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» Glückliche Elektronen aus der Steckdose:

„Grüner Strom“ als Chance für die Umwelt

„Grüner Strom“ - eine Chance für Umwelt und Kirche Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 haben auch die Kirchen die Möglichkeit, ihren Strom bei einem Anbieter ihrer Wahl zu kaufen. Diese Chance nutzen Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen allerdings nur selten: viele Gemeinden wissen gar nicht genau, woher ihr Strom kommt, was er kostet und wie er produziert wurde. „Sammelbestellungen“, mit denen sich viele kirchliche Verbraucher zusammenschließen und so eine Preisermäßigung herbeiführen, gibt es kaum.

Kirchliche Einrichtungen, die schon „Grünen Strom“ beziehen:

  • Die Kirchen in Baden und Würtemberg bekommen ihren Strom von der Firma Naturenergie und gehören damit zu den drittgrößten öffentlichen Verbrauchern „Grünen Stroms“ in Deutschland (3,7 Mill. kWh).

  • Seit Juni 2004 kauft der Geschäftsbereich HamburgUmland der Ev. Stiftung Alsterdorf seinen Strom von der Firma Lichtblick (450.000 kWh).

  • Seit dem Jahr 2001 besteht ein Rahmenvertrag zwischen der badischen Firma Naturenergie und der Evangelischen Kirche in Thüringen.

  • Die evangelischen Kirchenkreise Elberfeld und Barmen kaufen ihren „Grünen Strom“ von den Wuppertaler Stadtwerken (1,2 Mill. kWh).

  • Das "Haus am Schüberg" in Hoisbüttel und das "Christian-Jensen-Kolleg" in Breklum beziehen beide ihren "Grünen Strom" von der Firma "Greenpeace energy".

Für die Kirchen liegen hier aber neue Möglichkeiten: es besteht die konkrete Möglichkeit, alte Ziele unserer Landeskirche, wie sie z.B. 1989 die nordelbische Synode in dem Papier „Unsere Verantwortung vor Gott für seine Schöpfung“ beschlossen hat, in die Tat umzusetzen: Energie sparen, Stärkung alternativer Energien, Abkehr von der Atomkraft. „Grüner Strom“ hilft, die Atomkraft Stück für Stück zu ersetzen, sie ist ein Beitrag für eine bessere Luftqualität und fördert die regionale Wertschöpfung, denn erneuerbare Energien sind meist dezentral und im ländlichen Raum angesiedelt.

Durch die Liberalisierung des Strommarktes haben die Verbraucher die Wahl: der Stromerzeugung in Atomkraftwerken und veralteten Kohlekraftwerken („Egal-Strom“ oder „Alt-Strom“) steht die Produktion aus verschiedenen erneuerbaren Quellen (Wind, Biomasse, Sonne, Wasserkraft usw.) und modernen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gegenüber. Durch Förderprogramme und gesetzliche Regelungen werden neue Energiequellen auch vom Gesetzgeber unterstützt. Manche Kirchengemeinde hat sich aufgrund dieser Förderung z.B. eine Photovoltaikanlage anschaffen können.

Was ist Grüner Strom?
Mit „Grünem Strom“ bezeichnet man ganz allgemein Strom, der ganz (oder überwiegend) aus erneuerbaren Quellen stammt. Das kann der Verbraucher an der Steckdose allerdings nicht erkennen oder nachweisen. Hier helfen „Zertifikate“, die die Herkunft des Stroms bescheinigen.

Die Zertifikate beseitigen auch ein anderes Problem: denn in Deutschland wird die Herstellung von Strom aus erneuerbaren Energien bereits gesetzlich gefördert und auf alle Verbraucher umgelegt: 2007 waren dies nach Angaben des Bundeesumweltministeriums 0,75 Cent/kWh oder 3,9% des Strompreises für Haushalte. Wird dieser Strom über einen „grünen Tarif“, womöglich zu einem überhöhten Preis, noch einmal dem Kunden angeboten, bezahlt er doppelt. Der Stromanbieter lässt sich dasselbe Produkt im Grunde zweimal bezahlen. Neue Anlagen werden so auch nicht gefördert.

Eine gute Lösung sind die zertifizierten Anbieter: der Kunde erhält hier nicht nur eine Gewähr, dass der Strom tatsächlich aus erneuerbaren Energien stammt, sondern weiß zudem, dass der Anbieter in neue Anlagen investiert und solche Energien fördert, die durch die staatlichen Programme noch nicht ausreichend unterstützt werden. Dies garantiert dem Verbraucher: mein Strom ist (überwiegend) erneuerbar produziert, mit meinem Geld werden die „Erneuerbaren“ weiter gefördert.

Was tun?
Die beste Lösung, um die Abhängigkeit von fossiler Energie zu verringern und zum Klimaschutz beizutragen, ist das Energiesparen. Energie, die nicht verbraucht wird, ist für Portemonnaie und Umwelt die beste. Wenden Sie sich für weitere Beratung an ihren Klimaschutzbeauftragten im Kirchenkreis, an den Klimaschutzbeauftragten oder den Umweltbeauftragten der Nordelbischen Kirche oder lesen Sie unserer Klimaschutztipps unter der Adresse www.kirche-klimaschutz.de.

Das „ok power“ Label von Energievision

Das Label von „Grüner Strom Label e.V.“ in „gold“ oder „silber“

Ein zweiter Schritt ist der Bezug von „Grünem Strom“. Informieren Sie sich über entsprechende Angebote alternativer Anbieter. Achten Sie dabei auf entsprechende Zertifikate, die die Qualität des Produktes ausweisen. Die wichtigsten Zertifikate sind finden sie neben diesem Text mit dem dazugehörigen Logo. Das „Grüner Strom Label“ garantiert über die Produktqualität hinaus, dass das Unternehmen nicht an der Atomwirtschaft beteiligt ist.

Was kostet das?
„Grüner Strom“ ist oft etwas teurer, aber durchaus nicht immer! Hier hilft nur das vergleichen der Tarife des alten Anbieters mit alternativen Stromangeboten. Ein gewisser Mehrpreis wäre aber um des vorbildlichen Verhaltens einer Kirchengemeinde oder eines Privathaushaltes sicher hinzunehmen.

In vielen Fällen können aber die Mehrkosten ohne Probleme durch Energiesparen aufgefangen werden: allein durch Verhaltensänderung ohne Investitionen können, so die übliche Schätzung, 10% der gesamten Energiekosten eines Hauses eingespart werden. Ein doppelter Gewinn also für die Umwelt!

Weitere Sparpotentiale ergeben sich durch „Sammelverträge“: sucht ein ganzer Kirchenkreis einen neuen Stromlieferanten, ist mit einem Entgegenkommen der Anbieter zu rechnen.

Befürchtungen, der Wechsel könnten nicht klappen, so dass man irgendwann im Dunklen sitzt, sind grundlos: nach dem Ausfüllen eines Formulars erledigt der neue Anbieter den Wechsel.

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