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» Abschlusspräsentation
eines Modellprojektes:
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Kindergarten zeigt wie Bildung für nachhaltige
Entwicklung funktioniert
(Kirchbarkau) - Der Kindergarten Unterm
Regenbogen in Kirchbarkau präsentierte im Rahmen
der Abschlussveranstaltung zum Modellprojekt richtig
leben - zukunftsfähige Entwicklung in ev. Kindertagesstätten
am 09.06.2004 eindrucksvoll, wie sich bereits Kinder
im Vorschulalter mit Fragen zu unserem Lebensstil auseinandersetzen
können. Die Umweltauswirkungen unseres Konsumverhaltens
sowie die Zusammenhängen zwischen unseren Gewohnheiten
und den Lebensbedingungen in anderen Ländern wurden
für die Kinder erfahrbar. Lebendig und anschaulich zeigten
sie damit, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung entsprechend
der Agenda 21 - dem 1992 in Rio de Janeiro verabschiedeten
weltweiten Entwicklungsprogramm für das 21. Jahrhundert
- in Kindertagesstätten funktionieren kann.
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Umweltminister Klaus Müller
auf Augenhöhe mit denen, die Welt von Morgen
gestalten: Kinder aus Kirchbarkau präsentieren
stolz ihre selbst bemalten T-Shirts.
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Insgesamt 17 Kindertagesstätten der Nordelbischen
ev. luth. Kirche beteiligten sich an dem landesweiten
Modellprojekt richtig leben. Zielsetzung
des Projektes, das vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz
und Landwirtschaft des Landes Schleswig-Holstein, der
Hamburger S.O.F. Save Our Future - Umweltstiftung und
der Nordelbischen ev. luth. Kirche initiiert und gefördert
wurde, war die Einführung und Erprobung einer an der
Agenda 21 orientierten Pädagogik und die Verwirklichung
der Grundsätze einer nachhaltigen Entwicklung im Kindergartenalltag.
Die Auseinandersetzung mit den Zielen der Agenda 21
erfolgte in den Kindertagesstätten anhand einer projektbezogenen
Beschäftigung mit ganz alltäglichen Themen, wie z. B.
unserer Kleidung, unserer Ernährung, dem Spielzeug
oder dem Umgang mit Wasser. Unterstützung bei der Umsetzung
erhielten die beteiligten Einrichtungen während der
ca. einjährigen Projektlaufzeit von erfahrenen Umweltpädagoginnen
und Umweltpädagogen der S.O.F. - Umweltstiftung
Im Kindergarten Unterm Regenbogen hieß
das Thema Unsere Kleidung - zukunftsfähig oder
modern?. Gestartet wurde mit einer Rallye durch
den eigenen Kleiderschrank. Gezählt wurden T-Shirts,
Hosen und Pullover. Die drei- bis sechsjährigen staunten
nicht schlecht, als sie erfuhren, dass manche Kinder
in Kamerun nur ein einziges T-Shirt besitzen und dass
Schuhe oft vorne abgeschnitten werden, damit sie noch
länger getragen werde können.
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Ganzheitlichkeit gelebt:
da landet die Farbe für's T-Shirt nicht immer
nur auf da, wo sie hingehört ...
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Im weiteren Projektverlauf untersuchten die Kinder
mit Lupen und Mikroskop Textilien und textile Rohstoffe.
Aus Samen wurden Baumwollpflanzen gezogen. Eine ältere
Dorfbewohnerin zeigte den Kindern, wie mit einem echten
Spinnrad umgegangen wird und wie aus Rohwolle Fäden
entstehen. Die Kinder webten kleine Teppiche und große
Wandbehänge, probierten Druck- und Batiktechniken aus,
filzten und färbten und griffen zu Nadel und Faden,
um ältere T-Shirts zu reparieren, oder um sie einfach
zu verschönern.
Die örtliche Kleiderkammer wurde besucht und im Anschluss
daran mit der Pastorin über den Verbleib von Kleidersammlungen
der Kirche gesprochen. Die Eltern organisierten einen
Kleiderflohmarkt und gründeten eine Eltern-AG, die sich
mit Fragen zur Umweltbelastung durch die Baumwollproduktion
beschäftigte und anderen Themen, wie beispielsweise
der Kinderarbeit im Zusammenhang mit der Herstellung
von Kleidung.
Die Abschlusspräsentation des Modellprojektes macht
deutlich, dass die Kinder über die intensive und vielschichtige
Beschäftigung mit dem Thema eine eigne Sichtweise und
Beurteilung der Dinge entwickelt haben. So sind sie
es, die mit ihren Eltern z. B. über Wasserverschwendung
diskutieren, oder dafür sorgen, dass das alte T-Shirt
nicht weggeworfen, sondern repariert oder sonst wie
verwendet wird.
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Junge mit Herz: Ein Baumwolltuch
bekommt eine eigene Note.
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"'Nachhaltigkeit' ist in dem Kindergarten zu einem
lebendigen Handlungskonzept geworden", erklärt Ralf
Thielebein-Pohl, Geschäftsführer der S.O.F. Save Our
Future - Umweltstiftung und Projektleiter des Modellprojektes,
anlässlich der Abschlusspräsentation. Mit den Ergebnissen
und Erfahrungen aus den am Projekt beteiligten Einrichtungen
liegen nun eine Vielzahl guter Beispiele und Ansätze
zur Umsetzung nachhaltiger Entwicklungsprozesse in Kindertagesstätten
vor. Diese sollen nun auch anderen Kindertagesstätten
zugänglich gemacht wer-den, erklärte Umweltminister
Klaus Müller zum Abschluss der Veranstaltung, denn
Voraussetzungen für umweltbewusstes und verantwortungsvolles
Handeln werden bereits frühzeitig erworben, und die
Kinder haben in dem Projekt erfahren, dass ihr Handeln
von Bedeutung und Zukunft gestaltbar ist.
(Text: R. Thielebein-Pohl, S.O.F./Photos:
Th. Schaack)
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