesregierung: Deutschland muss seinen Treibhausgasausstoß bis Mitte 2050 um 95 Prozent verringern. "Und was macht die Bundesregierung? Sie will Klimaschutzgelder für die Ärmsten der Armen mit der Entwicklungshilfe verrechnen und hält am Kohlestrom, der klimaschädlichsten Art der Energieerzeugung, fest", so Maier.
 
Um die Schlagkraft der Klima-Allianz zu verbessern, beschloss die Mitgliederversammlung zudem, die finanziellen und personellen Ressourcen für das Koordinationsbüro zu verstärken. "Damit können wir noch besser das enorme Expertenwissen unseres Bündnisses in die Arbeit einbinden und den rund 30 Millionen Spendern, Förderern und Mitgliedern eine Stimme geben", erklärt Bernd Bornhorst, Leiter der Abteilung Entwicklungspolitik bei Misereor und Mitglied des Sprecherrates der Klima-Allianz.
 
Ein genauer Arbeits- und Finanzplan für 2010 soll nun ausgearbeitet werden. Inhaltlich wird in den nächsten Wochen und Monaten auch das für den Herbst angekündigte Energiekonzept der Bundesregierung im Mittelpunkt der Arbeit der Klima-Allianz stehen. "Wir werden zeigen, dass eine Energiewende machbar ist", so Bornhorst. "Denn ein 'Weiter so' darf es auf keinen Fall geben!"

Die Nordelbische Kirchenleitung ist im April 2009 der bundesweiten Klimaallianz - wie viele andere Landeskirchen - beigetreten. Schon zuvor waren der Kirchenkreis Hamburg-Ost und das Nordelbische Missionszentrum Mitglieder in diesem Bündnis geworden.

(klimaallianz/ts)


 

Resolution:

Nordelbische Kirche fordert Erhalt des Freiwilligen Ökologischen Jahres
FÖJ-Logo

(Rendsburg) - Die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche hat an das Land Schleswig-Holstein appelliert, auf Einsparungen beim Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) im jetzt geplanten Umfang zu verzichten.

Die kurzfristige Kürzung der Landesmittel von 1,24 Millionen auf 1 Million Euro für den nächsten Jahrgang und auf 800 000 Euro für die Folgejahrgänge treffe die Träger „sehr schwer“, heißt es in einer Resolution, die am Sonnabend (27. Februar) ohne Gegenstimmen auf der Nordelbischen Synode in Rendsburg verabschiedet wurde. Zwar habe die Nordelbische Kirche Verständnis dafür, dass die Landesregierung angesichts der Haushaltslage in vielen Bereichen Gelder kürze, sagte Kerstin Möller, Leiterin des Hauptbereichs Frauen, Männer und Jugend. „Aus unserer Sicht sind aber die Kürzungen beim FÖJ besonders heftig ausgefallen.“

Bereits eine Kürzung um eine Million Euro bedeute eine 150-Prozentige Erhöhung des Einsatzstellenbeitrages und eine Senkung der Zuschüsse an die Teilnehmenden. Trotz dieser großen Anstrengungen ließen sich bei den neuen Kürzungsplänen die 150 Plätze im FÖJ nicht in diesem Umfang aufrechterhalten. „In den letzten 19 Jahren haben über 1 500 Freiwillige das FÖJ in kirchlicher Trägerschaft durchlaufen“, sagte Kerstin Möller. Das lege in den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Grundstein für weiteres ehrenamtliches Engagement. Auch konnten die Einsatzstellen bei Natur-, Umwelt- und Jugendverbänden sowie bei kirchlichen Einrichtungen durch den Freiwilligendienst zusätzliche Bildungsangebote für nachhaltige Entwicklung schaffen, die mehrere hunderttausend Menschen im Jahr erreichen.

„Wir bitten das Land daher dringend, die Förderung nicht noch weiter herunterzuschrauben und in Zukunft mindestens eine Million Euro für das Freiwillige Ökologische Jahr zur Verfügung zu stellen“, heißt es in der Resolution. Durch die Einwerbung von Spenden und Sponsorengelden solle versucht werden, in künftigen Jahren weiterhin 150 Plätze im FÖJ zu ermöglichen

(Pressestelle NEK/tk)


 

 

Deutscher Kirchentag:

Wettbewerb "klimafair 2010"
Banner Kirchentag Dresden

(Dresden) - Mit dem Wettbewerb klimafair 2010 will der Kirchentag dazu anregen, den Alltag der Gemeinden und Einrichtungen nachhaltig klimafreundlicher zu gestalten und Gemeindeglieder und Mitarbeitende für das Thema zu sensibilisieren.

Mit rund 22.000 Gemeinden und 57.000 weiteren Einrichtungen sind die evangelischen Kirchen und ihre Diakonischen Werke einer der großen Energieverbraucher in Deutschland. 2008 beschloss die zehnte Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, die CO2-Emissionen der Landeskirchen bis 2015 um 25 Prozent zu reduzieren. Ein ehrgeiziges Ziel, das nur durch gemeinsames Handeln aller erreicht werden kann. Mit dem Wettbewerb klimafair 2010 will der Kirchentag deshalb dazu anregen, den Alltag der Gemeinden und Einrichtungen nachhaltig klimafreundlicher zu gestalten und Gemeindeglieder und Mitarbeitende für das Thema zu sensibilisieren.

Bei klimafair 2010 geht es darum, mit Aktionen das Problem Klimaveränderung zu thematisieren. Es sollen Wege gezeigt werden, wie sich das Gemeindeleben bzw. die Arbeit einer kirchlichen Einrichtung so organisieren lässt, dass weniger Emissionen von Treibhausgasen entstehen. Eingereicht werden können schriftliche oder grafische Darstellungen, Foto- oder Videodokumentationen.

Attraktive Preise winken denen, die ein gutes Projekt einreichen. Anmelden können sich kirchliche Gemeinden, Einrichtungen und Werke für den Wettbewerb bis 31. Mai 2010. Eingereicht werden müssen die Beiträge spätestens bis 31. August 2010. Näheres dazu erfährt man auf dieser Seite oder aber, wenn man den Flyer herunterlädt.


 

"Hortus oecumenicus":

Netzwerk will alte Pfarrgärten neu beleben
Fingerhut im Garten

(Schwerin/Ratzeburg) - Pfarrgärten in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sollen stärker ins kirchliche und öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

Mit diesem Ziel hat die 2008 gegründete Ökumenische Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit für Sonnabend zu einem Studientag nach Schwerin eingeladen.

Bislang seien 40 Kirchengemeinden, Planungsbüros, Vereine und Einzelpersonen Mitglied des Gartennetzwerks "Hortus Oecumenicus", teilte die Stiftung auf Anfrage in Ratzeburg (Schleswig-Holstein) mit. Die meisten von ihnen stammten aus Mecklenburg-Vorpommern, hieß es weiter. Geplant sei, in diesem Jahr auf 100 Mitglieder zu kommen.

Das Netzwerk verfolgt derzeit zum einen das Ziel, "Gärten der Stille" zu schaffen, die der Erholung, Einkehr, Seelsorge und Meditation dienen. Zum anderen soll, ausgehend von der Region Hamburg, bis 2013 eine ökumenische Gartenroute entwickelt werden, die ausgewählte Liegenschaften verbindet und "Gästen jene Vielfalt, Lebensfreude und Erbauung vermittelt, die nur ein lebendiger Garten vermitteln kann".

Geplant ist auch, im Frühjahr erstmals besondere Pfarrgärten zu zertifizieren. Bislang stünden dafür ein Areal in Hamburg sowie ein privat genutzter ehemaliger Pfarrgarten im mecklenburgischen Qualitz bei Bützow (Kreis Güstrow) zur Verfügung.

Mohnblumen im Garten

Viele kirchliche Gärten seien heute vernachlässigt und vergessen, hieß es weiter. Deshalb wolle das Gartennetzwerk den Reichtum der kirchlichen Gartenkultur neu entdecken, der sich aus verschiedenen Traditionen speise. Dazu gehörten die seit dem Mittelalter kultivierten Klostergärten, aber auch die Pfarrgärten, wie sie als erste Martin und Katharina Luther bewirtschaftet hätten.

Hinzu kämen die seit dem 19. Jahrhundert zunehmend parkartig gestalteten Friedhofsgärten. Viele kulturhistorisch bedeutsame Gärten hätten sich auch zu ökologischen Nischen entwickelt, in denen alte Apfel- oder Rosensorten überlebten. "Pfarrbauern" seien einmal Pioniere in der Obst- und Gemüsezucht gewesen. Heute interessiere der Garten "eher als Naherholungsgebiet für Körper, Geist und Seele".

(epd)


 

Kirche im Winter:

Umweltpastor rät zu Winterkirchen-Gottesdienst
Kirche im Winter

Kiel (epd). Angesichts des anhaltenden Winterwetters rät der Umweltbauftragte der Nordelbischen Kirche, Pastor Thomas Schaack, den Kirchengemeinden, Gottesdienste von der Kirche ins Gemeindehaus zu verlegen.

Mit diesen "Winterkirchen" könnten viel Energie und Heizkosten gespart werden, sagte Schaack dem epd. "Das tut dem Klima gut und dem Portemonnaie." In der evangelischen Kirche in Hamburg und Schleswig-Holstein gibt es rund 800 evangelische Kirchen und Kapellen sowie 700 Gemeindehäuser.

Nach Schaacks Angaben gibt es auch "Winterkirchen" als abgeteilte Räume in größeren Kirchen. "Der Umgang mit Energie hat bei unseren historischen Kirchen aber noch einen ganz anderen Aspekt", sagte er. Die Bausubstanz und die Kunstwerke in den Gotteshäusern litten erheblich, wenn nicht richtig geheizt wird. Zu hohe Temperaturen - es sind offiziell in Kirchen nicht mehr als 16 Grad erlaubt - oder zu schnelles Erwärmen und eine zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit durch falsches Heizen könnten Kirchen und ihre historischen Kunstwerke stark beschädigen. Auch die Orgeln seien gefährdet.

Viele von Nordelbiens historischen Kirchen wurden jahrhundertelang gar nicht beheizt, erklärte der evangelische Theologe. Erst im 19. Jahrhundert kamen die ersten Kirchenheizungen auf. Die hohen Räume richtig zu beheizen, sei eine Kunst. Gottesdienstbesucher sollten Verständnis dafür haben, "dass die Kirchen im Winter nicht die Wohlfühltemperaturen wie zu Hause das Wohnzimmer bieten können", so Schaack. Auch der Umweltexperte der hannoverschen Landeskirche, Reinhard Benhöfer, hatte jüngst zu "Winterkirchen" in Gemeindehäusern geraten.

(epd)


 

Appell an Merkel:

Beim Klimaschutz nicht locker lassen - Auch Nordelbiens Bischöfe sind Unterzeichner
Appell

(Frankfurt a. M./Hamburg/Kiel) - Spitzenvertreter der evangelischen und katholischen Kirche, Vertreter der Wirtschaft, Wissenschaftler, Gewerkschafter und Umweltaktivisten stärken Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Start in die entscheidende Verhandlungsphase beim Weltklimagipfel in Kopenhagen den Rücken.

In einem am Montag im Düsseldorfer "Handelsblatt" veröffentlichten Appell fordern die 71 namentlichen aufgeführten Unterzeichner die deutsche Regierungschefin auf, "nicht locker zu lassen, bis sichergestellt ist, dass sich die Regierungen in Kopenhagen auf ein rechtlich bindendes und ratifizierbares Abkommen einigen".

Zu den Unterzeichnern gehören der Vorsitzende der nordelbischen Kirchenleitung und evangelische Bischof für Schleswig und Holstein, Gerhard Ulrich, die Bischöfin für Hamburg und Lübeck, Maria Jepsen, und der katholische Hamburger Erzbischof Werner Thissen. Weiter haben Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von "Brot für die Welt", Welthungerhilfe-Präsidentin Bärbel Dieckmann, der Musiker Thomas D. sowie der Präsident des Bundesverbandes Windenergie, Hermann Albers, den Appell unterzeichnet.

Für Deutschland sei der Einsatz beim Klimaschutz eine "moralische Verpflichtung", die sich aus den bislang ausgestoßenen Treibhausgasen ableite. "Zum anderen legt schon ökonomische Vernunft nahe, entschieden zu handeln", heißt es in dem Aufruf: "Ein ehrgeiziges und rechtlich verbindliches Abkommen bedeutet gerade für Deutschland enorme Export- und Arbeitsplatzchancen."

Die Unterzeichner fordern die Bundesregierung auf, zur Unterstützung armer Länder beim Klimaschutz bis 2020 zusätzlich jährlich sieben bis zehn Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Dies Hilfe müsse unabhängig vom Ziel gezahlt werden, die Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen.

Der Weltklimagipfel in Kopenhagen startet am Montag in die zweite Woche. Die Verhandlungen sollen bis Freitag abgeschlossen sein. In den nächsten Tagen werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs in die dänische Hauptstadt reisen, unter ihnen Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Barack Obama.

Den Appell können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.

(epd)


 

Geläut und Aktionen in Nordelbien:

350 Glockenschläge für das Klima
Glocken WCC

(Kiel) - Genau 350 Mal werden die Glocken in vielen Kirchengemeinden in Hamburg und Schleswig-Holstein am 3. Adventssonntag um 15.00 Uhr läuten.

Die Gemeinden signalisieren damit hörbar und kräftig ihr Engagement für mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit. Das Bischofskollegium der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (NEK) hat die Gemeinden dazu aufgefordert, am 13. Dezember zu Gottesdiensten und Andachten in die Kirchen einzuladen. Im Anschluss sollen um 15.00 Uhr die Glocken läuten - 350 mal, weil damit der CO2-Grenzwert in der Atmosphäre symbolisiert wird, der nicht überschritten werden darf, wenn das Klima für Menschen und Umwelt erträglich bleiben soll.

Zu dem weltweiten Glockenläuten jeweils um 15.00 Uhr Ortszeit hatte bereits vor einigen Monaten der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) seine Mitgliedskirchen aufgefordert. Die Kette von Andachten, Gebeten und Glockenschlägen soll im Südpazifik beginnen und sich dann um den gesamten Erdball fortsetzen. In dem Brief des nordelbischen Bischofskollegiums, der von Bischöfin Maria Jepsen, Bischof Gerhard Ulrich und dem Bischofsbevollmächtigten Gothart Magaard unterzeichnet wurde, heißt es: „Wir schließen uns dem Aufruf des ÖRK an, um unsere Sorge und Verbundenheit mit allen Menschen auf dieser Erde, die unter dem Klimawandel leiden, zum Ausdruck zu bringen. Wir ermutigen zugleich die Politiker, bei den Verhandlungen in Kopenhagen zu mutigen und zukunftsfähigen Beschlüssen zu kommen.“

Fast 200 Kirchengemeinden haben ihr Geläut im Vorfeld angemeldet, zahlreiche weitere werden mitmachen: Die St. Clemenskirche in Nebel auf Amrum zum Beispiel, die St. Nicolai-Kirche auf Helgoland, Kirchengemeinden auf dem Land und in den Städten – bis hin zur Bugenhagengemeinde in Nettelnburg, der Michaelisgemeinde in Harburg-Neugraben und der Hamburger Hauptkirche St. Petri.

Viele Kirchengemeinden laden mit dem Geläut auch zu besonderen Aktionen ein. In der Christuskirche in Hamburg-Eimsbüttel beginnt um 16.00 Uhr eine Feier zur Aussendung des Friedenslichts aus Bethlehem. Dazu werden zwischen 350 und 400 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus der gesamten Landeskirche erwartet, die das Licht in ihre Gemeinden tragen, wo es Weihnachten an die Gottesdienstbesucher weitergegeben wird. In der Christuskirche werden auch Vertreter der katholischen Kirche, der jüdischen Gemeinde Pinneberg und der muslimischen Gemeinschaft Hamburg Grußworte sprechen.

Die Epiphanien-Gemeinde in Hamburg-Winterhude wird nicht nur die Glocken läuten, sondern auch 350 mal die Pauke schlagen, im Anschluss gibt es ein Chorkonzert. Die Bugenhagengemeinde in Nettelnburg lädt zu einer Seniorenfeier ein.

(Anne Christiansen)


 

 

Klimagipfel in Kopenhagen:

Bischof Ulrich fordert entschiedene Klimapolitik
Bischof Ulrich, Schleswig

(Kiel) - Bischof Gerhard Ulrich, Vorsitzender der Kirchenleitung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, wird ab Freitag (11. Dezember) an der Internationalen Klimakonferenz in Kopenhagen teilnehmen. Geplant sind bis Sonntag unter anderem Gespräche mit Bundesumweltminister Norbert Roettgen und verschiedenen Repräsentanten von Kirchen und Nichtregierungsorganisationen. Bischof Ulrich gehört zu einer Delegation leitender Kirchenvertreter. Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July und der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, sind ebenso in Kopenhagen anwesend wie „Brot für die Welt“, der Evangelische Entwicklungsdienst (eed) und viele weitere Hilfsorganisationen. Gemeinsam wollen sie ihren Forderungen zum Klimaschutz Nachdruck verleihen.

„Von den Klimaverhandlungen in Kopenhagen erhoffe ich mir mindestens klare Worte und Abmachungen für eine entschiedene und gerechte Klimapolitik zum Schutz der Menschen und der Umwelt“, sagte der Bischof. „Die Kirchen werden in Kopenhagen klar für die Rechte derer eintreten, die schon jetzt leiden und zukünftig noch viel mehr ertragen müssen, wenn wir nicht handeln. Für eine Umkehr ist es allerhöchste Zeit. Reine Freiwilligkeit führt uns hier auch nicht weiter - die Bewahrung der Schöpfung ist eine Pflicht. Die Schöpfung ist geliehen, nicht menschlicher Besitz.“

Der frühere südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu wird am Sonntag, 13. Dezember, um 11.30 Uhr auf dem Rathausplatz von Kopenhagen rund 200.000 Unterschriften für mehr Klimagerechtigkeit an den UNFCCC (Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen) Generalsekretär Yvo de Boer überreichen. Anschließend wird in der Kathedrale von Kopenhagen in Anwesenheit der dänischen Königin Margarethe II. ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert, an dem hochrangige Politiker und Kirchenvertreter aus aller Welt teilnehmen. Der Gottesdienst endet um 15.00 Uhr mit dem Geläut, zu dem der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) international aufgerufen hat. Auch mehr als hundert nordelbische Kirchengemeinden beteiligen sich an den 350 Glockenschlägen, die den CO2-Grenzwert in der Atmosphäre symbolisieren, mit Andachten, Gottesdiensten, Aktionen und Geläut.

Die Nordelbische Kirche trägt selbst aktiv zum Klimaschutz bei: Vom Frühjahr 2010 an wird eine dreijährige Kampagne für Klimagerechtigkeit und Klimaschutz über Hintergründe informieren und das Engagement in den Kirchengemeinden stärken. Die Synode der NEK hat sich auf ihrer Tagung Ende November dem Aufruf des ÖRK zu 350 Glockenschlägen angeschlossen und für eine faire und entschiedene Klimapolitik plädiert. Bereits im Frühjahr 2009 hat die Kirchenleitung konkrete Maßnahmen beschlossen: zum Beispiel wird so genannter Grüner Strom genutzt, ein Energiecontrolling soll eingeführt, Energiegutachten sowie Gebäudenutzungspläne sollen erstellt werden. Drei nordelbische Kirchenkreise erstellen derzeit mit Hilfe des Bundesumweltministeriums umfangreiche Klimaschutzkonzepte für ihre Gebäude.

(nek)


 

 

Das gute Beispiel gegen den Klimawandel:

Blankeneser Gemeinde heizt bald umweltfreundlich
Blankenese Kirche

Kirche in Blankenese

(Hamburg/Blankenese) – Klimaschutz ist nicht allein Privatsache – auch die Institutionen sollten mit gutem Beispiel voran gehen. Das dachte sich auch Pastor Helmut Plank von der evangelischen Kirche in Blankenese – jetzt steht die Gemeinde kurz vor dem Einbau einer klimaneutralen Pellet-Heizung. Durch die Umstellung auf die Holzheizung verringert sich der Kohlendioxid (CO2)-Ausstoß um 100 Tonnen pro Jahr. Und die Heizkosten für die sieben Gebäude verringern sich um die Hälfte. Also 18.000 Euro jährlich weniger Energiekosten.

Wenn alles nach Plan läuft, soll spätestens im Frühjahr mit Holzpellets aus dem Norden eingeheizt werden. Nicht nur das Gotteshaus, sondern auch die Kita, das Gemeindehaus, das Pastorat und die Gebäude vom Kirchenkreis werden dann umweltfreundlich beheizt und durch ein Nahwärmenetz versorgt.

Für den Plan eine umweltfreundlichere Heizung zu installieren, waren Kirchenvorstand und Gemeinde schnell gewonnen. Die Gebäude sind alt, es musste ohnehin etwas getan werden, sagt Plank. So lud der Pastor Klimaexperten vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in die Gemeindeakademie. Es folgten Umweltgutachten – Blank wagte es, die Pläne öffentlich zu diskutieren. Die Idee kam so gut an, dass sich ein Spender aus Blankenese fand, der die Gesamtkosten in Höhe von 250.000 Euro übernahm.

Jetzt steht der erste Spatenstich kurz bevor. Die alte Heizung unter der Kirche wird verschrottet. Zusätzlich will die Gemeinde auch Solar-Technik (Photovoltaik) installieren, um in der Umweltbilanz noch besser dazu stehen. Klimagerechtigkeit sollte nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, sagt Plank. „Wir sollten mit dem Geschenk der Schöpfung angemessen umgehen.“

Mechthild Klein / www.kirche-hamburg.de


 

 

Brandstiftung zerstört Breklumer Missionshaus:

Wertvolles Gebäude und Dokumente ein Raub der Flammen
Missionshaus Breklum

Das ausgebrannte Missionshaus in Breklum (Foto: Thomas Schaack)

(Breklum) - Ein Feuer hat die kirchliche Tagungs- und Bildungsstätte Christian-Jensen-Kolleg im nordfriesischen Breklum in der Nacht von Sonnabend (5. Dezember) auf Sonntag (6. Dezember) teilweise zerstört. Menschen wurden nicht verletzt, doch entstand nach ersten Schätzungen ein Schaden in Millionenhöhe, teilte die Polizei am Sonntag mit. Den Angaben zufolge handelt es sich um Brandstiftung. "Wir stehen noch unter dem Schock der Nachricht", sagte Gothart Magaard, Bischofsbevollmächtigter für Schleswig und Holstein, in einer ersten Stellungnahme.

Am Sonnabend um 21.45 Uhr hatten Anwohner den Feuerschein aus dem Christian-Jensen-Kolleg in der Kirchenstraße gemeldet. Sofort rückten die Kräfte aus, doch das Feuer hatte bereits mehrere Gebäudeteile der evangelischen Einrichtung erfasst. Der Verwaltungstrakt und das Bürohaus brannten "in voller Ausdehnung", so die Polizei. Auch der Verlust der teils historischen Sammlungen in der Bücherei sei zu beklagen.

Polizei und Feuerwehr stellten schnell fest, dass es vor dem Ausbruch des Feuers zu einem Einbruchdiebstahl gekommen war. Die bislang unbekannten Täter sind vermutlich über das angrenzende Flachdachgebäude eingestiegen und haben sich dann im Kolleg weiter "vorgearbeitet". Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

Missionshaus Breklum Brand

Das ausgebrannte Missionshaus in Breklum (Foto: Thomas Schaack)

Nach den Worten des Bischofsbevollmächtigen Magaard ist der materielle und immaterielle Verlust noch nicht abzuschätzen. "Jetzt geht es vor allem darum, sich ein Bild von der Lage zu verschaffen und den Mitarbeitenden in Christian-Jensen-Kolleg und dem ebenfalls betroffenen Evangelischen Regionalzentrum Westküste zur Seite zu stehen", sagte er.

Die Tagungs- und Bildungsstätte bietet Seminare zu Mission, kirchlicher Fortbildung, Seniorenbildung, sowie Einkehr und Besinnung an. Organisiert ist das Kolleg als gemeinnützige GmbH mit kirchlichen und weltlichen Trägern, darunter ist auch die Kommune Breklum.

Die Polizei sucht nach Zeugen, die verdächtige Personen in der Zeit zwischen 19.30 Uhr und 21.45 Uhr am Sonnabend gesehen oder sonstige Beobachtungen gemacht haben. Telefon: 04661 - 40110.

Auch das Büro des Umweltbeauftragten der Nordelbischen Kirche ist von dem Brand indirekt betroffen: dessen Büro liegt in einem angrenzenden Trakt des Missionshauses, das zwar vom Feuer dank des Einsatzes der Feuerwehr verschont blieb, aber trotzdem ist das Büro derzeit außer Betrieb und einige Schäden sind zu beklagen. Alle Beteiligten setzen sich derzeit dafür ein, den Betrieb so schnell wie möglich wieder aufzunehmen.

(epd/schaack)


 

NEK setzt auf best-practice im Klimaschutz:

Neue Klimaschutzbroschüre zeigt gute Bespiele
Titel Klimaschutzbroschüre

Aus dem Titelbild der neuen Broschüre

(Kiel) - Unter dem Titel "Klimaschutz in Nordelbien. Energetische Sanierung kirchlicher Gebäude" hat die Nordelbische Kirche eine neue Broschüre herausgegeben. Mit guten Beispielen kirchlichen Sanierens sollen auf diese Weise kirchliche Entscheidungsträger in Kirchengemeinden angeregt werden, die Verbräuche ihrer Liegenschaften deutlich zu reduzieren.

Zu den Beispielen gehören neben Sanierungen eines Pastorats in Bargfeld-Stegen, der Sanierung des denkmalgeschützten Alten Pastorats in Stellau auch die Nutzung von Geothermie in Westerrönfeld, der Einsatz eines Mini-BHKW (Blockheizkraftwerks) in der Martinskappelle in Husberg und ein Bericht über die Erfolge von Energiecontrolling. Porträts von Ehrenamtlichen, die sich seit Jahren für den Klmaschutz in der Kirche einsetzen, sowie ein Bericht über Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kitas runden das Bild ab.

Die Broschüre, die auf der letzten Nordelbischen Synode im November bereits vorgestellt wurde, wird in den kommenden Wochen allen Kirchengemeinden zugehen. Wer die 35-seitige Broschüre schon jetzt lesen will, kann sie hier als pdf herunterladen.


 

Engagement für Klimaschutz:

Nordelbische Synode fordert gerechte Klimapolitik
Synode NEK

Synode tagt in Rendsburg

Rendsburg (frb). Die Synodalen der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche fordern mehr Engagement für den weltweiten Klimaschutz.

Sie entschieden, gezielt an ihrer eigenen Arbeitsstruktur zu arbeiten, damit diese den Zielen von Klimaschutz und Klimagerechtigkeit entspricht. Die Synodalen begrüßten die Empfehlung der nordelbischen Kirchenleitung, so schnell wie möglich auf „grünen Strom“ umzusteigen. Die Kirchenkreise Dithmarschen, Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und Lübeck-Lauenburg sowie Gebäude der Nordelbischen Kirche werden bereits über einen zentralen Einkauf mit „grünem Strom“ versorgt. Diesen Beispielen sollen nach Möglichkeit alle anderen Kirchenkreise, Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen folgen.

Ab dem Frühjahr 2010 wird eine dreijährige Kampagne der Nordelbischen Kirche für Klimagerechtigkeit und Klimaschutz über Hintergründe aufklären und das Engagement der Menschen versuchen zu stärken. Die Synode ermutigte alle nordelbischen Gemeinden und Einrichtungen, sich auch mit eigenen Beiträgen in die Kampagne einzubringen.

In ihrer Erklärung begrüßt die Synode ausdrücklich die Beschlüsse der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vom 29. Oktober 2009 für eine klimagerechte Politik der Bundesregierung bei den UN-Klimaverhandlungen von Kopenhagen im Dezember. Als Beitrag zum Klimagipfel in Kopenhagen werden am dritten Adventssonntag (13. Dezember) die Kirchenglocken in Schleswig-Holstein und Hamburg vielerorts läuten und zu Andachten und Gottesdiensten mit dem Thema „Klimagerechtigkeit und Klimaschutz“ einladen.

Bereits gestern (20. November) hatte das Bischofskollegium der Nordelbischen Kirche alle Kirchengemeinden in einem Brief um die Beteiligung an dieser Aktion gebeten. Auf Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) soll weltweit am Nachmittag des 13. Dezember um 15 Uhr durch 350 Glockenschläge auf die Notwendigkeit des Klimaschutzes hingewiesen werden. Um diese Zeit wird im Dom von Kopenhagen im Rahmen der in der dänischen Hauptstadt tagenden Weltklimakonferenz vom 7. bis zum 18. Dezember ein Ökumenischer Gottesdienst mit leitenden internationalen Kirchenvertretern zu Ende gehen.

In dem von Bischöfin Maria Jepsen, Bischof Gerhard Ulrich und dem Bischofsbevollmächtigten Gothart Magaard unterzeichneten Brief heißt es: „Wir schließen uns dem Aufruf des Ökumenischen Rates an, um unsere Sorge und Verbundenheit mit allen Menschen auf dieser Erde, die unter dem Klimawandel leiden, zum Ausdruck zu bringen. Wir ermutigen zugleich die Politiker, bei den Verhandlungen in Kopenhagen zu mutigen und zukunftsfähigen Beschlüssen zu kommen.


 

 

Gottesdienstliche Handreichung für den 3. Advent:

Dass Gerechtigkeit und Frieden sich küssen
Handreichung ctc

Titelblatt der Handreichung

(Kiel) - Im Rahmen des Projektes "Countdown to Copenhagen", das die Nordelbische Kirche zusammen mit Brot für die Welt" und dem "Evangelischen Entwicklungsdienst" durchführt, ist nun eine Handreichung für den Gottesdienst 3. Advent 2009 während der Kopenhagener Klimaverhandlungen erschienen. Unter dem Titel "Dass Gerechtigkeit und Frieden sich küssen" finden Gemeinden hier Materialien, um einen Gottesdienst in der Adventszeit für Klimagerechtigkeit und Umkehr zu einem behutsameren Umgang mit der anvertrauten Schöpfung zu feiern.

Am 12. und 13. Dezember findet ein globales Aktionswochenende aus Anlass der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen statt. Die Konferenz soll ein Nachhfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschließen, dass dann ab 1212 einen entschiedenen Klimaschutz weltweit gewährleisten soll. Derzeit allerdings wird aber befürchtet, dass die Verhandlungen ohne ein klares Ergebnis verlaufen werden.

Am 13. Dezember, dem 3. Advent, wird in Kopenhagen ein großer ökumenischer Gottesdienst stattfinden, an dem leitende Geistliche aus der ganzen Welt beteiligt sein werden - u.a. auch Bischof Ulrich aus Schleswig. Sie wollen sich dort für einen starken und fairen Klimaschutz einsetzen und für eine Umkehr zu einem nachhaltigerem Umgang mit Gottes Schöpfung beten. Gemeinden in Deutschland, die ebenfalls einen Gottesdienst dazu gestalten feiern wollen, haben nun mit der Handreichung eine Vorlage für den Gottesdienst.

Die Materialien stammen überwiegend vom europäischen kirchlichen Umweltnetzwerk ECEN, das in diesem Jahr liturgische Texte aus Dänemark zum Thema Klimagerechtigkeit für einen Gottesdienst in englischer Sprache angeboten hat. Die schönsten Texte sind nun ins Deutsche übertragen worden. Eine Meditation zum Predigttext des 3. Advents sowie Liedhinweise komplettieren das Angebot. Weitere Materialien für eine Andacht am 12. oder 13. Dezember vom EED stehen hier zur Verfügung ("Gottesdienstliche Materialien").

Die Handreichung können Sie hier als pdf herunterladen.


 

 

Abschlusserklärung Ratzeburger Sommeruniversität 2009:

Nachhaltigkeit im Zeichen des Klimawandels
Ratzeburg Dom

Der Ratzeburger Dom

(Ratzeburg) - Die Ratzeburger Sommeruniversität hat sich hin diesem Jahr mit dem Thema Wald befasst. Jetzt ist dazu eine Abschlusserklärung der TeilnehmerInnen erschienen.

Unter dem Titel "Unsere Ostsee – unsere Wälder Nachhaltigkeit im Zeichen des Klimawandels" setzt die Broschüre Akzente zum Thema Wald und setzt sich deutlich für eine andere und nachhaltige Waldpolitik ein. Unter den Überschriften "Was ist der Wald?", "Wem gehört der Wald?", "Die Nutzung des Waldes", "Wald und Klimawandel", "Die spirituelle Bedeutung des Waldes" und "Die Bedeutung des Waldes für eine Kultur der Nachhaltigkeit" setzt sich die Erklärung u.a. für eine starke Zertifizierung der kirchlichen Wälder ein, plädiert für mehr Holznutzung der Verbraucher und andere Bewirtschaftsformen.

Die Erklärung können Sie hier herunterladen

(ts)


 

Kirche macht mobil :

Materialien für mehr Klimagerechtigkeit von EED und Brot für die Welt

Logo der Kampagne Countdown to Copenhagen

(Bonn/Stuttgart) Zur Unterstützung des ökumenischen Aktionsaufrufes "Countdown to Copenhagen" haben Brot für die Welt und EED eine Materialiensammlung mit Anregungen zur Gestaltung von Andachten und Hintergrundinformationen zum Weltklimagipfel zusammengestellt.

Wenn wir nicht handeln, wird sich die Erde innerhalb der nächsten hundert Jahre um mindestens vier Grad erwärmen. Küsten und Inseln werden versinken, weite Teile Afrika zur Wüste werden und alle Ökosysteme, die wir heute kennen, untergehen. Hunger und Wassermangel werden zunehmen und Hunderte Millionen Menschen zu Flüchtlingen zu machen. Was auf den ersten Blick unvorstellbar klingt, sind Ergebnisse einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Die Ergebnisse, die auf über 400 aktuellen Forschungsarbeiten beruhen, wurden im September 2009 anlässlich der UN-Generalversammlung veröffentlicht, um die Welt endlich wach zu rütteln.

Als Anregung für Andachten und Aktivitäten in Kirchengemeinden haben EED und Brot für die Welt eine Arbeitshilfe zusammenstellt. Die Mappe enthält Hintergrundinformationen zur Klimapolitik, Anregungen für den Gottesdienst und die Gemeindearbeit, Bildungsmaterialien zum Klimawandel, Blätter mit Medienhinweisen, u.a.

Die Arbeitshilfe kann kostenlos bestellt werden bei EED und Brot für die Welt. Die Bestellung beim EED erfolgt online unter der Rubrik "Mediathek".

Zur Ansicht finden sich hier einige der Materialien als PDF-Download:

(eed)


 

 

Weltrat der Kirchen zur ökologischen Gerechtigkeit:

Kirchliche Arbeit radikal ökologisch ausrichten
Sitzung des ÖRK September 2009

(Foto: © WCC / Peter Williams)

(Genf) - Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) hat am Mittwoch, 2. September, eine "Erklärung zu Öko-Gerechtigkeit und ökologischer Schuld" beschlossen.

Die Erklärung geht davon aus, dass Christen eine große moralische Verpflichtung haben, sich für ökologische Gerechtigkeit einzusetzen, und die Schuld an den Völkern, die am stärksten unter ökologischer Zerstörung leiden, aber auch die Schuld an der Welt als Ganze in den Blick zu nehmen. Die ökologische Schuld, so die Erklärung, schließe harte wirtschaftliche Fakten ebenso ein wie biblische, geistliche, kulturelle und soziale Dimensionen von Schuld.

Die Erklärung spricht von einer beispiellosen, vom Menschen verursachten ökologischen Krise. Als Hauptschuldige werden der agro-industrielle Komplex und die Kultur des globalen Nordens benannt, mit ihrer vom Konsumdenken geprägten Lebensweise und der Überzeugung, dass Entwicklung gleichbedeutend sei mit der Ausbeutung der so genannten "natürlichen Ressourcen" der Erde. Die Kirchen sind aufgerufen, sich mit ihrer prophetischen Stimme einer Degradierung der Schöpfung zu bloßen "natürlichen Ressourcen" entgegenzustellen.

Weiter weist die Erklärung darauf hin, dass es sich vor allem um eine Schuld handle, die die Industrieländer des Nordens gegenüber den Ländern des Südens tragen im Zusammenhang mit der früheren und gegenwärtigen Plünderung der Ressourcen, der Umweltzerstörung, dem Ausstoß von Treibhausgasen sowie der Verklappung von Giftmüll.

In ihrem Aufruf zum Handeln fordert die Erklärung die ÖRK-Mitgliedskirchen auf, dahingehend auf ihre Regierungen einzuwirken, dass eine faire und verbindliche Vereinbarung im Dezember 2009 bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen erreicht wird. Ziel soll sein, den CO2-Anteil auf weniger als 350 ppm zu reduzieren.

Die Erklärung ruft die internationale Gemeinschaft auf, den Transfer finanzieller Mittel an die Länder des Südens sicher zu stellen, um Erdöl in empfindlichen Regionen im Boden zu belassen. Weiter fordert die Erklärung die Streichung der rechtswidrigen Auslandsschulden der Länder des Südens, insbesondere für die ärmsten Länder, als Teil einer sozialen und ökologischen Wiedergutmachung.

In einer Anhörung zur "Ökologischen Schuld" im Rahmen der Tagung des Zentralausschusses des Ökumenischen Rats der Kirchen am 31. August berichtete Dr. Maria Sumire Conde von dem peruanischen Volk der Quechua über die unterschiedlichen Formen, wie die südliche Hemisphäre in der Vergangenheit Opfer von Gier und ungerechter Ausbeutung ihrer natürlichen Ressourcen wurde. Gerade in Peru, so Sumire, habe der Bergbau besonders zerstörerische Folgewirkungen hervorgerufen, darunter Zwangsumsiedlung, Krankheiten, Wasserverschmutzung und Artensterben.

Das Konzept der ökologischen Schuld wurde entwickelt, um die wahren Kosten von Expansionspolitik und Globalisierung für die Entwicklungsländer einschätzen zu können. Einige Stimmen fordern, dass die Industrienationen diese Schuld zurückzahlen sollten.

Dr. Ofelia Ortega

Dr. Ofelia Ortega, Kuba (Foto: © WCC / Peter Williams)

Dr. Joan Martinez Alier, Professor an der Universität Barcelona, betonte, dass Klimawandel, unausgewogenen Handelsbeziehungen, "Bio-Piraterie", Export von Giftmüll und andere Faktoren zu dem Ungleichgewicht beigetragen hätten, das er als "eine Art Krieg gegen Menschen überall auf der Welt, als Form von Aggression" bezeichnete. "Ich weiß, das sind starke Worte, aber es ist wahr" bekräftigte Martinez. Die Anwesenden rief er auf, zumindest nicht noch zu einer weiteren Ausweitung der ökologischen Schuld beizutragen.

Nach den Worten von Dr. Ofelia Ortega aus Kuba, Präsidentin des ÖRK in Lateinamerika, sei dies nicht nur eine moralische, sondern auch eine geistliche Frage. Von der ersten bis zur letzten Seite sei die Bibel "eine Abhandlung über Ökologie", sagte Ortega. Die Sorge für die Schöpfung bezeichnete sie als eine "Achse" des Wortes Gottes. "Die pastorale Arbeit in unseren Kirchen muss radikal ökologisch ausgerichtet sein," betonte sie.

Den vollständigen Text der Erklärung können Sie hier lesen.

(ÖRK/Genf)


 

Hamburg am 20. September mal wieder anders:

Autofreier Sonntag trifft Zukunft der E-Mobilität

(Foto: Hans Snoek/pixelio.de)

(Hamburg) - Zum zweiten Mal in diesem Jahr gehören einige Hauptverkehrsstraßen in Hamburg einen Sonntag lang Radfahrern, Skatern und Fußgängern. Im Rahmen des Autofreien Sonntags werden am 20. September einige stark befahrene Straßen Hamburgs für den Autoverkehr zwischen 6 Uhr morgens und Mitternacht gesperrt.

Das Motto des Autofreien Sonntags lautet „Mobilität von Morgen - bereits heute erfahren“. Anja Hajduk, Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt: „Ein umfassendes Mobilitätsan-gebot macht auch die Lebensqualität einer Stadt aus. Die sehr gute Resonanz auf das neue Leihfahrradsystem StadtRAD zeigt die hohe Bereitschaft, neue Angebote anzunehmen und hierbei etwas für das Klima zu tun. Mit diesem Autofreien Sonntag stellen wir uns der Frage, wie das Auto selbst klimafreundlicher werden kann. Hamburg als kommende Europäische Umwelthauptstadt leistet mit diesem Autofreien Sonntag im Rahmen der Europäischen Woche der nachhaltigen Mobilität einen Beitrag für die Diskussion über veränderte Anforderungen an umweltfreundliche Mobilität in Städten.“

 

Auf der Eventmeile finden rund hundert unterschiedliche Aktivitäten statt. Besonderer Höhepunkt hierbei: Veranstaltungsbesucher können Probefahrten mit einem batteriebetriebenen BMW-Mini oder einem mit Brennstoffzellen betriebenen Daimler A-Klasse-Fahrzeug machen. Auf der Unterhaltungsbühne am Dammtorbahnhof wird ab 18 Uhr Mousse T. die Fans begeistern. Auf der Alsterbühne an der Kennedybrücke gibt es während des gesamten Nachmittags Talkrunden, Informationen und ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm. Busse, Bahnen und Fähren im HVV-Gesamtnetz der Metropolregion Hamburg sind für 24 Stunden kostenfrei.

Hamburg wird mit einem eigenen Infostand über das Programm und die Aktivitäten im Rah-men der Kampagne zur Europäischen Umwelthauptstadt „Hamburg European Green Capital 2011“ informieren.

Die Kennedybrücke wird erstmals in ihrer stolzen Geschichte zum Schauplatz für Beach-Clubs und öffentliche Tanzkurse, wo mehre Hamburger Tanzschulen die Veranstaltungsbesucher zu Tango, Cha-Cha oder langsamem Walzer bitten. Vor dem Universitäts-Hauptgebäude zeigen Hamburgs Verkehrsunternehmen gemeinsam mit dem HVV ein „ÖPNV-Dorf“, mit vielfältigen Informationen und Attraktionen. Auf der Bühne am Dammtor ist ein hochwertiges E-Bike zu gewinnen.

Da der 20. September zugleich der offizielle Weltkindertag ist, wird auch das Zusammenleben der Generationen unter dem Aspekt urbaner Lebensqualität und großstädtischer Mobilität thematisiert. Auf dem Kinderfest in den Wallanlagen wird es zahlreiche Angebote für Kinder und Jugendliche geben. So sind erstmals beim Autofreien Sonntag auch Hamburger Schulen aktiv eingebunden und informieren über Klimaschutzprojekte. Auf einer Nachwuchsbühne am Musikclub Logo an der Grindelallee werden Schülerbands aus verschiedenen Hamburger Schulen spielen, auf der Großen Moorweide findet ein Freizeit-Kicker-Turnier mit Schüler-teams statt.

(Pressestelle Senat Hamburg)


 

Politischer Kirchentag in Plön

Bischof: Kampf für gerechtere Welt beginnt "bei mir selbst"
Niolkaikirche Plön

Ort des Geschehens: die Nikoliakirche in Plön

(Plön) - Mit einem bischöflichen Appell, dass jeder einzelne Mensch beim Kampf für eine gerechtere Welt bei sich selbst mit Veränderungen anfangen muss, ist am Mittwochabend (9. September) der erste "Politische Kirchentag" in Nordelbien eröffnet worden. Das Motto "Für eine gerechtere Welt" verstehe er in erster Line "als eine Forderung an mich selbst", sagte der evangelische Bischof für Schleswig und Holstein, Gerhard Ulrich. Er erteilte in seiner Predigt in der Plöner Nikolaikirche einem "simplen Lagerdenken" eine Absage. Dies helfe nicht, Probleme wie Armut und Hunger zu lösen.

Mit dem "Politischen Kirchentag" will der Kirchenkreis Plön-Segeberg neue Wege und Lösungsansätze suchen, um die zunehmende Verarmung in vielen Ländern zu bekämpfen. Zugleich wollen kirchliche Organisationen sowie Partner wie das Netzwerk Attac und die Heinrich-Böll-Stiftung bis Freitag (11. September) das zeitgleich stattfindende "Global Economic Symposium" in Plön begleiten.

Dort hat sich zum zeitgleichen Auftakt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) für eine weltweite soziale Marktwirtschaft ausgesprochen. "Die soziale Marktwirtschaft hat langfristig Perspektiven gesichert. In der globalisierten Welt endet die politische Verantwortung nicht an den Grenzen des Nationalstaates", sagte er. Im Schloss Plön wollen rund 300 hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Unternehmen Antworten auf die globalen Probleme nach der Finanzkrise suchen.
Es ist das zweite "Global Economic Symposium" in Plön.

Prominenter Gast des Kirchentages ist die Präsidentin der EKD-Synode und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne). Bischof Ulrich verwies als Vorsitzender der nordelbischen Kirchenleitung auf die ernste Lage in der Welt. Vorschnelle Polarisierungen und Schematisierungen etwa in böse Manager und gute Kämpfer "wären schädlich für das, was dringend Not tut". Notwendig sei ein konstruktiv-kritischer Dialog zu den Überlebensfragen der Menschheit: Klimaschutz und Weltfinanzen, weltweite Verteilungsgerechtigkeit und Beteiligungsgerechtigkeit. Diese Fragen würden ein "simples Lagerdenken" sprengen.

Der Bischof forderte dazu auf, das Thema weltweite Verarmung "in die Mitte der politischen Debatte in unserem Land und in die Mitte der Gesellschaft" zu bringen. Ulrich: "Eine breite Beteiligung von gesellschaftlichen Initiativgruppen und von weltweit agierenden Institutionen ist das, was wir brauchen." Christen müsste jetzt beten und arbeiten für eine gerechtere Welt. Der Bischof zitierte den Reformator Martin Luther: " lasset die Geister aufeinander platzen Aber die Fäuste haltet stille!" Ulrich: "Was zählt, ist allein die Macht des Arguments - sonst nichts."

Nach dem Gottesdienst nahm der Kirchentag mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Christliches Menschenbild und moderner Kapitalismus" seine Arbeit auf. Als Gäste auf dem Podium diskutierten neben Bischof Ulrich und Göring-Eckardt der Weihbischof im katholischen Erzbistum Hamburg, Hans-Jochen Jaschke, die Theologin Sabine Pelz, Vertreter vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel sowie Werner Rätz von Attac.

Auf dem dreitägigen Kirchentag findet weiter ein Kongress mit zwölf Workshops statt, zu denen etwa das Nordelbische Frauenwerk, "Brot für die Welt" und die Evangelische Akademie einladen.

(epd)


 

Countdown to Copenhagen:

Kirche startet Kampagne für mehr Klimagerechtigkeit

Logo der Kampagne "Countdown to Copenhagen"

(Breklum/Stuttgart/Bonn) - Die Nordelbische Kirche, „Brot für die Welt“ und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) laden ein sich an der Kampagne „Countdown to Copenhagen“ aktiv zu beteiligen. Unter der Adresse www.countdowntocopenhagen.de werden ab sofort bis zur Weltklimakonferenz von Kopenhagen im Dezember 2009 aktuelle Infos zum Thema Klimagerechtigkeit angeboten. Ferner kann man sich an einem "Internationalen Aufruf der Kirchen" beteiligen, der Anfang Dezember mit allen Unterschriften der Bundesregierung überreicht wird.

Die Menschheit hat die Atmosphäre durch die Verbrennung fossiler Energieträger gefährlich überhitzt. Die klimatischen Veränderungen fordern die Anpassungsfähigkeit von Mensch und Natur heraus und überfordern sie teilweise schon. Wissenschaftlich hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die globale Erwärmung möglichst 2° C nicht überschreiten sollte. Die Folgen bei Überschreiten dieses Grenzwertes gelten als nicht kalkulierbar. Es bleibt nur noch wenig Zeit! Deswegen haben die Klimaverhandlungen in Kopenhagen im Dezember 2009 eine so existentielle Bedeutung. Wenn dort kein ambitioniertes Weltklimaabkommen beschlossen
wird, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit das 2° C - Ziel nicht mehr erreicht werden!

Die Ergebnisse von Kopenhagen sind für die Armutsbekämpfung und Entwicklung von großer Bedeutung. Die hundert am stärksten vom Klimawandel bedrohten Länder sind allesamt arme Länder des Südens. Die Mehrzahl der Länder Afrikas südlich der Sahara, die kleinen Inselstaaten im Pazifik oder Länder in sensiblen Regionen in Asien und Lateinamerika gehören dazu. In diesen Ländern treffen hohe Klimarisiken, verbreitete Armut und unzureichende Ressourcen für Präventionsmaßnahmen aufeinander. Der Klimawandel und seine erkennbaren katastrophalen Auswirkungen stellen die Umsetzung des „Rechtes auf Entwicklung“, das Erreichen der UN-Millenniumsentwicklungsziele und die Realisierung der Menschenrechte fundamental und langfristig in Frage.

(NEK/Brot für die Welt/eed)


 

 

Klimapolitische Diskussion in Brunsbüttel:

Energiemix der Zukunft bleibt umstritten
Demo Brunsbüttel

Anti-Kohlekraft-Demo in Brunsbüttel am 14.Februar (Foto: BI-Unterelbe)

(Brunsbüttel/Berlin) - Auf Einladung der Klima-Allianz hatten sich Vertreter von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Linkspartei sowie vom BUND und der Nordelbischen Kirche im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Welchen Weg wählt Deutschland aus der Wirtschafts- und Klimakrise?“ getroffen, um über die zukünftige Energieversorgung in Deutschland und insbesondere die Situation in Brunsbüttel zu diskutieren.

Nachdem CDU-MDB Rolf Koschorrek seine Teilnahme kurzfristig und ersatzlos abgesagt hatte, herrschte weitgehende Einigkeit auf dem Podium, nur FDP-MDB Christel Happach-Kasan wollte sich auf keinen Konsens mit den anderen Teilnehmern einlassen.

Der Vorsitzende des Klima-Allianz-Mitglieds BUND, Prof. Hubert Weiger, appellierte gemeinsam mit Dr. Thomas Schaack von der Nordelbischen Kirche an die Bürger in Brunsbüttel, nach der Entscheidung des Gemeinderates für das Kohlekraftwerk, jetzt auf dem juristischen Weg weiter zu wirken. „Das von GDEF/SUEZ geplante Kohlekraftwerk ist trotz des positiven Bescheids über den Bebauungsplan noch nicht gebaut und es gibt noch zahlreichen Chancen, es zu verhindern.“

Daran anknüpfend forderte Hanno Fecke von der SPD die Bürger auf, mehr Druck auf die Politik auszuüben. „Beim Thema CCS sehen wir, wie leicht einige in der Politik umfallen, wenn sie merken, dass sich öffentlicher Protest in Wählerstimmenverlusten nieder schlagen könnte.“ Diesen Druck müsse man aufrechterhalten und eben da einsetzen, wo unsere Umwelt und wir selber massiv gefährdet seien, wie es in Brunsbüttel mit seinen drei geplanten Kohlekraftwerken der Fall sei.

So sei die Wahl eine Richtungswahl und die Bürger müssten klar machen, welche Politik sie wollten. Gleichzeitig räumte Fecke ein, dass die Politik noch keine ausreichende Rahmensetzung zur Energieeinsparung und Erhöhung der Energieeffizienz gesetzt habe, was klimapolitisch fatale Folgen habe.

Dr. Christel Happach-Kasan sprach sich zwar für eine umweltverträgliche Energieproduktion aus, betonte aber gleichzeitig, Kohle und Atom weiterhin fördern zu wollen, um einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden. Sie verwies auf einen Beschluss ihrer Bundestagsfraktion, nach dem die Erneuerbaren Energien bis 2020 auf 20% auszubauen seien, womit die FDP-Fraktion weit hinter den Forderungen der Bundesregierung (30%) und den Prognosen des Bundesverbands Erneuerbare Energien (47%) liegt. Als einzige der Podiumsteilnehmer sprach sich Happach-Kasan für die Kohlenstoffabscheidung und –speicherung (CCS) aus

Die Veranstalter werteten die Veranstaltung als großen Erfolg: „Unser Ziel ist es, den Wählerinnen und Wählern aufzuzeigen, welche Partei für welche Position steht, welche Hebel für konsequenten Klimaschutz in Bewegung gesetzt werden müssen und wie wir mit Klimaschutz dazu beitragen können, die Wirtschaftskrise zu überwindengehen. Dieses Ziel haben wir beim Auftakt erreicht“, so Christina Hering, Koordinatorin der bundesweit tätigen Klima-Allianz.

Infos zur Veranstaltung finden sie auf der Seite www.klimawahl2009.de. Teilnehmer der Veranstaltung sind aufgerufen, diese zu kommentieren.

Hintergrund zu den geplanten Kohlekraftwerken in Brunsbüttel:
Der Bau der drei Kohlekraftwerke in Brunsbüttel ist besonders umstritten, da die Ballung dreier Großkraftwerke zum einen den Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Region für die nächsten 40-50 Jahre konsequent verhindern würde, zum anderen würden die Kraftwerke zusammen jährlich rund 20 Mio. Tonnen CO2 ausstoßen und damit den gesamten CO2-Ausstoß in Schleswig-Holstein nahezu verdoppeln und eine enorme Gesundheitsbelastung darstellen.

(Klimaallianz Deutschland)


 

1. politischer Kirchentag in Plön:

Für eine gerechtere Welt
Schloss in Plön

Das Schloss in Plön (Foto: Anne Bermüller/pixelio.de)

(Plön) - Vom 9. bis 11. September 2009 findet der 1. Politische Kirchentag Plön statt. Gottesdienste, Podiumsdiskussionen und Workshops machen deutlich, dass die Kirche zu den kontroversen Fragen unserer Zeit nicht schweigen kann. Aber alles Reden und Diskutieren, auch auf hohem Niveau, bleibt leer, wenn es nicht zu Taten führt. Der ganze Mensch muss beteiligt sein. Deshalb beginnt der Kirchentag nicht nur einen konstruktiven Dialog mit dem Global Economic Symposium (GES) im Schloss. Er lädt alle Menschen in und um Plön ein, ihre Hoffnung auf eine gerechtere Welt mit Phantasie und Lebensfreude zum Ausdruck zu bringen.

Wir träumen einen Traum: dass am Freitag, den 11. September, am Nachmittag der Plöner Markt voller gedeckter Tische steht; dass da viele Menschen kommen und sich stärken: „Es ist genug für alle da!“ Musik soll da sein und Theater und Spiel und Tanz. Dass jedermann und jede Frau, ob jung oder alt, Freude daran bekommt, nach dem eigenen Beitrag für diese gerechtere Welt zu suchen. Dass es Verabredungen gibt für das, was nötig ist und wir frei sind von Angst und Kleinglauben.

Träumen ist schön, aber wenn der Traum wahr werden soll, dann braucht er Hände und Füße, braucht Leute, die sich beteiligen wollen. Wenn Sie dabei sein wollen und Freunde, Bekannte, Nahe und Ferne mit sich auf „Trab“ bringen wollen. Sagen sie es uns, melden Sie sich im Gemeindebüro 04522 - 2235 bei Frau Fischbock oder unter 04342 – 717 37 bei Frau Morgenthum. Weitere Infos unter www.politischer-kirchentag-ploen.de.

(Text: 1. Politischer Kirchentag)

Einen Flyer zum 1. Politischen Kirchentag in Plön können Sie hier herunterladen.


 

Neue Denkschrift der EKD:

Evangelische Kirche mahnt zum Kampf gegen Klimawandel

Die neuen Denkschrift der EKD

(Berlin) - Die evangelische Kirche fordert Politik und Gesellschaft zum entschlossenen Kampf gegen den Klimawandel auf. Der Klimawandel vollziehe sich sehr viel dynamischer, als bis vor kurzem noch angenommen wurde, heißt es in der Denkschrift "Umkehr zum Leben", die der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstag in Berlin vorgestellt hat. Es müsse gelingen, den Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, damit die Welt sich an die Auswirkungen der Klimaveränderungen anpassen könne.

Die gewaltigen Aufgaben, vor die der Klimawandel die Menschheit stelle, benötigten Zuversicht in Gott und die Verpflichtung zu einer "Ethik der Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit". Insbesondere die armen Länder hätten unter den Auswirkungen des Klimawandels zu leiden, warnen die Autoren der Denkschrift. Wenn die landwirtschaftlichen Erträge sinken und das Wasser knapper wird, gerate auch der Kampf gegen Armut in Schwierigkeiten.

Das Problem des Klimawandels müsse daher besser in die Politik integriert werden: Das Wirtschaftswachstum in Entwicklungsländern müsse klimaschonend vorangehen, Ressourcen dürften nicht übernutzt werden. Zugleich sollten Investitionen in Bereichen verstärkt werden, die die Anpassungsfähigkeit armer Länder an die Klimaveränderungen verbessern.

Auch in den Industrieländern müssten künftig etwa bei Investitionsplanungen oder in der Agrarpolitik die voraussichtlichen Folgen für das Klima berücksichtigt werden, heißt es in der Denkschrift. Dabei gelte es, die derzeitige Finanzkrise zur "ökologischen Umsteuerung der Wirtschaft" zu nutzen. Es sei nicht länger durchzuhalten, dass der reiche Norden des Erdballs weiter auf eine Steigerung des Konsums setze.

Lothar Brock

Prof. Dr. Lothar Brock, Vorsitzender der Kammer nachhaltige Entwicklung der EKD

Die Industrieländer und allen voran die Europäische Union müssten anspruchsvolle Ziele zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen bis 2020 festlegen, fordert der Rat der EKD. Diese sollten nicht unter 40 Prozent gegenüber den Emissionen von 1990 liegen. Dazu brauche es klare Zusagen an die Entwicklungsländer, die zusätzlichen Kosten für Klimaschutz mitzufinanzieren.

Aufgrund der Verknappung von Ressourcen durch das veränderte Klima sei mit Konflikten zu rechnen, heißt es: "Eine solche Situation zunehmender Knappheit und Konflikte darf aber in den Industrieländern nicht zum Vorwand für eine auf Besitzstandswahrung und bloße Gefahrenabwehr ausgerichtete Umweltpolitik werden." Arme wie reiche Länder sollten stattdessen Energie effizienter verwenden, erneuerbare Energien ausbauen und auf nachhaltige Landwirtschaft umsteigen.

Der Rat der EKD fordert außerdem eine "global ansetzende, internationale Migrationspolitik". Denn der zu erwartende Anstieg des Meeresspiegels werde Millionen von Menschen zur Abwanderung zwingen. Diesen müsse eine Chance für ein neues Leben und Arbeit in anderen Regionen gegeben werden.

(epd)

Hinweis:
Die Denkschrift „Umkehr zum Leben. Nachhaltige Entwicklung im Zeichen des Klimawandels. Eine Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland“ ist im Gütersloher Verlagshaus erschienen und kostet im Buchhandel 6,95 Euro (ISBN 978-3-579-05906-9).

Den Text der Denkschrift können Sie hier als pdf herunterladen!


 

Bildungszentren mit Zertifikat:

Christian Jensen Kolleg und Haus am Schüberg ausgezeichnet

Das offizielle Dekade-Logo

(Kiel) - Die beiden kirchlichen Einrichtungen „Christian Jensen Kolleg“ in Breklum und „Haus am Schüberg“ in Ammersbek bei Hamburg sind ab sofort zertifizierte Bildungszentren. Die entsprechenden Zertifikate hat heute (9. Juli) der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Dr. Christian von Boetticher, in einer Feierstunde übergeben.

Das Christian Jensen Kolleg und das Haus am Schüberg sind damit die ersten kirchlichen Bildungs- und Tagungszentren, die in Norddeutschland im Rahmen der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurden. Mit ihren Bildungsangeboten in den drei zentralen ökumenischen Themenfeldern Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung setzen sie Akzente für die kirchliche sowie für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Damit würdigt das Land Schleswig-Holstein die hervorragende pädagogisch-konzeptionelle und organisatorische Ausrichtung der Häuser in Bezug auf nachhaltige Bildungsarbeit.

Die drei Aspekte der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE), die ökologische, die ökonomische und die soziale Dimension, bilden sich im Tagungsangebot der beiden kirchlichen Häuser in überzeugender Weise ab. Die Zertifizierung wird kontinuierlich überprüft und nach drei Jahren erneut vergeben.

Friedemann Magaard, Breklum

Friedemann Magaard, Breklum

Friedemann Magaard, Leiter des Breklumer Christian Jensen Kollegs, freut sich über den gemeinsamen Auftritt der kooperierenden kirchlichen Bildungszentren: „Mit diesem inhaltlichen Schulterschluss werden wir die Leuchtkraft der beiden Häuser erhöhen. Nachhaltigkeit ist schließlich das Zukunftsthema aller Menschen“, sagte er während der Feierstunde.

Das Christian Jensen Kolleg pflegt weltweite kirchliche Partnerschaften und setzt im ländlichen Raum Akzente zu Fragen des Klimaschutzes. Das Haus am Schüberg verfügt seit Jahrzehnten über entwicklungspolitische Angebote, die über bundesweite Ausstrahlung verfügen. Aktuell werden Themen zu Fragen der Stadtentwicklung in der Metropolregion Hamburg bearbeitet.

(NEK)


 

 

Energiedetektive im Einsatz:

Klimaschutz in Kindertagesstätten

Prof. Mojib Latif, Kiel

Der Klimawandel macht sich schon heute bemerkbar und kann in Deutschland und weltweit noch eingedämmt werden. Mit dieser Botschaft trat Prof. Mojib Latif am 2. Juli bei einer Veranstaltung im Rathaus Altona auf. Eingeladen hatten die Stiftung „Save our future“ (SOF), der Kirchenkreis Hamburg-Ost und die Stadt Hamburg anlässlich der Vorstellung ihres gemeinsamen Projektes „Energiedetektive“ für evangelische Kindertagesstätten.

Auf die deutlichen Worte des bekannten Kieler Klimaforschers antworteten Peter Lindlahr, Klimaschutzkoordinator der Freien und Hansestadt Hamburg, Jürgen Warmke-Rose, Leiter des Bezirksamtes Altona, und Maria Jepsen, Bischöfin der Nordelbisch-Evangelisch-Lutherischen Kirche. Alle gemeinsam wiesen sie darauf hin, dass wir die Weichen für das zukünftige Klima stellen müssen, um die verheerenden Auswirkungen der Erderwärmung im Sinne der zukünftigen Generationen einzudämmen.

Kita-Kind

Kinder in Aktion

Die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen wies besonders auf die Bedeutung der Bildung für den Klimaschutz hin: „Es ist wichtig, dass die Kinder Zusammenhänge erkennen, erleben, fühlen, damit sie selbst sich wach, liebevoll und verantwortlich in dem Netz des Lebens, in das die Schöpfung sie stellt, bewegen können.“ Der Stiftung SOF und dem Hamburger Senat sprach sie einen Dank für die gute Zusammenarbeit im Bildungsbereich aus. In praktischen Klimaschutz und in der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung werde sich die Nordelbische Kirche in den kommenden Jahren deutlich engagieren.

Die Veranstaltung schloss mit einer lebhaften und kontroversen Diskussion der etwa 80 Anwesenden. Das begonnene Projekt „Energiedetektive“ wird sich nun vor allem mit praktischen Klimaschutz in den Kitas befassen, will den Kindern bewussten Umgang mit Energie nahe bringen und bietet Fortbildungen für die Erzieherinnen an. Die Eltern werden ebenfalls mit einbezogen.

(SOF/nek)

Links:
Informationen zum Projekt „Die Energiedetektive“ im Internet


Fotos zur kostenfreien Veröffentlichung


 

 

Gemeinsam mit dem Hamburger Senat:

Nordelbische Kirche setzt Zeichen zum Klimaschutz
Maria Jepsen, Bischöfin

Bischöfin Maria Jepsen, Hamburg

(Hamburg) - Angesichts des fortschreitenden Klimawandels wird die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche (NEK) ihre Anstrengungen zum Schutz des Klimas deutlich erhöhen.

Nach einem Beschluss der Kirchenleitung ist seit kurzem mit dem Beitritt Nordelbiens zur „Deutschen Klima-Allianz“, der viele Landeskirchen angehören, ein deutliches politisches Signal für eine deutliche Wende in der Energiepolitik gesetzt worden. Konkret soll es zukünftig eine vordringliche Aufgabe sein, den Energieverbrauch zu kontrollieren, Gebäudenutzungspläne zu erarbeiten und den sogenannten „Grünen Strom“ zu nutzen. Mit einer Klimakampagne, die im Frühjahr kommenden Jahres gestartet wird, sollen darüber hinaus Anreize geschaffen sowie das Bewusstsein für nachhaltige Veränderungen im Energieverbrauch geschärft werden.

Die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, Maria Jepsen, sagte dazu heute (30. Juni) auf einer Pressekonferenz in der Hansestadt: „Was wir im Glaubensbekenntnis seit fast 2000 Jahren Sonntag für Sonntag sprechen und in Liedern singen, das bedarf einer konsequenten Praxis, eines maßvollen Verhaltens in Sachen Energie und ökologischer Innovationen.“ Die Kirche sehe sich in der Pflicht, für Klimagerechtigkeit und Klimaschutz einzutreten, mit Worten und Taten. Besonders freue es sie, dass in Hamburg Senat und Kirche bereits gemeinsame Anstrengungen unternähmen, so die Bischöfin weiter.

Diese werden in Teilen durch Mittel aus dem Konjunkturprogramm II möglich, dass Vertreter der Hamburger Senats auf der Veranstaltung vorstellten.

Der Staatsrat für Stadtentwicklung und Umwelt des Hamburger Senats, Christian Maaß, begrüßte die Zusammenarbeit: „Mit der Nordelbisch Evangelisch-Lutherischen Kirche wurde ein strategisch wichtiger Partner mit konkreten Klimaschutz-Projekten gewonnen. Die 1 700 Gebäude der NEK bieten ein riesiges Potential, um eine zukunftsfähige Energieversorgung zu realisieren.“

Aus Mitteln des Konjunkturprogramms II werden in Zusammenarbeit mit der Klimaschutzleitstelle der Freien und Hansestadt Hamburg sieben Projekte mit insgesamt 1,27 Millionen Euro kurzfristig gefördert. Darunter ist auch die für etwa 120 Kinder ausgelegte Kindertagesstätte „Wackelzahn“ in der Trägerschaft der Gnadenkirche Hamburg-Lohbrügge.

Wie viele Gebäude der Kirche, die in den 60er Jahren entstanden, ist die Kita Wackelzahn (1969) ein schlecht gedämmter Bau aus den Jahren des Baubooms, die zudem eine dringend erneuerungsbedürftige Heizungsanlage hat. Das Konjunkturprogramm ermöglicht im Zuge des geplanten Umbaus auch den Bestand an neuesten energetischen Erkenntnissen auszurichten.

Auf Grund eines durch das Hamburger Architektenbüro pmp (Projekt Gesellschaft für Projektentwicklung und Generalplanung mbH) erstellten „Energie-Passes“ sind verschiedene Verbesserungen geplant. So werden die Dämmung der Wände und Kellerdecken, der Austausch von Fenstern und der Einbau einer Heizungsanlage (Pelletheizung) vorgenommen werden. Da energetische Berechnungen und eine Gesamtplanung bereits vorliegen, können die beantragten Mittel von 120 000 Euro verwendet werden.

Die Pröpstin des Kirchenkreises Hamburg-Ost, Margit Baumgarten, umriss in der Pressekonferenz die weiteren Anstrengungen des Kirchenkreises Hamburg-Ost. Sie hob dabei das Projekt „kita ökoplus“ hervor, das seit 2002 in den Kindertagesstätten des Kirchenkreises den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen fördert. Durch intensive Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen werde ein ganzheitlicher Rahmen in der Kinderbetreuung angestrebt und in der Bildungsarbeit verankert.

Das gerade gestartete Projekt „Lasst hundert Häuser grünen…“ soll mit der geplanten Förderung durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt ein Klimaschutz-Teilkonzept für jeweils bis zu 100 kircheneigene Gebäude erstellen. Bei allen Vorhaben spiele Das UmweltHaus am Schüberg als Einrichtung des Kirchenkreises eine entscheidende Rolle. Es sei die Ansprech-, Beratungs- und Vernetzungsstelle für Nachhaltigkeit, Klima und Umwelt für alle Kirchengemeinden und weiteren Partner.

„Um auch eigenes Verhalten verändern zu helfen, unterstützt der Kirchenkreis unter anderem den Umstieg seiner 3.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf öffentliche Verkehrsmittel mit einem Zuschuss zum Nahverkehrs–Ticket“, sagte die Pröpstin weiter.

Der Klimaschutzbeauftragte der Nordelbischen Kirche, Jan Christensen, verwies auf der Pressekonferenz abschließend auf die für das Frühjahr geplante Klimakampagne. Sie werde genutzt, um Empfehlungen zum Klimaschutz und deren Umsetzung dauerhaft und umfassend zu implementieren. „In den nach dem Start folgenden drei Jahren werden wir über Klimagerechtigkeit aufklären, motivieren und aktiven Klimaschutz betreiben. Die Kampagne richtet sich nicht nur nach innen, die Nordelbische Kirche empfindet sich vielmehr auch als glaubwürdige Partnerin in gesamtgesellschaftlicher Öffentlichkeit und in der weltweiten Ökumene“, sagte Jan Christensen.

(NEK)


 

Breites Bündnis fordert:

Energiewende sofort, auch in Schleswig-Holstein
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(Kiel/Rendsburg) - Die evangelische Hilfsorganisation „Brot für die Welt“, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und der Evangelische Entwicklungsdienst rufen gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Verbän-den, Organisationen, Initiativen, Wirtschaftsunternehmen, Parteien und Einzelpersonen zu einer Energiewende in Schleswig-Holstein auf. Der voranschreitende Klimawandel bedroht den Erhalt der Lebensgrundlagen weltweit. Die Verbände fordern daher eine Klima- und Energiepolitik, die auf Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbaren Energien setzt - ohne den Ausstieg aus dem Atomausstieg und ohne neue Kohlekraftwerke.

Den Aufruf „Energiewende sofort, auch in Schleswig-Holstein“ haben bereits zahlreiche Persönlichkeiten aus gesellschaftlichen Organisationen, Politik und Wirtschaft unterzeichnet. Der Aufruf knüpft an die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ an, die „Brot für die Welt“, BUND und EED kürzlich herausgegeben haben.

„Der voranschreitende Klimawandel bedroht den Erhalt unserer Lebensgrundlagen weltweit“, erklärte Landespastorin Petra Thobaben, Sprecherin des Vorstands des Diakonischen Werks Schleswig-Holstein, am Donnerstag in Kiel für "Brot für die Welt". “Wir brauchen einen Zivilisationswandel für den Übergang zu einer postfossilen Zivilisation. Dazu gehört der Aufbau von Regelwerken und Institutionen, die die Achtung der Menschenrechte gewährleisten und die Wirtschaftsentwicklung innerhalb der Grenzen halten, die die Regenerationsfähigkeit unserer Erde erlauben. Wir brauchen dazu einen Wandel der Leitbilder für unser Handeln und Sein. Das Wohl des Gemeinwesens muss wieder im Vordergrund stehen, die persönliche Lebensführung der globalen Verantwortung gerecht werden.“

Zu den notwendigen Veränderungen in der Energiepolitik erklärte Hans-Jörg Lüth, Landesgeschäftsführer des BUND: “Eine Energiewende für Schleswig-Holstein ist un-verzichtbar und machbar, man muss sie nur wollen. Konsequentes Energiesparen, Steigerung der Energieeffizienz und ein „Green deal“ für den sofortigen Ausbau regenerativer Energien ermöglichen den Verzicht auf klimaschädliche Energien wie Kohle und Öl oder Menschen gefährdende Technologien wie Atomkraft. Während des Stillstands von Brunsbüttel und Krümmel ist kein einziges Licht ausgegangen. Einen Ausstieg aus dem Atomkonsens darf es nicht geben. Statt eines Neubaus von großen Kohlekraftwerken benötigen wir eine dezentrale Energieversorgung mit Kraft-Wärme-Koppelung. Auf jedes öffentliches Gebäude gehört eine Solaranlage.“

Die Verantwortung für „Eine Welt“ betonte Agnes Sander vom Evangelischen Entwick-lungsdienst: “Ein Verharren in der konventionellen Energiewirtschaft wird unserer Ver-antwortung für die Länder des Südens nicht gerecht. Diese leiden besonders unter dem Klimawandel, den wir durch unsere Wirtschafts- und Lebensweise wesentlich verursachen. Wir müssen deshalb vorangehen mit dem Umstieg von der fossilen Energieverschwendung hin zu einem nachhaltigen und verantwortungsbewussten Umgang mit erneuerbaren Energien. Eine Umweltpolitik, die nicht gleichzeitig Solidaritätspolitik ist, wird erfolglos blieben.“

Mit ihrem Aufruf für eine Energiewende in Schleswig-Holstein wollen die Unterzeichner die gesellschaftliche Diskussion für eine verantwortungsvolle Energiepolitik vorantreiben und eine Plattform für ein breites Netzwerk bieten. Mit einer eigenen Homepage wird der Austausch organisiert, über Fachthemen und Veranstaltungen informiert und die Planung von lokalen und landesweiten Aktionen organisiert werden. Die beteiligten Organisationen rufen zu einer breiten Beteiligung zur Unterzeichnung des Aufrufs auf.

Den Aufruf können Sie hier als pdf im Wortlaut herunterladen!

Die Liste der ErstunterzeichnerInnen können Sie hier als pdf herunterladen!

Für Rückfragen:
Michael van Bürk, Pressesprecher, Diakonisches Werk Schleswig-Holstein,
Tel. 04331 - 593 - 197 oder 0174 - 15 17 485
Hans-Jörg Lüth, Landesgeschäftsführer BUND,
Tel. 0431 - 6 60 60 - 20 oder 0178 - 23 21 774



 

Bischof Ulrich:

CO2 nicht einlagern, sondern vermeiden!
Bischof Ulrich, Schleswig

(Schleswig) - Der für die Kirchenkreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg verantwortliche Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, Gerhard Ulrich, hat sich gegen die Pläne für ein CO2-Endlager in der Region ausgesprochen.

"Ich unterstütze die breite, parteiübergreifende Ablehnung dieses Projektes in der Bevölkerung und den gesellschaflichen Gruppen", sagte der Bischof in Schleswig, "technologische Großprojekte solchen Ausmaßes berühren unseren Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung und verletzen die Einsicht in die Fehlerhaftigkeit menschlichen Tuns."

Folgen und Risiken der CO2-Einlagerung seien aus heutiger Sicht nicht abzuschätzen, die Besorgnisse der Menschen in Nordfriesland und Schleswig-Flensburg müssten deshalb sehr ernst genommen werden.

Angesichts der Notwendigkeit eines nachhaltigen Klimaschutzes seien alle Anstrengungen auf die Weiterentwicklung von CO2-armen Ernergieversorgungstechnologien zu konzentrieren.

"Die Menschen in den betroffenen Regionen haben in den letzten Jahren große Beiträge zu einer zukunftsfähigen Energiewirtschaft geleistet", betonte der Bischof. "Es gibt erhebliche Fortschritte im Bereich der Wind-, Sonnen- und Biomassenutzung. Dieses Engagement gilt es zu stärken."

(NEK)



 

Umweltkonflikt in Nordfriesland:

Kirche macht gegen CO2-Endlager mobil
Kohlekraftwerk

Kohlekraftwerk
(Foto: Marco Barnebeck/ pixelio.de)

(Leck/Kiel) - Der Widerstand gegen ein mögliches Endlager von Kohlendioxid (CO2) im Kreis Nordfriesland und Teilen von Schleswig-Flensburg wächst. Jetzt macht auch die evangelische Kirche dagegen mobil. Weiter hat sich die Schleswig-Holsteinische Meiereiwirtschaft gegen die geplante CO2-Speicherung ausgesprochen.

Die Kirchengemeinde Leck (Kreis Nordfriesland) hat beschlossen, Firmen den Zugang zu ihren Ländereien zu verwehren, die dort seismische Untersuchungen starten wollen. Auch Nordelbiens Umweltpastor Thomas protestierte gegen das Vorhaben. Damit stellen sich Kirchengemeinde und der Umweltbeauftragte der Nordelbischen Kirche hinter die besorgte Bevölkerung.

Die Kreisbauernverbände Südtondern, Husum-Eiderstedt und Flensburg hatten jüngst die Planungen für die seismischen Untersuchungen ebenfalls kritisiert und das Endlager strikt abgelehnt. Sie riefen die Landwirte dazu auf, dem Konzern RWE-Dea die Zustimmung zum Betreten ihrer Grundstücke zu verweigern und die Erkundungen zu verhindern.

Der Vorsitzende der Schleswig-Holsteinischen Meiereiwirtschaft, Peter Lüschow, verwies jetzt auf ein "gutes Image" der Milch und Milchprodukte. "Der Ruf unserer qualitativ sehr hochwertigen Rohmilch und die Sicherheit und Qualität der in Schleswig-Holstein hergestellten Milchprodukte darf auf keinen Fall in Gefahr gebracht werden." Eine CO2 Speicherung würde das Reinluftgebiet zwischen den Meeren in eine Müllkippe Deutschlands mutieren lassen, heißt es in einer Erklärung der Milcherzeugervereinigung.

Nach Einschätzung des Kirchenvorstands Leck sind "die Risiken dieser Technologie gegenwärtig nicht abzusehen". Aus Verantwortung gegenüber der Schöpfung müsse in erster Linie dafür gearbeitet werden, CO2 aus Kohlekraftwerken so umfassend wie möglich zu vermeiden. Zugleich müsse verstärkt Energie regenerativ gewonnen werden, heißt es in einer Erklärung, die der evangelischen Wochenzeitung "Die Nordelbische" zugeleitet wurde.

Schaack sagte, dass die Speicherung von CO2 in geologischen Strukturen im Untergrund Norddeutschlands "die Verlängerung einer veralteten und höchst gefährlichen Technologie" bedeute. Ob die Speicherung selbst funktioniere, sei noch unsicher. "Der Bau einer CO2-Pipeline aus dem Ruhrgebiet nach Nordfriesland, für die dann auch noch der Steuerzahler bezahlen soll, ist eine verrückte Idee", sagte der Umweltbeauftragte dem epd.

Die Zukunft der Energiepolitik kann nach Schaacks Ansicht nur in der Senkung des Energieverbrauchs und im Einstieg in erneuerbare Energien liegen. "Damit kann Deutschland als CO2-Emittent im großen Stil ein Zeichen setzen und für viele Schwellen- und Entwicklungsländer ein Vorbild sein", sagte der evangelische Theologe.

Die Kirchengemeinde Leck lädt besorgte Bürger zu einer wöchentlichen Andacht mittwochs um 18.00 Uhr in der St. Willehad-Kirche ein. In dieser halben Stunde können sich Menschen Zeit nehmen, "in Gemeinschaft Sorgen und Hoffnungen miteinander und mit Gott zu teilen". Die erste Andacht findet am 17. Juni statt.

(epd-Nord)


 

Biopatente einschränken:

Kirchliche Experten fordern eine Verschärfung der EU-Biopatentrichtlinie

Lauter Gene

(Foto: Gabi Schoenemann/ pixelio.de)

(Hannover) - Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat für Mittwoch, den 10. Juni, zu einem runden Tisch „Grüne Biopatentierung“ eingeladen. Auch kirchliche Vertreter werden dabei über eine Änderung des Patentrechts beraten. „Patente auf Pflanzen und Tiere haben negative Auswirkungen auf Forschung, Züchtung und Landwirtschaft. Entwicklungsländer werden durch Biopiraterie massiv benachteiligt“. Mit dieser Begründung unterstützen der Ausschuss für den Dienst auf dem Land (ADL) und die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der Gliedkirchen der EKD (AGU) die aktuellen politischen Initiativen zur Verschärfung der EU-Biopatentrichtlinie 98/44/EG.

Dr. Clemens Dirscherl, Agrarsozialer Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), plädiert dafür, das jetzt offene politische Zeitfenster konsequent zu nutzen. Es bestehe seit Längerem dringender Handlungsbedarf bei den Biopatenten. Dirscherl wörtlich: „Parteiübergreifend treten Agrarpolitiker für eine Verbesserung des EU-Biopatentrechts ein. Die Länder Hessen und Bayern haben dazu im Frühjahr 2009 im Bundesrat Initiativen ergriffen. In aktuellen Fachanhörungen auf Bundesebene kritisiert die Mehrheit der Experten die bisherige Patenterteilungspraxis des Europäischen Patentamtes. Es wäre aus Sicht der EKD fatal, die anstehenden politischen Entscheidungen in die kommende Legislaturperiode zu verschieben. Der breite gesellschaftspolitische Impuls könnte durch die erhebliche Zeitverzögerung ins Leere laufen.“

Seit Jahren fordern evangelische Fachorganisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt und Entwicklungspolitik ein eindeutiges Verbot der Patentierung von Pflanzen und Tieren, von pflanzlichen und tierischen Gensequenzen sowie von „im wesentlichen biologischen Züchtungsverfahren“. Denn die Biopatente nützten lediglich ökonomischen Partikularinteressen. Prof. Hans Diefenbacher, Umweltbeauftragter des Rates der EKD, betont, dass es angesichts des Klimawandels von hohem gesamtgesellschaftlichen Interesse sei, dass der Zugang zu den genetischen Ressourcen nicht privatisiert wird. „Unsere Nutztiere und Nutzpflanzen stammen aus allen Erdteilen. Seit 10.000 Jahren werden sie gezüchtet. Sie sind ein gemeinsames kulturelles Erbe der Menschheit und nicht der Privatbesitz einzelner Unternehmen. Es gilt, die Vielfalt des Lebens zu erhalten und zur Sicherung der Welternährung für alle Menschen zugänglich zu machen."

(Text: ekd Hannover)


 

Zwölf Quadratmeter für Bienen:

Kirche pflanzt Bieneninsel in der Hafencity
Biene auf Löwenzahn

(Foto: Steffen Banhardt, Wikipedia)

(Hamburg) - Eine Wildblumenwiese als "Bienen-Insel" entsteht derzeit in der Hamburger Hafencity. "Die Samen sind gesät, wachsen müssen sie allein", sagte Projekt-Initiator Axel Richter vom KunstHaus am Schüberg in Ammersbek (bei Hamburg) am Montag. Das kleine kreisrunde Flurstück sei zwar nur etwa zwölf Quadratmeter groß, liege aber dafür direkt neben der Kapelle des Ökumenischen Forums HafenCity in der Nähe des Überseezentrums. Zudem sei es als 30. Bienen-Insel der Stadt ein kleines Jubiläumsstück.

Erst vor zehn Tagen war Hamburgs erste neue "Bienen-Insel" an der Christuskirche am Wandsbeker Markt gepflanzt worden. Weitere wurden auf den Grundstücken diverser Hamburger Kirchengemeinden und Kindertagesstätten gepflanzt. Mit der Aussaat von Wildblumen will der evangelische Kirchenkreis Hamburg-Ost den vom Aussterben bedrohten Bienen im Stadtgebiet neue Nahrung schaffen sowie städtische und ländliche Regionen des Kirchenkreises vernetzen.

Die neue Aufmerksamkeit für Bienen versteht sich auch als Kunst-Projekt. So soll am 4. Juni neben der Bienen-Insel in der HafenCity eine drei Meter hohe Stahlskulptur des Bildhauers Hartmut Sy aufgestellt werden. Mit ihr bekäme der Ort "eine zusätzliche Vertiefung" und schaffe "künstlerische, ökologische und theologische Zugänge zu einem ganzheitlichen Schöpfungsverständnis", sagte "BienenArt"-Initiator Richter. Geplant sind weitere Kunstaktionen mit Wachs, Ausstellungen in den Hauptkirchen und ein Kunst-Symposion mit Holz-Skulpturen.

Die Honigbiene ist in Deutschland nach dem Schwein und dem Rind das drittwichtigste Nutztier. Vor allem im Obst- und Gemüsebau sind die Insekten unverzichtbar. An die 500 Bienenarten leben in Deutschland. Ihre zentrale Bedeutung liegt in der Bestäubung von Obst und Gemüse. Häufig gibt es durch die Insekten eine bessere Qualität bei Früchten und Samen als durch Selbstbestäubung.

Infos unter www.bienenart.de

(Text: epd)


 

Schöpfung vor Ausbeutung schützen:

Bischof Ulrich für würdigen Umgang mit der Schöpfung
Bischof Ulrich, Schleswig

(Trappenkamp/Kiel) - Einen würdigen Umgang mit Schöpfungsgütern hat der Bischof für den Sprengel Schleswig und Holstein, Gerhard Ulrich, angemahnt.

Ulrich, der zugleich Vorsitzender der Kirchenleitung der Nordelbischen Kirche ist, sagte am Mittag in einer Andacht auf einer Veranstaltung in Trappenkamp, immer dann, wenn Schöpfungsquellen zum Gegenstand von Marktprozessen würden, sei die Gefahr gegeben, dass mit Gottes Werk unverantwortlich umgegangen werde. „Wenn Milchprodukte zu Dumpingpreisen auf den Markt gebracht werden oder auch Getreide Autos bewegen, ist das kein sinnvoller Umgang mit natürlichen Produkten und den Menschen, die für deren Herstellung verantwortlich sind“, sagte der Bischof. So seien Schleuderpreise für Milchprodukte auch eine Missachtung der Landwirte, die mit ihrer Arbeit die Schöpfung bewahrten.

Ulrich forderte, Gottes Schöpfung und sich selbst vor Ausbeutung viel ernster zu nehmen als es zur Zeit der Fall sei und dafür auch Zeichen zu setzen.

Der Bischof sprach auf Einladung des CDU-Landesverbandes Schleswig-Holstein auf dessen Natur- und Umwelttag im Erlebniswald Trappenkamp.

(NEK, Norbert Radzanwoski)


 

Grün ist die Zukunft

Eröffnung des Baumparks Ratzeburg
Wald groß

Mit einer symbolischen Baumpflanzung durch Pröpstin Frauke Eiben, Landrat Gerd Krämer und Bürgermeister Rüdiger Voß eröffnet die Ökumenische Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit am Montag, 4. Mai 2009, 11.00 Uhr, den Baumpark Ratzeburg. Damit erhält Ratzeburg einen neuen Landschaftspark auf einem 15-Hektar-Areal am Südrand der Stadt (an der Möllner Straße zwischen Neubaugebiet Barkenkamp und Bahnübergang Richtung Fredeburg).

Der Baumpark Ratzeburg ist ein gemeinnütziges Bürgerprojekt: Ratzeburger und Ratzeburgerinnen sowie Gäste und Freunde der Stadt sind eingeladen, als Baumstifter aus 20 Baumarten „ihren“ Baum und seinen Standort auszuwählen und damit den Baumpark mitzugestalten. In den kommenden fünf Jahren sollen jeweils 50 bis 60 Bäume gepflanzt werden, sodass die Bepflanzung 2014 mit 300 Bäumen abgeschlossen sein wird.

Damit entsteht in Ratzeburg ein Landschaftspark ganz eigener Art, der dem Bedürfnis vieler Menschen nach einem Leben im Einklang mit der Natur Raum gibt. Die Beweggründe, Baumstifter zu werden – vom ökologischen Signal bis zur ganz persönliche Sinnsuche – will die Ökumenische Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit in Baumgeschichten nachzeichnen und damit die vielfältigen Beziehungen von Menschen und Bäumen zum Thema machen.

Der Baumpark soll zunächst ganz einfach Artenkenntnis vermitteln – insbesondere in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen –, dann aber auch die Bedeutung ergründen, die Bäume im Leben der Menschen haben. Wer bereit ist, seine Baumgeschichte mit anderen zu teilen, trägt dazu bei, kommenden Generationen ein Stimmungsbild der Menschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu vermitteln. Auf diese Weise entsteht eine bleibende, landschaftsästhetisch reizvolle Ortsrandgestaltung mit einer hohen symbolischen Aussagekraft, die vermutlich einige Tausend Bürgerinnen und Bürger langfristig emotional an diesen Ort binden wird.

Die Motive, Baumstifter zu werden, sind so vielfältig wie die Schicksale der Menschen. Im Baumpark beseht die Möglichkeit ein ganz persönliches Zeichen zu setzen: aus Freude über den gefundenen Lebenspartner, aus Dankbarkeit für eine neue Chance, zur Feier eines Firmenjubiläums oder auch im Gedenken an verstorbene Menschen oder Tiere.

Um den Baumpark Ratzeburg im öffentlichen Leben fest zu verankern, werden dort über das Jahr verteilt verschiedene Veranstaltungen stattfinden. Es wird mehrmals im Jahr feste Pflanztermine geben und verschiedene andere Gelegenheiten, den Baumpark in Gemeinschaft mit anderen zu besuchen: im Rahmen von schulischen Veranstaltungen, zu Gottesdiensten, geführten Spaziergängen oder auch Sommerfesten.

Folgende Baumarten stehen zur Auswahl: Feldahorn, Bergahorn, Spitzahorn, Hängebirke, Moorbirke, Hainbuche, Rotbuche, Europ. Lärche, Wildapfel, Kiefer, Zitterpappel, Vogelkirsche, Wildbirne, Traubeneiche, Stieleiche, Salweide, Vogelbeere, Eibe, Winterlinde und Flatterulme.


Ansprechpartner: Dr. Arnd Heling, Ökumenische Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit, Junkernstr. 5, 23909 Ratzeburg, Tel. 04541-80 58 77, Fax -80 89 32, stiftung@schoepfungsbewahrung.org

Weitere Informationen unter www.baumpark-rz.de und www.schoepfungsbewahrung.org und als Download hier.

(Text: Ökumenische Umweltstiftung)


 

Streit an der Elbe:

Ärzte aus Brunsbüttel warnen vor Kohlekraftwerken
Kohlekraftwerk

Kühlturm eines Kohlekraftwerks
(Foto: seidenrauxel/pixelio.de)

Brunsbüttel - 30 Ärzte aus Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) und Umgebung haben vor den Gefahren von Kohlekraftwerken gewarnt.

Angesichts von drei geplanten Kraftwerken erklärten die Mediziner am Montag, dass sie sich um die Gesundheit der Menschen und insbesondere der Kinder sorgten. Durch die Verbrennung von Kohle werde nicht nur klimaschädliches Kohlendioxid in die Atmosphäre gepustet. Es würden auch große Mengen an umwelt- und gesundheitsschädlichen Schadstoffen freigesetzt, darunter Feinstaub, Stickoxide, Blei und Quecksilber.

Neben den Ärzten kritisieren auch Umweltverbände, die lokale Bauernschaft und die Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe einen "zu erwartenden massiven Anstieg der Schadstoffemissionen in Brunsbüttel und den umliegenden Gemeinden". Nach Angaben einer "Klima-Allianz" sollen in Deutschland über 30 neue Kohlekraftwerke gebaut werden. Die "Klima-Allianz" ist nach eigenen Angaben ein Bündnis von 100 Organisationen wie beispielsweise Gewerkschaften, Entwicklungsorganisationen, Kirchen und Umweltverbänden.

(epd-Nord)


 

Energie vom Acker:

Wieviel Bioenergie verträgt die Erde
Zuckerrohr

Feld mit Zuckerrohrpflanzen
(Foto: Robert Brenner/pixelio.de)

(Bonn/Stuttgart) „Agrotreibstoffe können negative Klima- und Ökobilanzen aufweisen. Durch den Einsatz bereits marktreifer Technologien lassen sich die EU-Klimaschutzziele im Kraftfahrzeugsektor wesentlich effektiver erreichen. Deshalb fordern wir einen Ausstieg aus dem EU-Ziel einer zehnprozentigen Beimischungsquote von Agrotreibstoffen bis 2020, sowie eine schrittweise Rücknahme der derzeitigen Beimischungsquoten,“ sagt Wilfried Steen, Vorstand des Evangelischen Entwicklungsdienstes.

Durch den Energiepflanzenanbau verschärfen sich die Konflikte um natürliche Ressourcen wie Boden und Wasser. Die Zerstörung unwiederbringlicher Lebensräume wie Regenwälder oder Feuchtgebiete sind die Folge. „Die für die Beimischungsquoten in Europa erforderlichen Anbaumengen von Agrotreibstoffen können in Europa selbst nicht gedeckt werden. In Ländern des Südens aber finden bisher keine Prüfungen statt, ob die Flächenausdehnung für den Energiepflanzenanbau sozial- und umweltverträglich ist, oder sich mit dem Recht auf Nahrung der heimischen Bevölkerung vertragen. Faktisch kommt es wegen der weltweit mittlerweile heftigen Flächenkonkurrenz zu massiven und gewaltsamen Landvertreibungen von Kleinbauern. Ferner trägt der Energiepflanzenanbau zu Preissteigerungen von Lebens- und Futtermitteln bei. Das alles verstärkt die Hungerkrise. Der Hunger nach Nahrung sollte aber unsere Hauptsorge sein, nicht der Hunger nach Energie,“ sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von „Brot für die Welt“.

Agrar-, Entwicklungs- und Umweltexperten evangelischer Organisationen plädieren in der am 12. Februar 2008 veröffentlichten Studie „Energie vom Acker – Wie viel Bioenergie verträgt die Erde“ dafür, die vorhandenen natürlichen Grenzen der energetischen Nutzung von Biomasse weltweit zu respektieren und dabei klare Prioritäten zu setzen. Oberste Priorität hat das Menschenrecht auf Nahrung.

Jatropha-Pflanze/Purgiernuss

Jatropha-Pflanze
(Foto: R.K. Henning/jatropha.org)

Bei aller Kritik an der Bioenergie plädiert Dr. Maren Heinke, Ausschuss der Dienste auf dem Lande (ADL) dafür, die weltweit vorhandenen Potenziale der nachhaltigen lokalen Bioenergienutzung in den Bereichen Wärme- und Stromerzeugung zu nutzen. „Als Übergangstechnologie kann etwa zehn Prozent des Weltenergiebedarfs durch Biomasse erzeugt werden. Bei einer Nutzung von landwirtschaftlichen Abfall- und Reststoffen entsteht keine Bedrohung der Ernährungssicherung.“ Der Ausbau lokal angepasster Technologien der Bioenergienutzung wie verbesserte Holzherde oder Biogasanlagen kann zur Überwindung der Energiearmut in Entwicklungsländern beitragen.

Zum Klimaschutz sind Energieeinsparung und die Steigerung der Energieeffizienz die wirksamsten Maßnahmen, nicht die Verwendung von Agroenergie. „Hier sind die Kirchen als Vorbild gefordert. Das kirchliche Umweltmanagementsystem „Der Grüne Hahn bzw. Gockel“ gehört ebenso dazu, wie die Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen in Partnerkirchen armer Länder“, sagt Dr. Thomas Schaack, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der evangelischen Landeskirchen (AGU).

Die Broschüre veranschaulicht wie Aspekte der globalen Gerechtigkeit, der Schöpfungsbewahrung und des Strebens nach einem guten Leben gleichzeitig in den Blick genommen werden können. Sie eignet sich für die Jugend- und Erwachsenenbildung.

Das Heft können Sie hier als pdf herunterladen!


 

Gentechnik-Entscheidungen in Brüssel:

Verbände verlangen von der Bundesregierung Farbe zu bekennen

Foto: tutto62/pixelio.de

(Berlin, 13.02.2009) - Ein breites Bündnis von Umwelt- und Verbraucherverbänden, kirchlichen Organisationen und Verbänden des Ökologischen Landbaus hat heute Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel aufgefordert, eine eindeutige Position gegen die Zulassung neuer Gentechnik-Maissorten („Bt 11“ und „1507“) durch die EU zu beziehen.

Gleichzeitig geht es um die bislang als einzige Gentechnikpflanze in der EU zugelassene Maissorte MON 810. Mehrere Mitgliedsstaaten der EU haben ihr wegen wissenschaftlich begründeter Bedenken die Anbaugenehmigung verweigert. Sie sollen nun von der EU gezwungen werden, den Anbau trotzdem zu erlauben. Auch hier verlangen die Verbände von den federführenden Ministerien, im jeweiligen Ministerrat gegen die Ansinnen der Kommission zu stimmen.

Die Verbände kündigen an, die Antwort auf ihre konkrete Anfrage so zu kommunizieren, dass die Bürger bei den anstehenden Wahlen zu Europaparlament und Bundestag wissen, ob die CSU sich an ihre im bayerischen Landtagswahlkampf gegebenen Versprechen hält und ob die Umweltpolitik der SPD den selbst gesetzten Ansprüchen genügt.

Unterdessen hat die bayrische Landesregierung mitgeteilt, Bayern zu einer gentechnikfreien Region machen zu wollen. Auch neue Sortenversuche wolle man unterbinden und in Brüssel erreichen, dass die Regionen ihre Anbaupolitik selbstständig und unabhängig von EU-Vorgaben gestalten könnten.

Rückfragen zu den anliegenden Offenen Briefen können an die einzelnen Verbände gerichtet werden, die sie unterzeichnet haben. Im Brief selbst sind zwei Kontakt-Telefonnummern angegeben.

(Text: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. und Pressemitteilung Bayern)

> Pressetext mit allen Unterzeichnern als Download

> Offener Brief an Ilse Aigner, Bundeslandwirtschaftsminsterin


 

Politikwechsel in Deutschland:

"Zukunftsfähiges Deutschland" in Kiel vorgestellt

 

(Kiel) - Mit einer Studie wollen Umweltverbände und kirchliche Hilfswerke wie die Diakonie auch in Schleswig-Holstein für einen grundlegenden Wechsel in der Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialpolitik werben.

Grundlage ist die im vergangenen September vorgestellte 650-Seiten-Schrift "Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt". Zunächst soll in Schleswig-Holstein eine Info-Kampagne in Kirchengemeinden und Kommunen gestartet werden, kündigte Hans-Jörg Lüth vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Freitag in Kiel an.

Auf einer zentralen Veranstaltung mit 200 Besuchern ist die Studie am Donnerstagabend in der Kieler Kunsthalle erläutert worden. Herausgeber sind die evangelische Hilfsaktion "Brot für die Welt", der Evangelische Entwicklungsdienst und der BUND. Mitverfasser Michael Kopatz forderte eine Abkehr vom Wirtschaftswachstum als zentralen Lösungsansatz etwa bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Die vorhandene Erwerbsarbeit müsse vielmehr gerechter verteilt werden. "Das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre hat uns nicht zufrieden gemacht", sagte Kopatz.

"Brot für die Welt"-Kampagnenleiterin Danuta Sacher und Schleswig-Holsteins Diakoniechefin Petra Thobaben verwiesen darauf, dass allein eine Veränderung politischer Strukturen nicht ausreichen werde, um einen gesellschaftlichen Neuanfang zu starten. Jeder einzelne Bürger müsse sich angesichts weltweit ungerechter Wirtschaftsstrukturen fragen: "Wo ist meine Verantwortung". Die Menschen in den reichen Industrieländern müssten erkennen: "Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt." "Drei Mal im Jahr nach Mallorca - den Preis bezahlen andere", sagte Sacher in Anspielung auf klimaschädliche Auswirkungen des Flugverkehrs insbesondere in armen Ländern auf der Südhalbkugel.

Die stellvertretende Bundesvorsitzende des BUND, Ulrike Mehl, forderte einen "starken Staat", um die Ziele der Studie wie eine gerechte Finanz- und Sozialpolitik sowie eine umweltverträgliche Energie- und Verkehrspolitik durchzusetzen. So habe in der Wirtschaftspolitik die bislang betriebene Deregulierung der Märkte bei den Armuts- und Umweltproblemen versagt. Auf der Veranstaltung wurde die Werbung einer Fluggesellschaft kritisiert, die nach eigenen Angaben eine Million Flüge für zehn Euro pro Flug verkauft hat. Dieses Preisdumping sei nur möglich, weil die Flüge mit Steuergeldern subventioniert werden.

(epd-Nord)


 

Leitende Geistliche schreiben an Sarkozy

Belebung der Wirtschaft darf nicht Klimaschutz kosten

 

(Hannover/London/Stockholm) - In einem gemeinsamen Brief an den amtierenden Vorsitzenden des Europäischen Rates, den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, haben der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, der Erzbischof der Kirche von Schweden, Anders Wejryd, und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, davor gewarnt, angesichts der derzeitigen Finanzmarktkrise die Bemühungen um den Klimaschutz abzuschwächen. In dem Schreiben, das auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs von Großbritannien und Schweden geschickt wurde, erklären die drei leitenden Geistlichen, dass die angestrebte Belebung der Wirtschaft nicht auf Kosten der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung gehen dürfe. „Wir rufen unsere Regierungen auf, ihren Einsatz hinsichtlich der Herausforderung durch den Klimawandel zu verstärken.“ Im Blick auf die Verhandlungen des Europäischen Rates in Brüssel am 11. und 12. Dezember mahnen die leitenden Geistlichen die europäischen Regierungen, „sicher zu stellen, dass die Bemühungen um den Klimaschutz durch die Suche nach kurz- und mittelfristigen Lösungen für augenblickliche wirtschaftliche Probleme nicht an den Rand gedrängt werden.“

Die Finanzmarkt-, Ernährungs- und Treibstoffkrisen dieses Jahres hätten die vorherrschenden Wirtschaftsmodelle auf den Prüfstand gestellt. „Die neue Herausforderung besteht darin zu lernen, im Rahmen der Möglichkeiten unseres Planeten zu leben; wir müssen uns dieser Herausforderung mit Realitätssinn, einem Sinn für Gerechtigkeit und einer nüchternen Einschätzung des Erbes stellen, das wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen.“ Die Neuausrichtung der Weltwirtschaft zum Beispiel auf Investitionen in „saubere“ Technologien biete viel versprechende Möglichkeiten eines realen und zugleich nachhaltigen Wachstums. „Die Annahme, dass der Umweltschutz beachtliche wirtschaftliche Erträge ebenso wie ökologische Gewinne hervorbringt, wird von Europas eigenen ökologisch orientierten Branchen untermauert, die laut der Europäischen Kommission (Januar 2008) derzeit einen Umsatz von 227 Milliarden Euro und 3,4 Millionen Arbeitsplätze vorweisen können.“

In Gesprächen mit Partnerkirchen in aller Welt, von denen viele unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, sei deutlich geworden, dass Europas Schritte aufmerksam beobachtet würden. „Wir sind deswegen besorgt, dass in dem Moment, in welchem die globalen Klimaschutzverhandlungen einen kritischen Punkt erreichen, Europa die derzeitige Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise zu benutzen scheint, um Schlüsselelemente seines eigenen Klimaschutzpaketes abzuschwächen.“ Es gehe nicht um eine Wahl zwischen wirtschaftlichem Wachstum und Umweltschutz, so die Oberhäupter der anglikanischen Kirche, der lutherischen Kirche von Schweden und der EKD. „Nachhaltig zu arbeiten für das weltweite Gemeinwohl und Gottes Schöpfung zu bewahren sind keine Alternativen – es meint ein und dasselbe.“

Die drei Geistlichen ermutigen dazu, die derzeitige Situation nicht als Bedrohung, sondern als „historische Chance“ anzusehen, „heute die kohlenstoffarme Wirtschaft von morgen auf den Weg zu bringen.“ Das Thema Klimawandel werde in der europäischen Öffentlichkeit als sehr wichtig angesehen. „Wir glauben daher, dass die Menschen an einen solchen Wandel glauben und ihn unterstützen können. Seien Sie versichert, dass wir in diesem kritischen Augenblick mit unseren Gedanken und Gebeten bei Ihnen und den anderen Regierungschefs sein werden.“

Den Brief können Sie hier im Original und in einer deutschen Übersetzung lesen!

Die deutsche Übersetzung bekommen Sie hier als pdf-Datei


 

Was sie schon immer über Rosen wissen wollten:

Aus einer Wurzel zart
Cover Rosenbuch

Cover des Buches "Aus einer Wurzel zart"

(Ratzeburg) - Mit dem Thema Rosen eröffnet die "Ökumenische Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit" die Schriftenreihe „Hortus oecumenicus“ des kirchlichen Gartennetzwerks. Das Buch kann jetzt bestellt werden!

"Aus einer Wurzel zart. Rosen im ökumenischen Garten" ist Ende November erschienen. Das Büchlein im Format 12x18 cm ist reich illustriert und schön gestaltet. Es bietet auf 72 Seiten eine Fülle von Anregungen für die Kirchengemeinde und einzelne Rosenliebhaberinnen und -liebhaber. Es führt gründlich in das Gebiet „Alte Rosensorten“ ein und ermuntert dazu, sich an der „Aktion Rosenstock“ der Ökumenischen Stiftung zu beteiligen.

Vielleicht wollen Sie Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich um die Pflege und Erhaltung der kirchlichen Gartenanlagen in Gemeinden und Einrichtungen verdient gemacht haben, eine Freude machen? Das Buch wird im Selbstverlag und zum Selbstkostenpreis von 6 € bei der Ökumenischen Stiftung vertrieben.

Aus dem Inhalt:
Rosen in Mythologie, Kultur- und Symbolgeschichte; Rosen in der Medizin und Naturheilkunde; Geschichte der Rosenzucht und –verbreitung; Warum alte Sorten? – und wie man sie erhält und pflegt; Wie finde ich die passende Sorte?; Das Pflanzen der Rosen; Befestigung; Pflege der Rosen; Rosen in Gottesdienst und Gemeindeleben; Eine Rosenmeditation; Rosenliteratur – eine Auswahl; Adressen und Links.

Eine Beschreibung des Buches mit Möglichkeit zum Bestellen können Sie hier als pdf herunterladen.


 

 

Flyer für interessierte Organisationen & Kommunen

NABU unterstützt ökologische Stadtbeleuchtung

(Foto: Simon Schwarze, www.pixelio.de)

(Berlin) - Angesichts steigender Energiepreise und neuer Förderprogramme des Bundes zum Klimaschutz ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Beleuchtungsanlagen von Straßen, Brücken und Plätzen oder einzelner Kirchen und Baudenkmäler energetisch wie ökologisch zu modernisieren. Veraltete Stadtbeleuchtung verschwendet nicht nur Energie und Geld, sondern heizt auch das Klima auf und schadet der Natur. Weil unnötige Lichtfallen auch Vögel, Fledermäuse und Insekten gefährden, möchte der NABU mit seinem Projekt „Ökologische Stadtbeleuchtung“ Initiativen vor Ort motivieren und fördern, sich jetzt für eine ökologische Lichtplanung und Sanierung der Stadtbeleuchtung einzusetzen.

Der NABU-Flyer stellt Wissenswertes und Leitlinien für eine klima- und naturverträgliche Stadtbeleuchtung zusammen. Er soll dazu eingesetzt werden, mögliche Partner in der eigenen Kommune zu gewinnen, die sich mit dem NABU gemeinsam für eine energieeffiziente und ökologisch vorbildliche Beleuchtung im öffentlichen Raum einsetzen wollen.

Interessierten Kommunen und Stadtwerken bietet der NABU an, Sanierungsprojekte mit persönlicher Beratung, in Form von Workshops vor Ort oder bei der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Wenden Sie sich an uns, um gemeinsam Modellprojekte ökologischer Stadtbeleuchtung anzustoßen und voranzubringen!

Den Flyer zu dem Projekt können Sie hier herunterladen!

(Text: Nabu Deutschland)


 

Flächendeckende Strategie zum Umweltschutz:

Die Dimensionen des nachhaltigen Lebenswandels

 

(Bremen) - Jetzt ist klar: Wer 3D-Brillen trägt, sieht alt aus. Denn 3-D ist von gestern. 4-D heißt das neue Zauberwort, und das Bemerkenswerte an diesem brandaktuellen Trend zum vierten D: Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) steht ganz an der Spitze. Einen 4-D-Lebenswandel wünschen sich die Mitglieder des Ausschusses, der den Entwurf für die abschließende Kundgebung der Synode zum Schwerpunktthema „Klimawandel – Wasserwandel – Lebenswandel“ formuliert hat. Einen Lebensentwurf, „der sich an den vier Dimensionen Dank, Demut, Denken und Dienst orientiert“.

Denn nicht erst seit heute ist klar: So, wie wir derzeit leben, geht es nicht weiter. Eine Veränderung des allgemeinen Lebensstils aber, die sich an den vier „Ds“ orientiert, kann den notwendigen Wandel bewirken, hoffen die Verfasser des Kundgebungsentwurfes. Das erste D steht für den Dank über die großartige Schöpfung, in der wir leben. D Nummer zwei meint Demut, die Grenzen des Machbaren zu erkennen und „das Lassen zu lernen“. Das dritte D steht für Denken, um Folgen der je individuellen Lebensweise zu reflektieren und „auf die bewusste Begrenzung der eigenen Wünsche zuzugehen“. Schließlich gibt es noch ein D, das auf den Dienst verweist. Dienst soll eine grundlegende Haltung gegenüber der Gemeinschaft sein, die uns trägt. Damit sind politische und gesellschaftliche Verantwortung gemeint.

Logo Gruener Hahn

Logo des kirchlichen Umweltmanagements "Grühner Hahn"

Ganz entgegen der üblichen Gepflogenheiten löste der Vortrag des Textentwurfs keinerlei heftige Reaktionen im großen Rund der Synodalen aus. Vizepräses Klaus Eberl konstatierte eine ungewöhnlich „große Zufriedenheit“ des Plenums mit dem Kundgebungsentwurf. Die Blumigkeit an der ein oder anderen Stelle möge der Konkretion weichen, wurde vereinzelt gefordert, der Präses der westfälischen Landeskirche, Alfred Buß, plädierte für eine deutlichere Benennung der Adressaten des Textes und – ganz im Sinne des heiligen Augustinus – darüber hinaus die Aktivierung der beiden „lieblichen Töchter“ der Hoffnung: Zorn (über die derzeitigen Zustände) und Mut (um diese zu ändern).

Diese Forderung muss ganz im Sinne von Angelika Zahrnt, der Ehrenvorsitzenden des BUND gewesen sein, die das Einbringungsreferat zum Thema gehalten hatte. Die Zeit der „guten Beispiele und Pilotprojekte“ sei vorbei, konstatierte Zahrnt und drängte auf eine „flächendeckende Strategie“ zum Umweltschutz in allen Landeskirchen der EKD. Die eine oder andere Gemeinde habe zwar schon ein Umweltmanagementsystem eingeführt, gab sie zu. Aber wenn die Einführung solcher Maßnahmen in diesem Tempo weiter ginge, dann dauere ihr das zu lang. Ein bisschen Dampf, so scheint es, will die externe Impulsgeberin der Evangelischen Kirche machen. Dampf - noch so ein „D“. Vielleicht das fünfte, das den Erfolg der Kundgebung komplett macht.

(Text: ekd-Pressestelle)

Die beschlossenen Texte der Synode können Sie hier herunterladen:

Kundgebung der Synode "Klimawandel - Wasserwandel - Lebenswandel"
Zehn Schritte zur Schöpfungsbewahrung
Drei Beschlüsse zum aktuellen Handeln der Kirchen


 

 

Jagd innerkirchlich in der Kontroverse:

Hubertus-Messen in der Evangelischen Kirche?

(Foto: trent59, www.pixelio.de)

(Altenkirchen) - „Eine Hubertusmesse zu feiern, versteht sich für evangelische Gemeinden eben nicht von selbst.“ Dennoch ist Pfarrer Michael Dübbers, Sülfeld/Schleswig-Holstein, „davon überzeugt, dass es sich auch für unsere evangelischen Gemeinden ... lohnt, Hubertusmessen zu feiern.“ Dem gegenüber reklamiert Ulrich Seidel, Pfarrer in Brandis bei Leipzig, Erster Vorsitzender von "Aktion Kirche und Tiere, AKUT e.V." Deutschland, den legendären Heiligen Hubertus wohl eher für den Pazifismus. Schließlich sei ihm „Christus in Gestalt der gehetzten Kreatur“ erschienen. Dementsprechend appelliert Seidel: „Kein Segen fürs Töten!“

Hingegen bekennt Jochen Borchert, Präsident des Deutschen Jagdschutzverbandes, im selben Themenheft „Passion Jagd“ der Zeitschrift „Kirche im ländlichen Raum“, dass „es auch ums Beutemachen geht.“ Borchert, der ehemals Bundeslandwirtschaftsminister, Mitglied der Kirchenleitung in Westfalen und Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU war, räumt im Interview ein: „Wer um vier Uhr auf den Ansitz klettert, denkt nicht ausschließlich ans ökologische Gleichgewicht.“

Das ethische und praktisch-theologische Fazit des promovierten Theologen Seidel lautet: „Hubertusmessen sind religiös verbrämte folkloristische Schaustellungen, die das ethische Problem des Tötens gezielt verschleiern oder bagatellisieren. Als ‚Gottesdienst’ haftet ihnen damit etwas Blasphemisches an.“ In der Nachfolge des Hubertus kann eigentlich nur gefordert werden: „Die Kirche sollte sich offiziell von derartigen Veranstaltungen distanzieren. Aber dafür“, so Seidel, „fehlt ihr gewiss der Mut.“

(Foto: Rainer Sturm, www.pixelio.de)

Sein norddeutscher Kontrahent, Dr. Dübbers, betont andererseits „Wir können nicht leben, ohne zugleich am Leben schuldig zu werden.“ Das gelte generell für unser Leben und sei eine nicht auflösbare Spannung, die „auf dem biblischen Hintergrund der Sündenverstrickung des Menschen“ auch im Gottesdienst zur Sprache zu bringen sei.
Und der ehemalige Umweltpfarrer der Pfalz, Gerhard Postel, fragt: „Wie schaffen wir es, ein gutes Bild von der Jagd zu schaffen als einem ganz normalen Handwerk mit viel Können? Wie schaffen wir es, Jägerinnen und Jäger dahin zu erziehen, dass sie den begegnenden Bürger, die Flächeneigentümerin, den Tierschutz, die ökologischen Zusammenhänge, die ganze Schöpfung ernst nehmen und auch morgen noch gerne jagen wollen und jagen dürfen?“

In seinem einleitenden Beitrag zu „Jagd und Tierfriede“ kommt der Theologieprofessor Klaus Koenen, Köln, zu dem Ergebnis, dass die biblischen Visionen vom Tierfrieden dem menschlichen Handeln eine Zielperspektive geben: „Es soll sich am Tierfrieden als dem Ziel göttlichen Handelns ausrichten.“

Weitere Themen in der 48-seitigen Publikation des Ausschusses für den Dienst auf dem Lande in der Evangelischen Kirche in Deutschland sind die Ziele ökologischen Jagens und das Spannungsfeld zwischen Ökologie, Forstwirtschaft und Jagd.

Heft 3/2008 „Passion Jagd“ ist im Verlag erhältlich (Preis: 4,50 € zzgl. Porto).

Bestelladresse:
Kirche im ländlichen Raum
Postfach 1309
57603 Altenkirchen
Tel.: 02681/95160
Fax: 02681/70206
E-Mail: koch@lja.de


 

 

Kohlekraft:

Umweltbeauftragte in der EKD schließen sich Aufruf zu Klimaschutz-Demonstrationen an
Rauchende Schlote eines Kohlekraftwerks

(Foto: chris, www.pixelio.de)

(Breklum/Hannover) - „Klima schützen – Kohle stoppen“ ist das Motto der diesjährigen bundesweiten Kundgebungen, die am 13.09.2008 an den Kraftwerken Staudinger/Hessen und Jänschwalde/Brandenburg stattfinden werden.

Das Steinkohlekraftwerk Staudinger liegt in Großkrotzenburg bei Hanau. Dort plant der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON den Ersatz dreier alter Kraftwerksblöcke durch einen wesentlich größeren Block 6, der die jährlichen CO2-Emissionen von heute 5 auf 8 Millionen Tonnen erhöhen wird. Jänschwalde liegt in einem Tagebaugebiet in der Nähe von Cottbus in der Lausitz. Das Braunkohlekraftwerk ist mit einem Ausstoß von rund 25 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr Europas fünftgrößter Klimagasproduzent

Ambitionierter Klimaschutz ist mit der Vielzahl an Kohlekraftwerken – in Deutschland sollen es in den kommenden Jahren mehr als 20 sein! - nicht möglich. Über die Gesamtlaufzeit der Kraftwerke (über 40 Jahre und mehr) werden hohe CO2-Emissionen festgeschrieben. Deshalb setzt sich die Klimaallianz für ein Kohlekraftwerksmoratorium ein, damit Zeit und Spielräume für die Entwicklung und Umsetzung einer zukunftsfähigen Energie- und Klimaschutzstrategie gewonnen werden.

Noch besteht die Möglichkeit, im Dialog andere energiepolitische und energiewirtschaftliche Weichenstellungen vorzunehmen und – statt mit zentralen Großkraftwerken – die Energieversorgung durch bedeutend effizientere dezentrale Kraftwerke, erneuerbare Energien und effizienteren und sparsameren Umgang mit Energie sicherzustellen.

Mit diesem Aufruf unterstützt die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (AGU) die deutsche Klima-Allianz.

Detaillierte Informationen zu den Demonstrationen, Infos zur Kohlekraftwerksproblematik, zum Zusammenhang von „Klimaschutz und gerechter Entwicklung“ stehen als Download für Sie bereit: www.die-klima-allianz.de.
Dort können Sie auch Materialen kostenlos bestellen.



 

Es bleibt dabei:

Atomkraft ist keine Option
Atomkraftwerk Biblis

Atomkraftwerk Biblis (Foto: bmu, Berlin)

(Breklum/Hannover) - In der gegenwärtig neu entflammten Debatte über die Nutzung der Atomenergie bekräftigt die evangelische Kirche in Deutschland ihre ablehnende Haltung und ihre Warnungen vor einer Verlängerung der Laufzeiten von Kraftwerken. "Atomkraft ist keine nachhaltige Energieform und sie bringt auch keine Beiträge für den Klimaschutz", so Thomas Schaack, Umweltbeauftragter der Nordelbischen Kirche.

Die Diskussion kommt immer wieder auf – auch in der evangelischen Kirche: Ist die Nutzung Kernenergie nun ein Segen oder langfristig ein Fluch für die Umwelt? Doch vor anderthalb Jahren hat die Synode der EKD ihren früheren Beschluss für den Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie ausdrücklich bestätigt: „20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wird der Ausstieg aus der Kernenergie erneut zur Disposition gestellt. Die Synode erinnert in diesem Zusammenhang an ihren Beschluss aus dem Jahr 1987, in dem unmissverständlich festgestellt wurde: "Die nicht mit Sicherheit beherrschbaren Gefahren der gegenwärtigen Kernenergiegewinnung haben zu der verbreiteten Einsicht geführt, dass diese Art der Energiegewinnung mit dem biblischen Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, nicht zu vereinbaren ist. Wir müssen so bald wie möglich auf andere Energieträger umsteigen". Dieser Beschluss wurde 1998 von der Synode bekräftigt.“ Auch auf der Tagung der Synode in Würzburg 2007 fühlten sich die Synodalen verpflichtet, diese Position erneut in das öffentliche Bewusstsein zu bringen.

Das alte Logo der Anti-AKW-Bewegung

In den letzten Wochen wird verstärkt die vermeintlich positive Rolle der Atomkraft als Mittel gegen den Klimawandel betont. Der Umweltbeauftragte der EKD, Prof. Hans Diefenbacher (Heidelberg), hat sich jetzt in einem Text dazu geäußert: "Eine Analyse der jüngsten Debatte um eine Neubewertung der Kernenergie aus Gründen des Klimaschutzes kommt zu dem Ergebnis, dass keine wirklich neuen Argumente ausgetauscht wurden und deshalb der Plan zum Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie in der Bundesrepublik Deutschland mit unverändertem Zeitplan beibehalten werden sollte". Eine jüngst erschienene Broschüre des Bundesumweltministeriums kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.

Der Umweltbeauftragte der Nordelbischen Kirche, Thomas Schaack, plädiert aus diesen Gründen für das Festhalten am Atomausstieg. Damit wäre 2021 Deutschland Atomstrom-frei, also auch die drei schleswig-holsteinischen Kraftwerke in Krümmel, Brokdorf und Brunsbüttel außer Betrieb. Was bleibt sind die Ruinen der Kraftwerke, die dann in einem langwierigen Prozess abgerissen werden müssen und der Atommüll, der noch für Jahrtausende gefährlich ist und aufwändig aufbewahrt werden muss. Eine Endlagermöglichkeit vor allem für die hochradioaktiven Abfälle gibt es bis heute weltweit nicht. Erst kürzlich hatten die Vorgänge im Forschungsbergwerk Asse II bei Braunschweig gezeigt, dass vermeintlich sichere Lagerstätten schon nach wenigen Jahrzehnten ungeahnte Gefahrenpotentiale entwickeln. Die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der EKD (agu) hatte sich ebenfalls kritisch zu den Vorgängen in der Asse geäußert.

(ekd/schaack)

>> Untersuchung von Prof. Diefenbacher zu "Kernenergie und Klimaschutz" (Juli 2008)
>> Aktuelle Broschüre des Bundesumweltministeriums zur Atomfrage
>> Die Umweltbeauftragten der EKD (agu) zum Forschungsbergwerk Asse II
>> Text zur Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (FEST Heidelberg, 2006)


 

Mensch und Tier – "primär verwandt":

Theologische Zoologie
Flash, Uhlenkrog

Flash - ein Hund im Tierheim (Photo: Tierheim Uhlenkrog, Kiel)

(Eichstätt) - „Zunächst war das Unverständnis total“, berichtete Akademiedirektor Dr. Florian Schuller über die Entstehungsgeschichte der ungewöhnlichen Tagung, zu der die Katholische Akademie in Bayern jetzt nach Eichstätt eingeladen hatte. „Das Tier entdecken“ lautete das Thema und wie die „Anstösse zu einer Blickerweiterung in der Theologie“ aussehen könnten, die da gegeben werden sollten, vermochte sich anfangs niemand vorzustellen.

Tatsächlich war auch so mancher der Teilnehmer mit Vorbehalten in den Spiegelsaal der Residenz gekommen und reagierte zunächst vielleicht sogar belustigt, das erste Mal mit dem Phänomen einer „theologischen Zoologie“ konfrontiert. Doch die hochkarätig besetzte interdisziplinäre Veranstaltung vermochte durch fesselnde Vorträge die Skepsis zu vertreiben und neugierig zu machen auf weitere fruchtbare Begegnungen zwischen Naturwissenschaften und Theologie.

Ob und wenn ja, wie Tiere denken, fühlen und folglich handeln, erklärte mit erhellenden Beispielen aus der jüngsten verhaltensbiologischen Forschung der Professor für Zoologie Dr. Norbert Sachser aus Münster. Die alte Einordnung und Abgrenzung, die von Tieren als Instinktwesen und Menschen als Vernunftswesen sprach, hat laut Sachser ausgedient, immer deutlicher zeigte sich, wie viel ähnlicher, als angenommen, wir unseren tierischen Verwandten seien.

Ziege

Menschen im Kontakt mit Tieren (Photo: Th. Schaack)

Dr. Franz Kromka, Professor für Land- und Agrarsoziologie in Hohenheim, spannte in seiner Betrachtung des Gegen-, Mit- und Nebeneinanders von Mensch und Tier einen provokanten Bogen vom Tier als Mitgeschöpf bis hin zum Tier als Ware. Die Ambivalenz der Mensch-Tier-Beziehung am Beispiel von Opfertieren und heiligen Kühen beleuchtete der Religionsgeschichtler aus Bayreuth, Prof. Ulrich Berner. Auch hier tauchten die Fragen vom Anfang wieder auf: Haben Tiere Vernunft und Moral?

Antwortversuche aus dem christlich-biblischen Kontext wagte dann die katholische Professorin für Altes Testament und Biblische Umwelt an der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Bern, Dr. Silvia Schroer. Sie wies darauf hin, dass Tiere im biblischen Verständnis nicht einfachhin als Sache angesehen werden, sondern auch als Lebewesen, im Hinblick auf das Wohlergehen des Mensch geschaffen, aber mit einer unabhängigen Existenzberechtigung und Würde versehen. Weil folglich Tier und Mensch „primär verwandt“ seien, ergeben sich laut Schroer für uns Heutige praktische Konsequenzen: christliches Engagement für den Schutz der Artenvielfalt, Verhinderung der Zerstörung von Biotopen, Verzicht auf Massentierhaltung und Tierversuche, gesunde Ernährung. Nicht jeder mochte der Theologin darin folgen, Tiere zu rechtsfähigen Subjekten zu erheben.

Bulle auf dem Landmarkt

Bulle auf dem Gottorfer Landmarkt 2008 (Photo: Th. Schaack)

Gedankenanstösse zum Thema „Das Tier als Herausforderung an die christliche Anthropologie“ gab abschliessend der Theologe, Philosoph und Biologe Prof. Rainer Hagencord. Er las den Schöpfungsbericht als eine vielfach missdeutete Auseinandersetzung mit dem Tierisch-Animalischen und nahm etwa Thomas von Aquin, Nikolaus Cusanus oder René Descartes als Zeugen eines anhaltenden gesellschaftlichen und kirchlichen Irrtums über die Tiere.

Das anfangs belächelte Exotenthema mauserte sich im Verlauf des Nachmittags zum ermutigenden Einstieg in einen höchst komplexen und ausgesprochen spannenden interdisziplinären Disput. Ein Disput, der es plötzlich möglich macht, die nicht selten gestellte Frage, ob denn Bello, wie sein Frauchen in den Himmel kommt, ohne falschen Zungenschlag und ernsthaft zu beantworten: die Tiere sind miterlöst

(Erschienen in: Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt, Nr. 25, 8. Juni 2008)


 

Kräutersprirale im Christian-Jensen-Kolleg Breklum:

Es kräutert sehr
Kräuterspriale Gesamtansicht

Die Breklumer Kräuterspirale
Foto: Thomas Schaack

(Breklum) - Seit Anfang April besitzt das Christian Jensen Kolleg in Breklum eine eigene Kräuterspirale. Nach der Anlage eines Bauerngartens vor einem der Gästehäuser im vergangenen Jahr, kann man nun mit der Kräuterspirale eine weitere botanische Attraktion auf dem Gelände bestaunen. Im April setzte Meike Magnussen, die FöJ- lerin des Christian Jensen Kollegs, diese Idee zusammen mit einem der Hausmeister, Bernd Winkelmann, in die Tat um und nach ein paar Tagen Steine schleppen und Sand schaufeln kann die Kräuterspirale jetzt vor der Küche erschmeckt, errochen und erfühlt werden.

Ende März begannen die ersten Planungen, der perfekte Standort musste gefunden werden, möglichst viel Sonne, aber auch Schatten, windgeschützt und vor allem nicht zu weit von der Küche entfernt. Außerdem mussten einige Materialien wie Sand, Steine, Erde, Teichfolie und natürlich Kräuter besorgt werden. Anfang April ging es dann richtig an die Arbeit: die grobe Form wurde abgesteckt und anschließend musste an derselben Stelle der Rasen weichen.

Kräuterspirale Planung

Vor jedem großem Werk steht ein guter Plan: Mit dem Gartenschlauch wird der Umriss der Spirale festgelegt.
Foto: Johann Martin Paulsen, CJK Breklum

Nun wurde die erste Reihe Steine in der Form eines fast geschlossenen Kreises gelegt.
Dabei ist darauf zu achten, dass die Steinreihe langsam ansteigt. Anschließend wurde die erste Schicht Sand beziehungsweise Schutt eingefüllt und festgetreten.
Anschießend wurde die Steinreihe weiter gebaut, jedoch muss der Kreis immer kleiner werden, immer wieder wurde Sand nachgefüllt, bis die Spirale ihre fast endgültige Höhe und Form erreicht hat.

Auf den Sand kam ein Sanderde-Gemisch und darauf nochmals reine Erde.
Um die Spirale optisch und auch aus biologischer Sicht abzurunden wurde an den Anfang der Kräuterspirale ein kleiner Tümpel gebaut, in dem auch gleich Wasserschnecken eine neue Unterkunft fanden. Über Nacht kamen dann noch zwei Quietschentchen hinzu, die sogar schon Zuwachs von einem dritten Entchen bekommen haben.

Quietscheentchen

Ökologisch wertvolle Bereiche führen schnell zur Ansiedlung neuer Arten: Quietscheentchen am Teich
Foto: Thomas Schaack

Pionierpflanzen in unserer Spirale waren „Sempervivi“ (=Hauswurze), die wir in die Steinzwischenräume pflanzten. Bald darauf folgten schon die ersten gekauften und auch selbst gezüchteten Kräuter, wie Oregano, Schnittknoblauch, Erdbeerminze, Eberraute, Minze, Salbei, Petersilie und noch viele mehr.

Eine Kräuterspirale wird die Erde zur Mitte der Spirale hin immer höher, zugleich der Boden immer nährstoffärmer und trockener. Beim Bepflanzen muss daher auf die Bedürfnisse der einzelnen Kräuter geachtet werden. Schnittknoblauch z.B. sollte möglichst weit unten am Anfang der Spirale seinen Platz finden, da dort die nährstoffreichste und feuchteste Stelle ist. Thymian hingegen kann auf der Spitze, an der nährstoffärmsten und trockensten Stelle, überleben.

Durch die warme Sonne und regelmäßiges Gießen konnten sich die Pflanzen schnell vom Umzugsstress erholen. Sie wachsen und gedeihen nun in ihrer neuen Heimat.
Eine Kräuterspirale macht nicht nur beim Bauen Spaß, es ist auch sehr interessant den Kräutern beim täglichen Wachsen zuzuschauen und die verschiedenen Düfte und Geschmäcker zu erkunden.

Also: wer Spaß an Gartenarbeit und ein bisschen Platz hat, für den wäre so eine Kräuterspirale das Richtige!

(Meike Magnussen, Freiwilliges ökologisches Jahr Breklum)


 

Tank oder Teller:

EKD-Auslandsbischof warnt vor Verschärfung der Nahrungskrise
 

Hannover (epd). Bei steigender Erzeugung von Biosprit darf nach Ansicht der Evanglischen Kirche in Deutschland (EKD) nicht die Hungersnöte und Umweltprobleme in Teilen der Welt verschärfen. Mit Sorge sehe die Kirche das Problem der globalen Nahrungsmittelkrise, erklärte der EKD-Auslandsbischof Martin Schindehütte am Donnerstag in Hannover. Die sozialen Kosten, die mit der Ausweitung des Anbaus von Energiepflanzen auf Kosten von Nahrungsmitteln verbunden sind, dürften nicht unberücksichtigt bleiben, forderte Schindehütte.

Martin Schindehütte

Martin Schindehütte, Leiter der Hauptabteilung "Ökumene und Auslandsarbeit" des Kirchenamts der EKD

Mit Blick auf ein deutsch-brasilianisches Energieabkommen sagte Bischof Schindehütte, die Bedürfnisse der Armen in den Entwicklungsländern hätten für ihn eindeutig Vorrang vor den Mobilitätsinteressen der Industriestaaten: "Es darf nicht sein, dass der Treibstoff unserer Autos den Hunger und die Umweltzerstörung in Brasilien noch verschärft." Zur Bekämpfung von Armut und Hunger sei die Kirche durch die biblische Botschaft verpflichtet.

Die deutsch-brasilianische Zusammenarbeit beim Einsatz von Biosprit wird auch von der lutherischen Kirche Brasiliens kritisiert. Die Ausweitung der Monokulturen Zuckerrohr und Mais zur Ethanolerzeugung werde Umweltzerstörung, Landflucht und wachsende Elendsviertel in den Städten nach sich ziehen, warnte Walter Altmann, Präsident der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien.

Das Abkommen anlässlich des Brasilien-Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zielt darauf, die Zusammenarbeit auf verschiedenen Feldern der erneuerbaren Energien zu fördern. Klare Kriterien sollten dafür sorgen, dass biologische Kraftstoffe umweltfreundlich und fair gewonnen werden. "Ich glaube, dass wir Bioethanol brauchen, aber die Voraussetzung für die Akzeptanz ist eine nachhaltige Entwicklung", sagte Merkel auf der ersten Station ihrer einwöchigen Lateinamerika-Reise.

Grundsätzlich sei er nicht gegen die Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung, ergänzte der für Ökumene und Auslandsarbeit zuständige EKD-Theologe. Erforderlich sei allerdings eine soziale und ökologische Zertifizierung, die dem Recht auf Ernährung Vorrang gebe. Die aktuelle Nahrungsmittelkiste ist Schindehütte zufolge auch durch die Agrarpolitik der EU mitverursacht. Exportsubventionen der EU für Agrarerzeugnisse zerstörten die lokale Nahrungsproduktion und "raubten den Bauern" in den Entwicklungsländern Einkommensquellen. Stattdessen sollte die EU mit diesen Geldern die Entwicklung kleinbäuerlicher Landwirtschaft in den Entwicklungsländern fördern, empfahl der Bischof.

(Presseamt EKD)


 

"Aktion Kirche und Tier"zur Welternährungslage:

Krokodilstränen
Ulrich Seidel

Pastor Dr. Ulrich Seidel, Vorsitzender von AKUT Deutschland

(Hamburg) - Die Satten sind betroffen: Hungerrevolten ob steigender Nahrungsmittelpreise, Biosprit aus Palmöl, Äthanol aus Zuckerrohr, wo Nahrungsmittel wachsen könnten… Die aufgebrachten Hungerleider springen vom Bildschirm in unser Wohnzimmer. Dabei sitzen sie seit Jahrzehnten unsichtbar an unserem Esstisch und viele wissen das. Das Problem ist nicht der Biosprit, denn der beansprucht weltweit 5% der Anbauflächen. Das Problem ist die „Fleischproduktion“. Über 50% der Weltgetreideernte landet in Tiermägen, dazu noch 70-75% der Hülsenfrüchte und Ölsaaten, deren gut verdauliches Eiweiß und Fett Massen von Menschen ernähren könnte.

Um eine Kalorie Fleisch zu erzeugen wird die 10fache Menge Pflanzenkost verschleudert. Das heißt dann „Veredlung“. Unsere Futtermittelimporte kommen aus den armen Ländern, denn die hiesigen Böden reichen für unsere Tiermassen nicht aus. In der Serengeti Ostafrikas leben 1,5 Millionen Huftiere auf 16.000 km², allein im Landkreis Vechta/Niedersachsen sind es 1,2 Millionen Rinder, Schafe und Schweine, von den Geflügelmassen, die nur noch in Tonnen gewogen werden, ganz zu schweigen. Sie alle brauchen hochwertiges eiweißhaltiges Mastfutter, denn sie müssen ohne Zeitverzug dem Schlachthof entgegen wachsen.

Ein Hühnchen muss in 36 Tagen Schlachtgewicht haben und wird mit jeder Stunde unverkäuflicher… Das ist der ruinöse Tanz ums Goldene Kalb, denn die Flächen der Sojaplantagen befinden sich in der Dritten Welt. Für sie wird der Regenwald Amazoniens in atemberaubenden Tempo abgeholzt, Tier- und Pflanzenarten sterben aus, eingeborene Völker verschwinden gleich mit, einschließlich ihrer Kultur. Nicht ohne Grund wurde das 20. Jh. zum größten Sprachenfriedhof der Menschheitsgeschichte. Das ist die Elendsspur, die der gigantische Fleischkonsum der Reichen hinterlässt.

Aus dem täglichen Brot ist das tägliche Fleisch geworden, das gegen jede gesundheitliche Vernunft im Übermaß verzehrt wird. „Unser Fleischkonsum ist nicht rational gesteuert“, so ein Psychologe. Er ist eine Droge wie Zucker und Alkohol, dazu eine pure und ererbte Gewohnheit.

Ein Blick auf die Folgen unserer Esslust für den Menschen und die geschundenen Tiere ist Anlass genug, Konsequenzen zu bedenken. Ihrer werden sich immer mehr Menschen bewusst. Schon die Schöpfungsgeschichte stellt uns Gottes Reich und unblutig gedeckten Tisch vor Augen, denn unser Schöpfer weiß, was gut ist (1. Mose 1,29): „Siehe, ich habe euch gegeben, alles was wächst euch zur Speise“: Samen und Früchte, Kerne und Nüsse, Wurzeln und Gemüse, Kohl und Getreide, Schoten und Sprossen, Lauch und Knollen, Pilze und Obst. Weg von der Wurst, ist die Botschaft der Stunde.

Fangen wir klein an, etwa mit dem Mandeltatar: 100g gehackte Mandeln, 150g Tomatenmark, 1 Zwiebel gewürfelt und gedünstet, 1 EL Instant-Gemüsebrühe, mit Basilikum, Thymian, Majoran würzen. Alles vermischt ergibt einen schmackhaften und kräftigen Brotaufstrich. Guten Appetit, die Richtung stimmt!

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(Pastor Dr. Ulrich Seidel, Sächsische Landeskirche und Vorsitzender der Aktion Kirche und Tier Deutschland)


 

Rat der EKD veröffentlicht Orientierungshilfe:

Weltentstehung, Evolutionstheorie und
Schöpfungsglaube in der Schule
 

Hannover (ekd) - Über Weltentstehung, Evolutionstheorie und Schöpfungsglauben sowie über die Behandlung dieser Themen in der Schule wird seit längerem eine intensive Debatte geführt. Viele Beiträge zu dieser Debatte gingen davon aus, „dass entweder die Evolutionstheorie dem Schöpfungsglauben oder der Schöpfungsglaube der Evolutionstheorie weichen muss. Das wird jedoch weder der einen noch der anderen Seite gerecht“, meint dazu der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, im Vorwort einer Orientierungshilfe des Rates der EKD, die am 1. April unter dem Titel „Weltentstehung, Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube in der Schule“ veröffentlicht wurde.

Zum Teil werden längst überwunden geglaubte Vorurteile erneut ins Feld geführt – sei es gegen die Evolutionstheorie und die Wissenschaftlichkeit der Biologie oder gegen die Theologie sowie gegen Kirche und Religionsunterricht. Weder die Angriffe eines neuen Atheismus auf den biblischen Schöpfungsglauben noch die im Namen des christlichen Glaubens vorgebrachten Angriffe auf die Evolutionstheorie treffen jedoch den Kern der Sache. "Gewiss gibt es Auslegungsformen des biblischen Schöpfungsglaubens wie der Evolutionstheorie, die der Kritik bedürfen“, so Bischof Huber weiter. Eine solche sachgemäße Kritik gehöre zu den Kennzeichen eines evangelischen Glaubensverständnisses. Deshalb sei es an der Zeit, dass die Verhältnisbestimmung von Schöpfungsglauben und wissenschaftlichen Theorien aus evangelischer Sicht in knapper Form dargelegt werde.

Eine grundsätzliche Klärung sei „von erheblicher praktischer Bedeutung“, betont der Ratsvorsitzende. Denn auch in Deutschland werde darüber diskutiert, ob im Biologieunterricht auch der biblische Schöpfungsglaube und im Religionsunterricht die Evolutionstheorie zu behandeln seien. Es liege auf der Linie der Überlegungen des Rates, das Verhältnis zwischen beiden Betrachtungsweisen vorzugsweise in interdisziplinären Unterrichtsprojekten zu klären. Denn „dann können biologische und theologische Perspektiven jeweils in ihrer Eigenbedeutung zur Geltung gebracht werden“.

Der Rat der EKD will mit der neuen Orientierungshilfe zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen sowie Impulse für die Bearbeitung wichtiger gesellschaftlicher Probleme bieten. Dazu gehört die Klärung des Standpunkts, den Kirche und Theologie heute zumindest mehr­heitlich gegenüber den Fragen von Schöpfung, Evolution und Evolutionstheorie vertre­ten. Gleichzeitig verdeutlicht die Orientierungshilfe, wie die entsprechenden Themen sachgemäß in der Schule aufge­nommen werden können.

Den Text der Orientierungshilfe können Sie hier lesen


 

Nordelbische Bischöfe zur Klimakonferenz auf Bali:

Forderung nach regionalen Anstregungen
COP-Logo

Offizielles Logo der Konferenz auf Bali

Kiel (nr). Die Bischöfinnen und der Bischof der Nordelbischen Evangelisch-Lutherische Kirche haben aus Anlass der heute (Montag) auf Bali beginnenden Weltklimakonferenz auch an die regionale Verantwortung zum Klimaschutz appelliert.

" Unsere Verantwortung vor Gott und die Liebe zum Nächsten und zur Schöpfung fordern uns auf, die sich heute noch bietenden Chancen für den Klimaschutz unverzüglich und entschlossen zu ergreifen“, heißt es in einer in Kiel veröffentlichten Stellungnahme.

Wenn es dabei auch einer globalen Antwort auf den Klimawandel bedürfe, um die drohenden Entwicklungen in Grenzen zu halten, so könne dies nur durch die Verantwortung auch in der Region geschehen.

"Wir werden uns als Gesellschaft und im privaten Bereich fragen müssen, wo wir auf den Energieverbrauch verzichten können“, sagte Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter und forderte dazu auf, Energie effizienter zu nutzen.

"Viel konsequenter als bisher müssen wir auch im privaten Bereich auf erneuerbare Energien umstellen“, sagte sie und machte zugleich deutlich, dass dem Bischofskollegium Kernkraft nicht als Alternative gelte.

Zugleich legen die Bischöfinnen und der Bischof großen Wert darauf, dass auch die Klimapolitik künftig unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit gestaltet wird, so wie die Entwicklungspolitik in den kommenden Jahren immer mehr auf Fragen des Klimaschutzes bezogen sein sollte."

Im Hinblick auf die historischen Ursachen des Klimawandels setzen wir uns in Gemeinschaft mit unseren ökumenischen Partnern für eine stärkere Berücksichtigung des Verursacherprinzips bei den anstehenden Weichenstellungen ein.“

In der Stellungnahme unterstützt das Bischofskollegium auch den von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterbreiteten Vorschlag, bis 2050 weltweit zumindest gleiche Pro-Kopf-Emissionsrechte von etwa zwei Tonnen CO2 verbindlich zu machen.

Er scheine geeignet, bei der Entwicklung eines gerechten Verfahrens zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs Vertrauen zwischen Industrie-, sowie Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern.

Das Bischofskollegium der Nordelbischen Kirche bilden der Vorsitzende der Kirchenleitung und Schleswiger Bischof Dr. Hans Christian Knuth, die Bischöfin für den Sprengel Hamburg, Maria Jepsen, sowie die Bischöfin für den Sprengel Holstein Lübeck, Bärbel Wartenberg-Potter, die zugleich die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Nachhaltigkeit der Nordelbischen Kirche ist.

Den gesammten Text können Sie hier herunterladen.

Berichte von Pastor Dr. Thomas Schaack direkt aus Bali können Sie auf der Seite http://baliklima.blogspot.com lesen.
Weitere Berichte und Filme finden Sie auf der Seite www.eed.de/klima.


 


Wunder auf dem Lübecker Marktplatz:

Brot und Fisch-Tage bringen Freunde der Ostsee zusammen
Brot und Fisch in St. Marien

Hunderte Taschen mit Unterschriften für die Ostsee vor dem Altar der St.-Marien-Kirche in Lübeck

(Ratzeburg/Lübeck) - Klima- und Meeresschutz sind nach den Worten des früheren Bundesumweltministers Klaus Töpfer (CDU) Hilfen für eine friedliche Welt. Statt die "Wohlstandsinsel" Europa zu verteidigen, sei es notwendig, die Ressourcen mit den Armen zu teilen, sagte der ehemalige UN-Umweltdirektor am Samstag bei einem ökumenischen Gottesdienst zu den "Brot und Fisch"-Tagen in Lübeck. Höhepunkt der Veranstaltung zum Schutz der Ostsee war eine "Speisung der 5.000" nach biblischem Vorbild auf dem Lübecker Marktplatz.

Der Mensch habe die Ostsee durch Überfischen gefährdet, sagte Töpfer. Dazu gehöre zugleich auch ein "Überessen" der Verbraucher. Es sei die Frage, wie viel Energie und Konsum der Mensch wirklich benötige. Ein Europäer produziere etwa 20 Mal so viel Kohlendioxid wie ein Afrikaner, so der Umweltpolitiker vor dem Hintergrund zunehmender Erderwärmung. Töpfer rief zur Bewahrung der Schöpfung auf. Sie müsse erhalten werden, weil sie von Gott komme.

Logo des Bread & Fish-Projektes

Die zeremonielle "Speisung der 5.000" am Samstagmittag auf dem Lübecker Markt hatte als Hintergrund die biblische Geschichte, nach der 5.000 Menschen von fünf Broten und zwei Fischen satt wurden. Schweigend teilten mehrere hundert Menschen frisches Brot und kleine Matjeshappen. Außerdem wurden blaue Taschen beschriftet, die in den Nachbarstaaten für den Ostseeschutz werben sollen.

Blaues Wunder am Rathaus

Aktion in einem Rathaus-Fenster bei der "Speisung der 5.000"

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge (CDU), hatte zum Auftakt am Freitagabend eine umweltverträglichere Landwirtschaft zum Schutz der Ostsee geworben. Zudem müsse der Schadstoffausstoß der Schiffe drastisch gesenkt werden, sagte Troge. Nach den Worten von Lübecks Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter sind neue Wege der Vernunft und des Lernens notwendig, um die Lebensgrundlage zu erhalten.

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Reinhard Bütikofer, forderte, die Fördermittel für die Landwirtschaft auf den ökologischen Anbau zu konzentrieren. Sinnvoll sei auch, den Schiffsverkehr in den Emissionshandel einzubeziehen. Der Schutz der Ostsee sei eine Aufgabe, die von der EU stärker wahrgenommen werden müsse. Weitere "Brot und Fisch"-Tage in anderen Ostseestädten sollen folgen.

(epd)


 

"Faire" Grabsteine für kirchliche Friedhöfe :

Neue Friedhofsrichtlinie soll indische Kinderarbeit eindämmen
Grabkreuze Mellenthin

Grabkreuze auf dem Friedhof Mellenthin, Usedom
Foto: Thomas Schaack

(Kiel) - Auf den kirchlichen Friedhöfen in Schleswig-Holstein und Hamburg sollen künftig nur noch "faire" Grabsteine ohne indische Kinderarbeit stehen. Dies sieht die neue Friedhofsrichtlinie der Nordelbischen Kirche vor, die im August in Kraft getreten ist. Es sei allerdings nur eine Empfehlung, sagte Corry Platzeck, Juristin im Nordelbischen Kirchenamt, dem epd. Eine Verpflichtung sei rechtlich nicht möglich. Die neue Friedhofsrichtlinie ermöglicht außerdem Waldgräber und Bestattungen ohne Sarg.

Dies sieht die neue Friedhofsrichtlinie der Nordelbischen Kirche vor, die im August in Kraft getreten ist. Es sei allerdings nur eine Empfehlung, sagte Corry Platzeck, Juristin im Nordelbischen Kirchenamt, dem epd. Eine Verpflichtung sei rechtlich nicht möglich. Die neue Friedhofsrichtlinie ermöglicht außerdem Waldgräber und Bestattungen ohne Sarg.

Rund zwei Drittel aller deutschen Grabsteine stammen aus indischen Steinbrüchen. Fast 50 Tonnen werden jedes Jahr exportiert. Obwohl Kinderarbeit in Indien verboten ist, sind nach Expertenschätzungen ein Drittel der Arbeiter in den Steinbrüchen jünger als 14 Jahre. Vor zwei Jahren hatte die Caritas gemeinsam mit dem Fernsehsender arte Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen dokumentiert.

Alte Grabsteine auf dem Friedhof Plön
Foto: Thomas Schaack

Das Gütesiegel "Xertifix" kennzeichnet Granitsteine, die nicht durch Kinderarbeit hergestellt sind. Es arbeitet ähnlich wie "Rugmark" für Teppiche und hat in Indien Kontrolleure für die Steinbrüche ausgebildet. Ziel des gemeinnützigen Vereins Xertifix ist es, dass den indischen Arbeitern Mindestlöhne gezahlt werden und den Kindern Schulbesuch und Berufsausbildung ermöglicht wird. Vorsitzender ist der frühere CDU-Arbeitsminister Norbert Blüm. Die Mehrkosten für die Grabsteine werden auf drei Prozent geschätzt.

Rechtlich abgesichert ist mit der neuen Richtlinie jetzt auch, dass die Gemeinden künftig Waldfriedhöfe einrichten können, wie sie auch unter den Namen "Ruheforst" oder Friedwald" bekannt sind. Danach werden die Urnen am Fuße eines Baumes vergraben. Ein Schild am Baum oder eine liegende Grabplatte erinnern an die Verstorbenen. Die Nordelbische Kirche begrüßt Waldbestattungen, wenn es sich nicht um anonyme Gräber handelt. Möglich sind sie bereits unter anderem in Lübeck-Vorwerk, Mölln und Kiel-Eichhof.

Grabsteinrecycling

Wiederverwendung von Grabsteinen auf dem Friedhof Niederkleveez
Foto: Thomas Schaack

Mit der neuen Friedhofsrichtlinie sind auch künftig Bestattungen ohne Sarg möglich, wie es gläubige Muslime nach ihrem Ritus praktizieren. In Neumünster beispielsweise wird dies auf einem Gräberfeld bereits praktiziert.

Nach wie vor will die Kirche, dass ihre Friedhöfe als ökologische Rückzugsgebiete umweltfreundlich gestaltet werden. Auf Kunststoffe und umweltgefährdende Stoffe sollte verzichtet werden.

(Text: Thomas Morell, epd)


 

Greenpeace baut die Arche neu:

Biblische Arche mahnt – die Zeit drängt beim Klimaschutz

Bau der Arche auf dem Ararat in Ostanatolien

Bau der Greenpeace-Arche auf dem Ararat
Foto: Greenpeace Deutschland


(Hamburg) – „Nach uns die Sintflut“ – das darf nicht unsere Strategie für die Zukunft sein. Die Umweltbeauftragten aus den evangelischen Landeskirchen Deutschlands begrüßen daher den Bau einer neuen „Arche Noah“ auf dem Berg Ararat in der östlichen Türkei durch die Umweltorganisation Greenpeace. Nach Meinung der Umweltbeauftragten ist sie ein Mahnmal für die Gefahr, in der wir durch Menschen verursachten Klimawandel stehen. Jedoch ist die globale Erderwärmung kein gottgewolltes Schicksal: wir haben es in der Hand, das Schlimmste zu verhindern.

Schon vor einigen Wochen haben die evangelischen Umweltbeauftragten zusammen mit anderen Organisationen in der „Klimaallianz“ darauf hingewiesen, dass „die Bekämpfung des Klimawandels der zentrale Prüfstein für eine solidarische Weltgesellschaft“ ist. Die Greenpeace-Arche bringt das gut zum Ausdruck: ein sehr bekanntes und verständliches Symbol, dass den Ernst der Lage anzeigt.

Trasport für den Arche-Bau auf dem Ararat

Materialien für die Arche werden auf den Ararat getragen
Foto: Greenpeace Deutschland

Die Geschichte von der Arche Noah erzählt von einer großen Flut, die Gott über die Menschen brachte – und von dem Willen Gottes, so etwas nicht zu wiederholen. „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ verspricht Gott nach der Sintflut den Menschen. Gott stellt die Menschen seither unter den Regenbogen als Zeichen des Friedens.

Umso schlimmer ist es, wenn die Menschen durch den von ihnen erzeugten Klimawandel die natürlichen Zusammenhänge dieser Welt durcheinander zu bringen drohen. Schon 2004 haben Christen aus dem Pazifikraum angesichts der zunehmenden Überschwemmungen ihrer Inseln gesagt: „Die gegenwärtigen Fluten und Stürme sind keine Tat Gottes. Sie sind das Ergebnis menschlichen Wirtschaftens und des Handelns der Verbraucher, das die Atmosphäre verschmutzt und zum Klimawandel führt.“ Die Klimakatastrophe muss nicht unser Schicksal sein, wir können unser zerstörerisches Verhalten aufgeben.

Mit einem leichten Augenzwinkern gibt die Greenpeace-Arche zudem einen guten Ausblick: am 31. Mai wird das Schiff in 2.500 m Höhe türkischen Bergsteigern zur Nutzung als Berghütte übergeben. Der Stapellauf der Arche fällt hoffentlich auch in Zukunft aus. Die Welt wird nicht den Bach runter gehen – wenn wir uns als solidarische Weltgesellschaft erweisen.

Infos zur Greenpeace-Aktion gibt's hier!

Die "Ararat-Deklaration" von können Sie hier herunterladen!

(Presseerklärung AGU - http://www.ekd.de/umwelt/umwelt.html)


 

„Klima-Allianz“ gegründet:

Kirchen, Umweltverbände und Entwicklungsorganisationen rufen Bundesregierung zum Handeln auf

In einer „Klima-Allianz“ haben sich Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, Entwicklungsorganisationen wie der Evangelische Entwicklungsdienst, Brot für die Welt, die Diakonie Katastrophenhilfe und Misereor, Umweltverbände wie der BUND, Greenpeace, NABU und den WWF sowie weitere Organisationen wie der Deutsche Alpenverein und attac vereint. Insgesamt über 40 Organisationen veröffentlichten am 24. April 2007 einen gemeinsamen Aufruf für eine entschlossenere Klimapolitik.

Erstmalig in Deutschland tritt damit ein breites Bündnis an, um gemeinsam den Klimawandel zu stoppen. Weihbischof Bernd Uhl, Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, zum Zweck des Bündnisses: „Der Klimawandel trifft Mensch und Natur weltweit in einem Ausmaß, das historisch ohne Beispiel ist. Der Schutz des Klimas ist deshalb aus ethischer Verantwortung für den Erhalt der Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen und zur Bewahrung unserer Schöpfung dringend geboten.“

Wolken

(Photo: bmu, Berlin)

Für die Umweltseite begründet Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND, den Zusammenschluss: „Trotz einhelliger Warnungen der Wissenschaftler wird der Klimaschutz immer wieder von kurzsichtigen wirtschaftlichen oder politischen Interessen blockiert. Die Klima-Allianz soll Anstöße zu einer gesellschaftlichen Bewegung für mehr Klimaschutz geben. Wir rufen die Bundesregierung dazu auf, ein neues Klimaschutzprogramm vorzulegen, damit bis 2020 die klimaschädlichen Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 verringert werden.“

Grundlage dafür sei der entschlossene Ausbau erneuerbarer Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung, anstatt neue Kohlekraftwerke zu bauen. Im Verkehrsbereich müssten strenge Verbrauchslimits für Pkw und ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen gelten. Die Trägerorganisationen der Klima-Allianz forderten die Abschaltung der Atomkraftwerke und ein Fördergesetz für erneuerbare Energien im Bereich der Gebäudeheizung.

Josef Sayer, Hauptgeschäftsführer des bischöflichen Hilfswerks Misereor: "Die Menschen in den Entwicklungsländern sind vom Klimawandel besonders hart betroffen. Es geht nicht um die Frage, ob wir im Winter noch weiterhin Ski fahren können oder ob unsere Sommer zu heiß sind, sondern um die Bedrohung der Existenzgrundlage ohnehin schon notleidender Menschen durch Überschwemmungen, Dürren und Ausbreitungen von Krankheiten. Dafür sind die Industrieländer die Hauptverantwortlichen.“

Konrad von Bonin, Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Entwicklungsdienstes: „Die Industriestaaten müssen die Kosten der Anpassung an den Klimawandel in den Entwicklungsländern mittragen und beim Aufbau einer klimaverträglichen Energieerzeugung helfen. Dabei geht es nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit.“

Himmel

(Photo: pixelio.de)

Die Bundesregierung muss nach Auffassung der Klima-Allianz zusätzliche Finanzmittel zur Armutsbekämpfung und für Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern aufbringen. Der Anteil der Entwicklungshilfe am Bruttosozialeinkommen müsse bis 2015 auf 0,7 Prozent erhöht werden. Dies sollte durch die Einführung einer Flugticketabgabe unterstützt werden. Die CO2-Zertifikate beim Emissionshandel sollten umgehend versteigert werden, nicht erst nach 2012, wie derzeit von der Bundesregierung vorgesehen. Ihrer internationalen Verantwortung müsse die Bundesregierung auch beim bevorstehenden G8-Gipfel und bei den Klimaverhandlungen gerecht werden.

Roland Hipp, Kampagnengeschäftsführer von Greenpeace: „Die Zeit wird knapp – Politik und Wirtschaft müssen endlich die Energiewende einleiten. Bloße Lippenbekenntnisse zum Klimaschutz reichen nicht aus. Anstatt Grundsteine für Braunkohlekraftwerke zu legen, muss Bundeskanzlerin Angela Merkel in Deutschland die Basis für eine zeitgemäße Energieversorgung ohne Atomkraft und Kohle schaffen. Unsere Klima-Allianz zeigt, dass es eine große gesellschaftliche Mehrheit für eine Energiewende gibt. Die Trägerorganisationen der Klima-Allianz werden mit ihren Mitgliedern und Unterstützern die Bundesregierung regelmäßig an ihre Verantwortung erinnern.“

Die Trägerorganisationen der Klima-Allianz laden auch Unternehmen, Gewerkschaften und weitere Organisationen dazu ein, sich dem Bündnis anzuschließen.
Auf der Internetseite www.die-klima-allianz.de sind die Liste der Trägerorganisationen zu finden. Das Positionspapier der Allianz können Sie auch hier herunterladen.



 

Kirchliche Umweltbeauftragte kritisieren Eckpunktepapier:

Gentechnikgesetz muss größtmöglichen Schutz für Mensch und Umwelt sichern!
Maisfeld

Maisfeld - sogenanter "bt-Mais" gehört zu den GVO-Sorten, die in Deutschland angebaut werden.

(München) - Die Umweltbeauftragten der evangelischen Landeskirchen in Deutschland fordern den Bundestag dazu auf, das vom Bundeskabinett im Februar verabschiedete Eckpunktepapier zur Novellierung des Gentechnikgesetzes kritisch zu überdenken.

Die deutsche Bevölkerung verlangt gentechnikfreie Lebensmittel. Die Umsetzung des Eckpunktepapiers würde zu einer großflächigen Verunreinigung in der Landwirtschaft und damit in der Nahrungskette führen, befürchten die kirchlichen Umweltexperten.

Um eine nachhaltige und gentechnikfreie Landwirtschaft zu sichern, sollten nach Meinung der Umweltbeauftragten die folgenden Punkte überarbeitet werden:

  1. Mindestabstand: Um eine Verunreinigung von Nachbarfeldern zu vermeiden, ist bei Mais der Mindestabstand zu vergrößern. In Luxemburg sind 800 Meter vorgesehen, die CSU hatte 300 Meter vorgeschlagen. Der im Eckpunktepapier vorgesehene Abstand von 150 Metern ist keinesfalls ausreichend. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass es keinen Abstand gibt, der einen sicheren Schutz vor Verunreinigungen bieten wird.

  2. Haftung im Schadensfall: Die EU sieht bei zufälligen oder technisch nicht vermeidbaren Verunreinigungen von Lebens- und Futtermitteln einen Grenzwert von 0,9 % vor. Eine Übertragung dieses Werts auf den Anbau würde insbesondere die Existenz von biologisch wirtschaftenden Bauern gefährden. Der Grenzwert muss sich daher an der Nachweisgrenze orientieren. Aufgrund der starken Ablehnung von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Bevölkerung kann es nicht angehen, dass die Regierung Verunreinigungen unter 0,9 % als „nicht wesentliche Beeinträchtigungen“ einstuft.

  3. Haftung bei Freisetzungsversuchen: Es ist nicht hinnehmbar, dass Verunreinigungen durch Pflanzen in Freisetzungsversuchen, deren Unbedenklichkeit erst noch geprüft werden muss, lediglich bei unmittelbaren Nachbarn haftungspflichtig werden sollen. Freisetzungsversuche sind so sorgfältig zu planen, dass es zu keiner Kontamination kommen kann. Verunreinigungen der Nahrungskette (z.B. nicht zugelassener Reis aus USA) darf es nicht geben. Die Absicht der Regierung, Entschädigungen für Schäden aus Forschungsfreisetzungen aus Steuermitteln zu zahlen, wird abgelehnt.

  4. Transparenz über Freisetzung und Anbau:
    Die Information darüber, wo gentechnisch veränderte Pflanzen freigesetzt oder angebaut werden, muss flurstückgenau erhalten bleiben. Es ist nicht akzeptabel, dass der vorgesehene Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen lediglich unmittelbaren Nachbarn mitgeteilt werden soll. Eine Auskreuzung kann unter ungünstigen Bedingungen in einem weiten Umkreis erfolgen. Auch Imker sind auf diese Information angewiesen. Das Anbauregister muss für alle Bürger zugänglich sein.

  5. Kosten für Nachweistests:
    Die Prüfung einer Charge auf Spuren von gentechnisch veränderten Pflanzen verursacht Kosten, die zumindest für die unmittelbar benachbarten Landwirte und Imker von denjenigen Landwirten übernommen werden sollten, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen und damit die Verursacher des Testbedarfs darstellen. Durch die Einführung gentechnisch veränderter Pflanzen wird ein kostspieliger Testaufwand erforderlich, der zu einer Erhöhung der Produktionskosten bei den gentechnikfreien Produkten führen würde.

Die kirchlichen Umweltbeauftragten fordern die Abgeordneten des Bundestages auf, die breite Ablehnung von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Bevölkerung zu respektieren und den Schutz durch das Gentechnikgesetz nicht zu beschneiden. Sie mahnen weiterhin an, nicht zwischen Energiemais und Futtermais zu differenzieren. Die Risiken für die Umwelt durch gentechnisch veränderte Pflanzen treten auch beim Anbau von Energiepflanzen auf. Außerdem können die Produktionsrückstände an Tiere verfüttert werden, so dass auch Energiemais in die Nahrungskette gelangt.

Die kirchlichen Umweltbeauftragten setzten sich anlässlich ihrer Frühjahrstagung vom 26. - 28. März 2007 in München mit Fragen der Gentechnik in Landwirtschaft und Ernährung auseinander. Fast alle evangelische Landeskirchen sehen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen auf dem kircheneigenen Pachtland kritisch: Es wurden Verbote, Empfehlungen des Verzichts und Moratorien ausgesprochen. Eine Übersicht über die Beschlusslage findet Sier hier.


 

Keine Grüne Gentechnik auf kirchlichem Land:

Anbau-Moratorium bis Ende 2011
Feld waechst

Einstweilen soll auf kirchlichem Land ausschließlich konventionell gezüchtetes Saatgut angebaut werden.

(Kiel) - Auf Kirchen eigenem Ackerland wird es in den nächsten fünf Jahren keinen Anbau von gentechnisch verändertem Saat- und Pflanzengut geben. Dieses Moratorium hat die Kirchenleitung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche jetzt beschlossen.

„Wir halten die Folgen beim Anbau für nicht hinreichend abschätzbar“, sagte der Sprecher der Kirchenleitung, Norbert Radzanowski, gestern (Dienstag) in Kiel. Um nach Ablauf des Moratoriums in der Frage der Gentechnik erneut zu entscheiden, halte das Gremium eine sorgfältige Debatte sowohl mit gesellschaftlichen Gruppen als auch kircheninternen Gruppen für erforderlich. „Dazu gehören unter anderem eine ökologische Beurteilung, agronomische Aspekte sowie Fragen des ökonomischen Sinns des Einsatzes gentechnisch veränderter Organismen“, sagte Radzanowski. Im Rahmen der gesamtgesellschaftlich geführten, kontroversen Diskussion werde die Kirche öffentliche Foren veranstalten.

Den Kirchenvorständen empfiehlt die Kirchenleitung, beim Abschluss neuer Landpachtverträge als Sondervereinbarungen festzuschreiben, dass bis zum Ende des Jahres 2011 keine gentechnisch veränderten Organismen in Form von Saat- und Pflanzgut auf den Pachtflächen ausgesät beziehungsweise angepflanzt werden dürfen. Diese Regelung kann durch den Verpächter verlängert werden.

Den genauen Wortlaut des Beschlusses können Sie hier herunterladen.

(Pressestelle NEK)


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